Einschaltquoten und Live-Streaming-Klicks: Wu Jiaduo fast wie ein ARD-Tatort PDF Drucken E-Mail

Das hier sahen Millionen in Deutschland: Wu Jiaduo gegen Vacenovska (Foto: dpa picture alliance)Das hier sahen Millionen in Deutschland: Wu Jiaduo gegen Vacenovska (Foto: dpa picture alliance)
London. Olympia ist der Quotenhit bei ARD und ZDF, und Tischtennis erzielt im Fernsehen und als Live-Streaming ungeahnte Höhen. Wu Jiaduos Auftaktmatch gegen Tschechiens Iveta Vacenovska sahen nach ARD-Informationen zur Prime Time am Sonntag, der besten Sendezeit, 6,27 Millionen Deutsche. Die Zahl sank bei der späteren Hockey-Übertragung ab 22:18 Uhr auf 3,74 Millionen, was um diese Zeit aber noch eine Quote von 17,9 Prozent ausmachte. Zugegeben, den ARD-Tatort verfolgen in der Regel noch mehr Zuschauer: im Schnitt acht Millionen.

Online läuft Tischtennis ohnehin immer gut. Das sind auch die Erfahrungen von ARD und ZDF mit Live-Streamings vergangener Veranstaltungen, wie etwa der EM 2009 in Stuttgart. So ist es auch in London. Wegen der hohen Zugriffszahlen, brachten die Tischtennisfans den Server zum Absturz. Kurzzeitig hat uns das große Interesse der Leute auch schon mal in die Knie gezwungen. Mit einem solchen Ansturm haben selbst wir nicht gerechnet", sagt Eckart Gaddum, verantwortlich für die Neuen Medien im ZDF. Das ZDF will technisch nachrüsten. "Und dennoch können wir nicht jeden Nutzungs-Peak vorausahnen - das ist eben das Netz", so Gaddum.

Ärgerlich: Ovtcharov-Viertelfinale im Live-Stream abgebrochen


Seit Beginn der Olympischen Spiele erlebt das ZDF online einen Ansturm, wie es ihn noch nie gab. Allein am Samstag als ersten Wettkampftag, seien 2,69 Millionen Videos und Live-Streams aus der Mediathek abgerufen worden – der bis dahin beste Tageswert des Jahres für den Internetauftritt des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Unfassbar für alle Fans: Das Streaming des Viertelfinalspiels von Dimitrij Ovtcharov wurde beim Stand von 7:6 im Entscheidungssatz unterbrochen. Es folgte Werbung für die Samstagabend-Show „Wetten, dass…“. „Wir recherchieren zurzeit noch die Hintergründe“, erklärte der Redaktionsleiter zdfsport.de, Andreas Heck, auf DTTB-Anfrage. „Wir können noch nicht sagen, ob es sich um ein technisches Problem handelte oder es der Fehler eines Kollegen war.“ Beides ändere nichts an der Tatsache, dass das eine sehr ärgerliche Angelegenheit sei, „die wir sehr bedauern“, so Heck. Kleine Wiedergutmachung: Das ZDF hat inzwischen den Satz des Spiels in ganzer Länge als on-Demand-Video umgesetzt.

Dem ARD-Fernsehen war das Hockey-Gruppenspiel der Damen wichtiger. Eine vierminütige Zusammenfassung von Dimitrij Ovtcharov gegen Michael Maze gab es zu einem späteren Zeitpunkt.

SH (www.tischtennis.de)