Wu Jiaduo kämpft sich durch PDF Drucken E-Mail
Sieg zum Auftakt für Kroppacherin – Silbereisen ausgeschieden

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Weiterhin im Olympia-Wettbewerb: Wu Jiaduo aus Kroppach. Foto: dpa


London. Es war ein fliegender Wechsel für die deutschen Tischtennisspielerinnen am späten Abend des zweiten Turniertages von London. Als Wu Jiaduo die Wettkampffläche nach ihrem 4:2-Sieg gegen die Tschechin Iveta Vacenovska verließ, wurde auf der gegenüberliegenden Seite gerade ihre Zimmernachbarin Kristin Silbereisen in die Arena geführt. Jiaduo hätte ihre Teamkollegin vom FSV Kroppach gern noch abgeklatscht, aber so gab die Ex-Europameisterin Interviews, als Silbereisen den ersten Satz bereits verloren hatte. Am Ende gab es eine 2:4-Niederlage.

Jiaduo hatte in der ersten Drittrunden-Begegnung des Abends ein gutes Vorbild geliefert, wie man ein hart umkämpftes Match nach Hause bringt. „Ich wusste vorher, dass ich das Spiel auch genauso gut verlieren kann“, erklärte die 34-Jährige. In jeden Satz musste sie sich aufs Neue hineinarbeiten. „Kämpfen und cool bleiben“, hatte sie sich als Devise vorgenommen, „ich wollte ja nicht wie in Peking in meinem ersten Einzel ausscheiden.“ Auch als Jiaduo im zweiten Satz schon 7:10 zurücklag, kämpfte sie weiter – und gewann diesen Durchgang am Ende doch noch mit 15:13. Auch eine Schwächephase im dritten Durchgang, der mit 8:11 an die Tschechin ging, überbrückte sie. Es war immer wieder ihre Abgebrühtheit, die sie zurück ins Spiel brachte, obwohl sie häufig einem Rückstand hinterherlief und auch den fünften Satz verlor. Erst im letzten Durchgang brach die Tschechin etwas ein, und Jiaduo zog ins Achtelfinale gegen Tianwei Feng aus Singapur ein.

In der vierten Runde wird Silbereisen als Anfeuerungshilfe für Jiaduo zur Verfügung stehen. Zwar schaffte die 27-Jährige zum Start ihres ersten Olympia-Turniers den Einzug in Runde drei dank des 4:1-Sieges gegen die Britin Joanna Parker. Aber dann scheiterte sie an der defensiv eingestellten Weißrussin Viktoria Pavlovich in sechs hart umkämpften Sätzen. Heute greifen die deutschen Männer Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov ins Geschehen ein.Volker Boch

Westerwälder Zeitung vom Montag, 30. Juli 2012, Seite 19