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Der FSV Kroppach klettert auf den zweiten TabellenplatzHat sich auch im Zeitspiel nicht aus der Ruhe bringen lassen, Wu Jiaduo vom FSV Kroppach (Aufnahme: Horst Schüchen)
Kroppach. Die Konkurrenz, in diesem Fall die SV Böblingen, hat wieder einmal nicht schlecht gespielt, doch der amtierende Deutsche Meister FSV Kroppach behält letztendlich immer die Nase vorn. Das 6:0 gegen den Tabellenachten täuscht etwas, aber wenn Qianhong Gotsch in einem Zeitspiel gegen Wu Jiaduo  und Xu Yanhua gegen Krisztina Toth ihre ausgezeichneten Chancen nicht nutzen, folgt die Strafe auf dem Fuß. Mit 9:1 Punkten klebt der Klub aus dem Westerwald Spitzenreiter TTSV Saarlouis-Fraulautern an den Fersen, und kann bei einem glatten Sieg beim LTTV Leutzscher Füchse, die Führung übernehmen.   

 

 

FSV Kroppach – SV Böblingen: 6:0

 

Starker Siegeswille beim FSV

Qianhong Gotsch von der SV Böblingen hat gegen Wu Jiaduo vom FSV Kroppach alles gegeben. Die 44-jährige Abwehrspielerin erspielte sich im Duell zweier ehemaliger Europameisterinnen ein 7:4 im fünften Satz. Beim 8:7 lag Dudu jedoch auf einmal vorn, und dann ergab sich ein Zeitspiel. „Hongi hatte Aufschlag und war gezwungen ihre defensive Haltung zu verlassen. Ihre Angriffsaktionen waren nicht von Erfolg gekrönt, während Dudu traf“, freute sich FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Mit einem 11:8 verwehrte Dudu den Gästen den Gegenpunkt. Schon im ersten Durchgang lag die Kroppacherin 4:7 hinten, führte aber 10:9 zum 13:11. Diese vergebene Chance steckte Gotsch überraschend gut weg, die mit einem 11:8, 13:11 den Gegenangriff erfolgreich startete. Im vierten Abschnitt war es dann die Nummer zwei des FSV, die sich zum 8:3, 9:6 absetzte und mit einem 11:6 den 2:2-Ausgleich packte. „Nach dem 0:5 im ersten Durchgang dachte ich, jetzt geht es schon wieder los, denn Dudu hatte schon einen längeren Zeitraum nicht mehr gegen Hongi gewonnen. Doch sie hat sich reingekämpft und wir spürten, dass sie an sich glaubt. Diese Einstellung hatte auch nach den Satzverlusten Bestand. Sie hat Hongi heute keinen kleinen Finger gereicht. Deshalb war der Sieg, aus dem Dudu viel Selbstvertrauen ziehen wird,  auch verdient“, lobte Leicher.

Schon im Doppel präsentierte sich Wu Jiaduo an der Seite von Kristin Silbereisen nervenstark, denn sie siegten gegen Gotsch/Xu Yanhua 11:13, 11:3, 13:11, 13:11. In den letzten beiden Durchgängen lag das FSV-Duo jeweils deutlich vorn, ehe die Böblingerinnen noch einmal für Spannung sorgten. „Die Beiden waren am Ende zu passiv. Gegen Hongi und Yanhua ist es für uns sehr unbequem zu spielen gewesen. Beim 9:9 stellten wir noch einmal etwas um“, sagte Leicher. Wenig Mühe besaßen Shan Xiaona/Krisztina Toth beim 11:8, 11:7, 11:7 gegen Nicole Struse/Alexandra Urban.

Die Ära von Struse im oberen Paarkreuz bröckelt immer mehr, denn beim 9:11, 7:11, 4:11 gegen Shan fehlte der 41-Jährigen großen Dame des deutschen Tischtennissports inzwischen das Durchsetzungsvermögen. Bislang verbuchte die Ex-Kroppacherin erst zwei knappe Fünf-Satz-Einzelerfolge in dieser Saison, gegen Inka Dönges (NSC Watzenborn-Steinberg) und Irene Ivancan (ttc berlin eastside).

 Silbereisen benötigte einen Satz, ehe der Groschen gegen Urban zum 11:5, 11:9, 11:9 fiel. Dabei zeigte die Nummer vier der Gäste erneut eine gute Vorstellung, für die sich am Ende allerdings nichts kaufen konnte, denn die Niederlage bedeutete bereits das 0:4. „Der erste Satz lief gut für mich, aber Kristin ist natürlich sehr visiert, sie stellte sich auf meine Spielweise ein. Ich bin mit meiner Leistung aber zufrieden“, erklärte Urban.

Für Stimmung sorgten dann die 110 Zuschauer, denn Toth überrollte Xu im ersten Satz mit einem 11:2. Das Blatt wendete sich jedoch und mit einem 11:9, 5:11, 12:10 drängte Xu die Ungarin in den fünften Satz. Beim 0:3 aus Sicht von Toth sollte sie eine Auszeit auf die Siegerstraße zurück bringen, doch Xu baute sich ein 6:2 auf. Wie gewonnen so zerronnen Toth trotze ihrer Gegnerin ein 7:7 ab. Obwohl Xu danach immer vorlegte, ließ Toth nicht locker und glich zum 9:9 aus, und markierte mit einem 11:9 den 6:0-Kantersieg. „Tothi agierte ein wenig anders als sonst gegen Yanhua. Bei solch einem engen Verlauf zählt nur der Wille, außerdem war Tothi risikobereiter, sehr aktiv, und auch sie gewann hochverdient“, meinte Leicher. Seine Mannschaft habe den größeren Kampfgeist und Biss gezeigt, deshalb habe sich zu Recht kein Gegenpunkt ergeben.

„Dass wir die Höchststrafe kassiert haben ist schon schade, denn die eine oder andere Chance haben wir schon gehabt. Teilweise waren lange, schöne Ballwechsel dabei, vor allem bei Hongi. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Spielerinnen des FSV einen wesentlichen höheren Trainingsaufwand betreiben als wir. Dementsprechend sind sie die paar Bälle besser als wir. Wir können mit der Niederlage leben“, fasste Urban zusammen.   

Martina Emmert (www.tischtennis.de )