Neue Rolle für Serienmeister FSV Kroppach . PDF Drucken E-Mail
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Shan Xiao Na



 Team aus dem Westerwald erwartet Zweikampf mit Saarlouis .

Von unserem Redakteur Marco Rosbach.


  Kroppach. Sie sind fünfmal hintereinander Deutscher Meister geworden, insgesamt haben sie sechsmal den Titel geholt. Sie haben in zwei Jahren nur eine Partie verloren und gehen mit ihren besten vier Spielerinnen bereits in die dritte Saison. Sie sind der FSV Kroppach und das Maß der Dinge im deutschen Frauentischtennis – doch der alleinige Favorit sind sie nicht in der Bundesligasaison, die vor knapp zwei Wochen begonnen und am Freitag kommender Woche bereits ihren Höhepunkt hat: Dann greifen die erfolgsverwöhnten Westerwälderinnen ins Geschehen ein und empfangen in eigener Halle Vizemeister TTSV Saarlouis-Fraulautern, der seine Mannschaft mehr als runderneuert hat.

Es ist nur ein Spiel, klar. So klar wie die Tatsache, dass es im Fußball zwischen Dortmund und Schalke auch nur um drei Punkte geht. Vom „Verein aus dem Nachbarland“ ist in Kroppach die Rede, wenn es um den Emporkömmling aus dem Saarland geht. Das verwundert nicht, denn es kann sich vielleicht nicht alles entscheiden am kommenden Freitag, aber vieles. Kroppach ist zuletzt Meister geworden mit gerade mal einer Niederlage – in Fraulautern. Die meisten Spiele gingen mit 6:0 oder 6:1 an das Quartett Shan Xiao Na, Wu Jiaduo, Kristin Silbereisen und Krisztina Toth, ein 6:3 war schon ein enges Ergebnis. Und so ähnlich dürfte auch die neue Runde laufen. Die Überflieger heißen Kroppach, Fraulautern und mit Abstrichen TTC Berlin Eastside, immerhin aktueller Champions-League-Sieger. Und dahinter? Es gibt in der Neuner-Liga mit Bingen/Münster-Sarmsheim, Essen und Böblingen ein Mittelfeld im Niemandsland, zu dem Neuling Kolbermoor stoßen könnte. Und dann kommen zwei Aufsteiger, Watzenborn-Steinberg und die Leutzscher Füchse, die mit Zweitligakadern ihr Glück versuchen, „ein Abenteuer wagen“, wie es Fraulauterns Manager Heinz Falk formuliert. Wobei der Begriff Abenteuer eigentlich für sein Team gebucht ist – .schließlich hat er sich aus vier gebürtigen Chinesinnen, die schwedische, niederländische und luxemburgische Pässe führen, ein Team gebastelt, um Kroppachs Vormachtstellung zu beenden.

So eindeutig sagen will Falk das nicht. „Für uns ist es schon eine Auszeichnung, dass wir in Kroppach als Gegner wahrgenommen werden, den man ernst nehmen muss“, sagt Falk, der mit der Rivalität der Vereine zu spielen scheint. Im Westerwald kommt die Botschaft an, genau wird beäugt, was sich im Nachbarland tut. Von Nervosität ist aber nichts zu spüren, eher von Entschlossenheit. „Wir haben mit dem Spiel gegen Fraulautern und sonntags in Berlin die Chance, direkt zu zeigen, wo es langgeht“, sagt Manager Horst Schüchen. Er und seine Mitstreiter wissen: Die Kroppacher sind nicht alleiniger Favorit. Doch nur sie wissen, wie man Meister wird.

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RZ vom 21.09.2012, Seite 12 – Sport