Grenzauer und Kroppacherinnen starten optimal PDF Drucken E-Mail
Fünf Einzelsiege und drei Erfolge in den Doppeln für Profis heimischer Vereine zum Auftakt der EM in Dänemark

Von unserem Mitarbeiter René Adler

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Das Kroppacher Doppel „Dudu“ Wu Jiaduo (rechts)/Kristin Silbereisen musste in seinem ersten Spiel bei der EM in Dänemark in den Entscheidungssatz, setzte sich aber dort letztlich durch. Foto: Marco Rosbach


Herning. Die Tischtennis-Europameisterschaft in Herning (Dänemark) hat für die Asse aus dem Westerwald im Einzelwettbewerb mit fünf Siegen begonnen. Wu Jiaduo, Kristin Silbereisen und Krisztina Toth vom FSV Kroppach, die ebenso für das Hauptfeld gesetzt waren wie die Grenzauer Neuzugänge Ruwen Filus und Andrej Gacina, setzten sich in der Multiarena Jyske Bank Boxen allesamt gegen Qualifikanten durch. Im Doppel erreichten alle drei Paarungen mit heimischer Beteiligung das Achtelfinale. In der zweiten Runde musste sich dann lediglich Toth der an Nummer sieben gesetzten Rumänin Daniela Dodean mit 1:4 (11:4, 5:11, 8:11, 4:11, 9:11) geschlagen geben.

Den Auftakt im Einzel machte Kristin Silbereisen, die Katerina Penkavova aus Tschechien dank einer konzentrierten Leistung klar in 4:0 Sätzen schlug. „Ich war vorher ein bisschen nervös“, gestand die 27-Jährige. „Ich wusste, ich habe gut trainiert und bin gut in Form, aber ich wusste nicht genau, wo ich im Wettkampf stehe. Vorhin in der Trainingshalle hatte ich noch ein paar Probleme, aber hier in der Haupthalle habe ich gleich gut ins Spiel reingefunden.“ In ihrem zweiten Spiel besiegte Silbereisen dann Alexandra Privalova (Weißrussland) mit 4:1 (11:8, 13:11, 11:6, 10:12, 11:2) und trifft am Samstag auf die topgesetzte Yanfei Shen (Spanien).

Wu Jiaduo und Krisztina Toth gewannen ihre Erstrunden-Duelle gegen polnische Spielerinnen in ganz unterschiedlicher Weise. Toth entschied ein durchaus enges Match gegen Kinga Stefanska mit 4:0 für sich, weil sie gute Nerven zeigte und zwei Sätze in der Verlängerung gewann. „Dudu“ erwischte gegen Monika Pietkiewicz einen 0:2-Fehlstart, steigerte sich aber erheblich und geriet in den folgenden vier Durchgängen nicht mehr in die Nähe eines Satzverlustes. Während Toth in Runde zwei ausschied, machte es „Dudu“ besser, sie kämpfte Bernadette Cynthia Szocs aus Rumänien mit 4:3 (14:16, 9:11, 11:8, 11:3, 12:10, 11:13, 11:8) nieder.

Andrej Gacina löste eine alles andere als leichte Aufgabe souverän. Grenzaus kroatischer Neuzugang bezwang Daniel Zwickl aus Ungarn deutlich in vier Sätzen. Gegen Marcos Freitas hatte er in Runde zwei beim 4:2 (11:5, 8:11, 11:8, 11:6, 9:11, 11:4) etwas mehr Probleme. Der Grenzauer Ruwen Filus musste nicht nur gegen einen aufstrebenden Gegner, sondern auch gegen das Publikum in der Multiarena Jyske Bank Boxen bestehen. Der Abwehrspieler traf auf den Dänen Jonathan Groth, der in Deutschland für Grenzaus punktgleichen Rivalen Fulda-Maberzell aufschlägt. Filus hatte zwar Schwierigkeiten, gewann aber letztlich mit 4:2.

„Ich hatte noch nie gegen ihn gespielt. Er trainiert in Fulda mit Wang Xi (Anm. d. Red.: der beste Abwehrspieler der Bundesliga), von daher war ich gewarnt“, sagte Filus. „Ich habe ein bisschen gebraucht, um in das Match zu kommen, zumal es mein erstes Spiel hier war.“ Gegen den jungen Engländer Liam Pitchford, der den Ex-Grenzauer Robert Gardos (Österreich) aus dem Turnier warf, setzte sich Filus anschließend ebenfalls mit 4:2 (8:11, 11:6, 11:7, 11:7, 9:11, 11:7) durch.

Im Doppel taten sich Wu und Silbereisen gegen das bulgarische Duo Ivanka Angelova/Asya Kasabova trotz eines klar gewonnenen ersten Satzes (11:4) extrem schwer. Die deutschen Meister konnten die Außenseiterinnen erst im Entscheidungssatz niederringen. Im fünften Durchgang lagen sie sogar mit 1:4 hinten. „Zwischenzeitlich habe ich gedacht, das darf doch nicht wahr sein“, gestand Silbereisen. Am Ende lautete ihr Fazit: „Hauptsache gewonnen. Für uns war das das erste Spiel bei der EM. Jetzt sind wir im Turnier drin.“

Das waren die anderen beiden Duos mit Beteiligung aus dem Westerwald vom ersten Ballwechsel an. Toth und ihre ungarische Landsfrau Georgina Pota von Champions-League-Sieger Berlin hatten beim 3:0 gegen Egle Stuckyte/Ieva Venslaviciute (Litauen) keinerlei Mühe und unterstrichen ihre Medaillenambitionen. Dasselbe gilt für Gacina und Marcos Freitas. Die an eins gesetzte kroatisch-portugiesische Kombination blieb gegen Lubomir Jancarik/Pavel Sirucek aus Tschechien ebenfalls ohne Satzverlust. Einmal Edelmetall im Doppel ist das Minimum aus heimischer Sicht, bis zu drei Medaillen sind möglich.

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 20. Oktober 2012, Seite 21