Wu: Mehr Selbstvertrauen und einen "besseren Kopf" als 2008 PDF Drucken E-Mail
Schwechat. Als einzige Spielerin des DTTB-Damen-Teams war Wu Jiaduo schon einmal bei Olympischen Spielen dabei. Deutschlands und Europas Nummer eins gab in Peking 2008 ihr Debüt. Der sportliche Erfolg blieb damals aber aus.

Wu: Mehr Selbstvertrauen und einen Sicher ist noch sicherer: Wu Jiaduo (Foto: MS)

Sie, Elke Schall und Zhenqi Barthel blieben trotz guter Vorbereitung unter ihren Möglichkeiten, wurden letzte in Vorrundengruppe C und gewannen dabei nur ein Einzel (Wu gegen Natalia Partyka aus Polen). Im Individualwettbewerb unterlag die Kroppacherin in ihrem Auftaktmatch in der Runde der besten 32 Li Qiangbing aus Österreich mit 3:4.

Spiel weiterentwickelt, Form stabilisiert


Diese Zeiten haben sich längst geändert. Wu Jiaduo hat ihr Spiel weiterentwickelt und ihre Form stabilisiert. 2009 wurde sie Europameisterin im Einzel, führte Deutschland 2010 zum sensationellen WM-Bronze und hätte diese Überraschung fast auch bei der LIEBHERR Team-WM in Dortmund geschafft. Beim diesjährigen Europe Top 12 holte sie ihren ersten Titel beim kontinentalen Ranglistenturnier. „Heute habe ich mehr Selbstvertrauen und einen besseren Kopf“, sagt sie. Und sie hat gute Ratschläge für Olympia-Einsteiger.

Wu Jiaduo über ihren Trainingsfahrplan Richtung London:
Zu diesem Zeitpunkt kann man noch ein bisschen intensiver Tischtennis trainieren, außerdem Kraft, Schnelligkeit und Kondition. In den letzten zwei Wochen werden wir das Programm dann langsam reduzieren, um nicht zu müde zu sein, wenn es in London darauf ankommt. Kopf und Körper müssen frisch sein. Außerdem ist natürlich wichtig, dass sich keine von uns verletzt oder krank wird. Im Training am Tisch kann man jetzt schon ein bisschen taktisch spielen gegen die verschiedenen Gegnerinnen, aber man sollte noch nicht in Topform sein.
Ich muss mich langsam steigern bis zum ersten Spiel bei Olympia. Vor allem darf ich mir nicht zu viele Gedanken machen und muss es wie eine ganz normale Turniervorbereitung angehen.

Über ihre Tipps als erfahrenste Spielerin an die Kolleginnen:
Mein wichtigster Tipp: Konzentriere dich auf dich selbst und lass dich nicht von der schönen Atmosphäre ablenken. Es ist für jeden Olympioniken verführerisch: das olympische Dorf, die prominenten Sportler aus anderen Disziplinen, die vielen Fans - aber das kann man alles auch nach seinem eigenen Wettkampf noch genießen.
Im Spiel selbst musst du versuchen, locker zu spielen und nicht zu nervös zu sein. Stell dir einfach vor, es sei ein ganz normales Turnier. Unterstützung gibt’s von der Mannschaft. Wir sind ein Team und halten zusammen, jede hilft der anderen. Zusammen werden wir es schaffen.


Über ihre Entwicklung im Vergleich zu 2008:
2008 lief es im Einzel und mit der Mannschaft nicht so gut, trotzdem habe ich eine positive Einstellung behalten und weiter gearbeitet. Ich habe zusammen mit den Trainern analysiert, was ich verbessern muss: meine Technik, meine Platzierung, ich musste noch sicherer werden und gleichzeitig variabler spielen. Heute habe ich mehr Selbstvertrauen und einen besseren Kopf. Das liegt auch daran, weil ich seitdem bei mehreren großen Turniere gut gespielt habe: zum Beispiel bei der EM 2009, der Mannschafts-WM 2010, beim Europe Top 12 in diesem Jahr. Ich kämpfe um jeden Ball und spiele mutig. Die Nummer eins in Deutschland zu sein, heißt auch, dass ich Verantwortung trage. Ich will meinen Mannschaftskameraden zeigen, dass ich hart arbeite und gut spiele.

Countdown to London: Tag 20
Dies ist der elfte Text des Countdowns zu den Olympischen Spielen in London. Seit dem 28. Juni erzählen wir jeden Tag bis zum Auftakt der Tischtennis-Wettbewerbe am 28. Juli an dieser Stelle eine größere oder kleine Geschichte oder präsentieren Zahlen rund um Olympia und die Vorbereitung darauf – von der Tischtennis-Premiere in Seoul 1988 bis London 2012.

FL / SH (www.tischtennis.de)