Neue Position für den FSV: Kroppach ist diesmal kein Favorit PDF Drucken E-Mail

Bei den Tischtennis-Damen des FSV Kroppach bleibt im Vorfeld der Saison 2012/13 das Meiste beim Alten. Allerdings stellt sich die Frage, ob das Abonnement auf die Deutsche Meisterschaft verlängert werden kann. Die Westerwälderinnen erwartet große Konkurrenz aus dem Saarland.

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Eine großartige Einheit, die „Meister werden will, aber nicht muss“ (O-Ton Dennis Leicher), von links: Shan Xiaona, Kristin Silbereisen, Teamchef Dennis Leicher, Krisztina Toth und Wu Jiaduo.

Foto: René Weiss

In den vergangenen fünf Jahren endete eine Saison in der Tischtennis-Bundesliga der Frauen immer mit einer Meisterfeier in Kroppach. Der Favorit aus dem Westerwald wurde seiner Rolle immer gerecht. Erstmals seit Jahren ist das Team um Wu Jiaduo diesmal nicht in der Rolle des Gejagten. „Favorit ist die Mannschaft aus Fraulautern“, sagen Geschäftsführer Horst Schüchen, Teamchef Dennis Leicher und alle Spielerinnen. In der neuen Position fühlt sich der FSV nicht unwohl. „Fraulautern hat den Druck und muss damit erst einmal zurecht kommen“, betont Nationalspielerin Kristin Silbereisen, die vor ihrer zweiten Saison in Kroppach steht.

Dennis Leicher warnt jedoch, sich nur auf die Saarländerinnen zu konzentrieren: „Auch Mannschaften wie Berlin, Essen, Böblingen oder Schwabhausen sind nicht zu unterschätzen und können für Überraschungen sorgen.“ Der Serien-Meister hat sich auf jeden Fall darauf eingestellt, dass man nach der Saison möglicherweise nicht die Spitzenposition inne hat. „Die vergangenen zwei Jahre mit nur einer Niederlage waren sensationell. Es wäre kein Problem, wenn wir diesmal nicht Meister würden. Wir wollen das zwar natürlich wieder erreichen, aber wir müssen es nicht.“

Nach den Erfolgen der vergangenen Jahre gab es überhaupt keinen Anlass, an der erfolgreichen Mannschaft etwas zu verändern. Wu Jiaduo, Kristin Silbereisen, Krisztina Toth und Shan Xiaona bilden das FSV-Quartett. „Ein solches Teamgefüge hat es noch nicht gegeben. Der Erfolg spricht für sich und ist das Ergebnis davon“, betont Dennis Leicher. Ersatzspielerin Anastasia Voronova gehört hingegen nicht mehr zur Mannschaft. „Wir hatten uns von ihr mehr erwartet“, gibt Horst Schüchen zu. Der FSV geht das Risiko ein, ohne Nummer fünf in die Spielzeit zu gehen. „Wir müssen natürlich hoffen, dass niemand ausfällt. Aber um eine adäquate Ersatzspielerin in der Hinterhand zu haben, hätten wir tief in den Geldbeutel greifen müssen. Das wäre auch durch den Wegfall eines Sponsors nicht leicht gewesen“, ergänzt der Kroppacher Geschäftsführer.

Shan Xiaona hat im Sommer nicht nur ihren langjährigen Freund geheiratet, sondern auch den Einbürgerungstest bestanden und kann mit der deutschen Staatsangehörigkeit an die Platte gehen. Nicht mehr wegzudenken aus dem Team ist Wu Jiaduo. „Dudu“ ist inzwischen seit elf Jahren in Kroppach. „Inzwischen ist Kroppach meine zweite Heimat“, sagt die Nummer 17 der Weltrangliste. Hinzu kommen im unteren Paarkreuz Kristin Silbereisen und Krisztina Toth.

„Olympia-Gefühl ist immer noch da“

An Sommerpause war für „Dudu“, Silbereisen und Toth nicht großartig zu denken. Das Trio spielte bei den Olympischen Spielen in London und ist immer noch hellauf begeistert von den Erlebnissen im Zeichen der Ringe. „Für mich waren es die schönsten Spiele. Es war ein riesiger Spaß“, sagt Krisztina Toth, die immerhin fünfmal beim größten Sportereignis der Welt mit dabei war. Kristin Silbereisen spricht von einem „perfekten Turnier“, bei dem der fünfte Platz mit der deutschen Mannschaft ein toller Erfolg war: „Wir waren schließlich die beste europäische Mannschaft. Auch wenn wir von einer Medaille geträumt hatten, war das ein Super-Erfolg.“ Los lassen sie die Erinnerungen noch nicht ganz: „Das Olympia-Gefühl ist immer noch da. Aber wir haben uns natürlich intensiv auf die Saison vorbereitet und gut trainiert. Die Pause war zwar nur kurz, aber die schwere Aufgabe, die wartet, war Motivation genug.“

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 15. September 2012 um 09:48 Uhr