Hundert Prozent: Mit Dennis Leicher gab's die optimale DM-Ausbeute PDF Drucken E-Mail
Interview Teamchef des FSV Kroppach spricht über Abschiedsgefühle, schöne Siege und bittere Niederlagen

Kroppach. Im „richtigen Leben“ ist Dennis Leicher Schornsteinfeger. Kein Wunder also, dass der 35-jährige Teamchef dem FSV Kroppach viel Glück gebracht hat.



Mit welchen Gefühlen nehmen Sie Abschied vom Team und der Bundesliga?

Bisher habe ich die Gedanken verdrängt, aber nun ist es soweit, die Wehmut ist groß. Wir hatten hier in den letzten drei Jahren eine fantastische Truppe, eine Mannschaft mit tollem Charakter. Dieses Quartett hat am wenigsten Führung gebraucht.



Wie sieht Ihre Bilanz nach sechs Jahren als Teamchef aus?

Wir haben in den sechs Jahren sechs DM-Titel geholt. Das sind hundert Prozent, mehr geht nicht. Krisztina Toth war zu Beginn dieser Zeit der wichtigste Baustein. In den letzten drei Jahren haben wir in der Bundesliga nur ein einziges Spiel verloren und sind in dieser Saison ungeschlagen durchmarschiert. Deshalb ist der erneute Titelgewinn hochverdient.



Was war in den sechs Jahren der schönste Sieg, was war die bitterste Niederlage?

Das tollste Erfolgserlebnis war gar kein Sieg, sondern das 5:5 vor wenigen Wochen in Saarlouis. Wie die Mannschaft in diesem intensiven Spiel nach aussichtslosem Rückstand gebissen und sich zurückgekämpft hat, das war unglaublich. Das haben auch unsere vielen mitgereisten Anhänger genauso empfunden. Die bitterste Niederlage war das Fehlurteil des Sportgerichtshofs CAS nach den Champions-League-Endspielen gegen Heerlen. Weh getan hat auch das 1:3 im zweiten Finalspiel gegen Linz – aber das lief sportlich absolut fair ab, da war Linz an diesem Tag nach unserem gewonnenen Hinspiel einfach besser.



Wie werden Sie künftig das nun entstehende sportliche Vakuum ausfüllen?

Ich habe ja eine vierjährige Tochter, und meine Frau wird sich hoffentlich freuen, wenn ich künftig an mehr Wochenenden zu Hause sein werde als bisher. Sportlich werde ich im Verein mein Jugendtraining weiterführen.



Das Gespräch führte unser Redakteur Christoph Gerhards

Westerwälder Zeitung vom Montag, 22. April 2013, Seite 24