FSV Kroppach behält mit 5:5 alle Titelchancen PDF Drucken E-Mail
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Kristin Silbereisen zeigte im Topspiel gegen Fraulautern (Foto) und in Berlin starke Leistungen. Sie gewann gestern in der Hauptstadt gegen Irina Palina und gegen Petra Lovas jeweils in drei Sätzen, wobei der Sieg über die Ungarin wegen Shans Sieg gegen Pota nicht mehr in die Wertung kam. Foto: Marco Rosbach



Auch Fraulautern kann mit Resultat gut leben

Von unserem Redakteur Christoph Gerhards



Kroppach. „Ein 5:5 wäre gut für die Spannung in der Liga“, orakelte unser Mitarbeiter René Adler, der für den Fernsehsender Eurosport weltweit über alle Tischtennis-Höhepunkte berichtet, vor dem Bundesliga-Duell der beiden (wohl einzigen) DM-Titelkandidaten. Und genau dieses Resultat lieferten die Spielerinnen des FSV Kroppach und des TTSV Saarlouis-Fraulautern in einer fast dreieinhalbstündigen Begegnung auf Top-Niveau mit Höhen und Tiefen für beide Seiten.

„Vor dem Spiel wären wir mit einem 5:5 zufrieden gewesen“, meinte Kroppachs Nationalspielerin Kristin Silbereisen, „aber nach unserer 2:0-Führung nach den Doppeln haben wir uns schon Siegchancen ausgerechnet.“ Tatsächlich jubelte Kroppachs im Vorfeld der Begegnung sehr optimistischer „Macher“ Hans-Jürgen Bertling nach dem optimalen Auftakt so lautstark, als sei das Gipfeltreffen schon vorentschieden. Doch es kam anders: Letztlich musste Krisztina Toth mit all ihrer Routine im letzten Einzel gegen Nadine Bollmeier dem FSV Kroppach das 5:5 retten. „Das Ergebnis ist okay. Ich bin froh, dass ich für die Mannschaft diesen wichtigen Punkt holen konnte“, bilanzierte die Ungarin.

Letztlich konnten und mussten sich alle mit dem leistungsgerechten Unentschieden arrangieren. „Nach dem 0:2-Rückstand nach den Doppeln, die für uns enttäuschend verliefen, können wir mit dem 5:5 sehr gut leben“, sagte Fraulauterns Manager Heinz Falk. „Wir sind gut zurückgekommen und haben hier in der Höhle des Löwen die Prüfung bestanden. Die Stimmung unter den Zuschauern war sehr freundschaftlich. Es war eine tolle Veranstaltung mit Super-Spielen, eine tolle Werbung für unseren Tischtennis-Sport.“

Sein Kroppacher Manager-Kollege Horst Schüchen fasste ganz richtig zusammen: „Jede Mannschaft hatte ihre Chancen, an den Stellschrauben in Richtung Sieg zu drehen. Dabei hatte Fraulautern insgesamt gesehen sogar ganz leichte Vorteile.“

In der Tat hingen die Kroppacher Siege des Doppels Shan/Toth, das in den Durchgängen eins und vier insgesamt zehn Satzbälle abwehrte und gewann, sowie der Fünfsatz-Erfolg von Kristin Silbereisen gegen Nadine Bollmeier bei einem erstaunlichen 11:7 nach 1:7 im ersten Satz durchaus am seidenen Faden. Andererseits schien für Kroppach mehr drin bei Silbereisens Niederlage gegen Ni Xia Lian, denn sie führte im ersten Satz mit 9:7, im zweiten mit 9:8, im dritten hieß es 10:10. Doch ihre Gegnerin war kalt wie eine Hundeschnauze und behielt ihre stoische Ruhe. „Ich hatte noch nie gegen Nixi gespielt“, sammelt auch eine Kristin Silbereisen noch neue Erfahrungen.

Vergeblich an Stellschrauben gedreht hatte auch „Dudu“ Wu Jiaduo, die gegen Li Jiao gewann, gegen Li Fen aber traditionell chancenlos und daher nicht ganz zufrieden war: „Ich habe versucht, diesmal einiges gegen sie zu ändern, aber es hat leider nicht geklappt. Das Wichtigste aber ist, dass wir als Mannschaft dieses wichtige Spiel nicht verloren haben. Es wird spannend bleiben, wir behalten alle Möglichkeiten in der Hand.“

Nicht optimal verliefen für Kroppach auch die Einzel von Shan Xiaona, der ein paar mehr Fehler unterliefen als sonst. „Ihr hat man ein wenig den Mangel an Spielpraxis angemerkt“, hatte FSV-Teamchef Dennis Leicher eine schlüssige Erklärung parat. „Shan hat halt im Gegensatz zu den anderen weder bei den Olympischen Spielen noch beim Weltcup gespielt. Daher hat ihr verständlicherweise ein wenig Sicherheit gefehlt. Insgesamt war das Endresultat von 5:5 aber leistungsgerecht, wobei wir uns jeden Punkt hart erarbeiten mussten.“

Westerwälder Zeitung vom Montag, 1. Oktober 2012, Seite 24
 
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. Oktober 2012 um 12:17 Uhr