FSV Kroppach steht vor der höchsten Hürde PDF Drucken E-Mail


Für den Meister birgt das Topspiel Chance und Gefahr

Von unserem Redakteur Christoph Gerhards

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Li Fen (Foto) vom TTSV Saarlouis-Fraulautern ist schon seit Jahren eine Angstgegnerin für das obere Kroppacher Paarkreuz. Auch beim 5:5 im Hinrundenspiel in Kroppach gewann Li Fen ihre beiden Einzel recht sicher. Gelingt Shan Xiaona oder „Dudu“ Wu Jiaduo am Sonntag endlich mal ein Sieg gegen sie? Foto: Marco Rosbach


Kroppach. Auf dieses Spiel wartet die ganze Tischtennis-Bundesliga der Frauen seit dem hochklassigen 5:5 in der Hinrunde: Am Sonntag, 14 Uhr, erwartet der Tabellenzweite TTSV Saarlouis-Fraulautern (21:3 Punkte) den ungeschlagenen Tabellenführer FSV Kroppach (25:1).

Für den Serienmeister aus dem Westerwald birgt dieses Topspiel der beiden einzigen Titelkandidaten gleichermaßen Chance und Gefahr: Die Chance, mit einem Sieg im Saarland den sechsten DM-Titel in Folge bereits im drittletzten Saisonspiel fast perfekt zu machen; die Gefahr, den derzeitigen Vorsprung auf den großen Kontrahenten bei einer Niederlage einzubüßen.

Kein Wunder also, dass FSV-Teamchef Dennis Leicher die Ausgangsposition so zusammenfasst: „Wir wollen dieses Spitzenspiel unbedingt gewinnen, denn mit einem Sieg sind wir zu 95 Prozent durch, dann haben wir Ruhe, bei einem Unentschieden zu 50 Prozent.“

Allerdings weiß Leicher natürlich ganz genau, wie schwierig die Aufgabe werden wird: „Das ist ein 50:50-Spiel, das wird ein heißes Ding. Dadurch, dass auch Saarlouis sich nach der Saison aus der Bundesliga zurückziehen wird, hat die Begegnung noch mal zusätzliche Brisanz bekommen. Denn für die Saarländer geht es nun um eine einmalige Titelchance. Wenn sie verlieren, ist sie dahin, der Druck liegt also eindeutig bei ihnen.“

Beim 5:5 im ersten Kroppacher Saisonspiel gewann der FSV beide Doppel und gab dabei nur einen Satz ab. Trotz dieser 2:0-Führung und der optimalen Ausgangsposition musste jedoch Krisztina Toth im letzten Einzel des Abends mit einem Sieg über Nadine Bollmeier den einen Punkt für den Meister retten.

Saarlouis hat im Laufe der Saison mit verschiedenen Doppel-Aufstellungen experimentiert, nun aber mit den Spitzenspielerinnen Li Fen/Li Jiao ein starkes Duo gefunden. „Unsere eingespielten Doppel sind stark genug, auch diese beiden Topspielerinnen zu knacken, aber das wird ein hartes Brot“, meint Leicher.

Ganz schwierig wird es für den FSV Kroppach werden, endlich einmal in den Einzeln gegen Li Fen zu punkten. „Die Chance dafür sehe ich nur bei 20 zu 80, denn Li Fen ist einfach besser als alle anderen Spielerinnen der Liga“, lobt Leicher die Spitzenspielerin der Saarländerinnen.

Deren Nummer vier Nadine Bollmeier kassierte in Kroppach gegen Kristin Silbereisen und Krisztina Toth zwei ihrer insgesamt nur drei Einzel-Niederlagen der Saison. Leicher geht davon aus, dass sie auch am Sonntag spielen wird: „Nadine hat in der Rückrunde noch nichts abgegeben, warum sollte Saarlouis also Maria Fazekas in die Mannschaft nehmen? Daran glaube ich nicht, aber wir sind auf alles vorbereitet.“ Punktepotenzial für Kroppach könnte noch in den Spielen gegen Ni Xia Lian liegen. Sie punktete im Hinspiel doppelt, gilt aber nicht als unschlagbar.

So sieht das Restprogramm der beiden Top-Mannschaften aus:

Kroppach: gegen Berlin (19. April) und Watzenborn (21. April).

Saarlouis: in Böblingen (7. April), gegen Berlin (14. April), in Essen (21. April).

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 23. März 2013, Seite 22