WM in Paris: Kroppacher Doppel im Achtelfinale PDF Drucken E-Mail
Schwere Aufgabe für Wu/Silbereisen, Toth mit mehr Losglück – Grenzauer Gacina trifft auf Weißrussen Samsonov
 
Von unserem Mitarbeiter René Adler

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Im Einzel ist die WM für Kristin Silbereisen und Wu Jiaduo beendet, als Doppel stehen die beiden Kroppacherinnen aber im Achtelfinale. Foto: Marco Rosbach



Paris. Am vierten Tag der Tischtennis-WM in Paris haben sich die Reihen aus dem Westerwald deutlich gelichtet. Im Wettbewerb sind nur noch zwei Doppel mit Beteiligung des FSV Kroppach und der Grenzauer Andrej Gacina im Einzel. Kristin Silbereisen und Wu Jiaduo stehen im Achtelfinale, sind im Einzel aber ohne Chance gegen Asiatinnen ausgeschieden. Krisztina Toth hat mit ihrer ungarischen Landsfrau Georgina Pota ebenso die Runde der besten 16 erreicht und die wohl größeren Chancen, es ins Viertelfinale zu schaffen.

Im Doppel landeten Silbereisen/Wu überzeugende Siege über das russische Duo Olga Baranowa/Yana Noskowa (4:0) sowie Dana Cechova und Renata Strbikova aus Tschechien (4:1). „Wir hatten in letzter Zeit im Doppel ein paar Probleme, aber hier läuft's wieder ganz gut. In den ersten beiden Runden gab es ziemlich klare Ergebnisse, auch wenn die Gegnerinnen gut waren“, kommentierte Silbereisen. „Die Qualität in unseren Bällen war sehr hoch.“

Nun geht es allerdings gegen Li Xiaoxia und Guo Yue aus China, die das Maß der Dinge im Doppel sind und so etwas wie ein WM-Titelabo haben. „Fürs Achtelfinale hätte unsere Auslosung besser sein können, aber man kann bei einer WM nur etwas gewinnen, wenn man auch Chinesinnen schlägt. Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen“, sagte Silbereisen. Auch Wu versuchte, sich Mut für das Duell mit den Weltmeisterinnen zu machen: „Normalerweise spielt Kristin aggressiv und ich sicher, aber hier sind wir sehr variabel. Ich spiele ab und zu aggressiv, sie blockt gut. So ist unsere Taktik für unsere Gegnerinnen schwer einzuschätzen.“

Im Achtelfinale stehen auch Krisztina Toth und ihre ungarische Landsfrau Georgina Pota vom TTC Berlin. Einem 4:0 gegen Maria Christoforaki und Angeliki Papadaki aus Griechenland ließen sie ei 4:1 über Tessy Gonderinger und Ni Xialian aus Luxemburg folgen. Die Chance der Magyarinnen auf den Sprung ins Viertelfinale erscheint erheblich größer als die von Silbereisen/Wu. Sie treffen auf die Japanerinnen Hiroko Fujii und Misako Wakamiya, und es könnte ein Duell auf Augenhöhe werden. Bei einem Erfolg würde die 38-Jährige zum Abschluss ihrer glanzvollen internationalen Karriere tatsächlich noch mal um eine WM-Medaille spielen. Einmal hatte sie an der Seite der legendären Csilla Batorfi Bronze gewonnen.

Das 0:4 von „Dudu“ Wu Jiaduo gegen Wu Yang aus China war keine Überraschung. Auch im bisher einzigen Aufeinandertreffen mit der besten Abwehrspielerin der Welt war sie ohne Satzgewinn geblieben. Diesmal gelangen der Nummer 30 gegen die Nummer neun der Welt in keinem Durchgang mehr als sieben Punktgewinne. Viel größere Hoffnungen aufs Weiterkommen hatte sich Silbereisen gemacht, schließlich hatte sie einen von bisher zwei Vergleichen mit der Weltranglisten-14. Jiang Huajun aus Hongkong gewonnen. Doch in Paris verkaufte sich die angehende Physiotherapeutin beim 0:4 deutlich unter Wert. „Die Enttäuschung ist riesengroß“, sagte die Nummer 47 der Welt. „Ich habe im ersten Satz 9:6 geführt und im dritten 9:3. Wenn man solche Führungen nicht nach Hause bringt, kann man auch nicht gewinnen.“

Zwar versuchte die 28-Jährige, der Sache noch etwas Positives abzugewinnen: „Ich habe meine Setzung erfüllt und stand bei einer WM noch nie in der Runde der letzten 32.“ Am Ende überwog bei ihr aber die Enttäuschung: „Ich hatte eine machbare Auslosung. Da tut es echt weh, zwei Sätze zu verschenken.“

So fiel auch die Bewertung der beiden Kroppacherinnen durch Bundestrainerin Jie Schöpp unterschiedlich aus. „Dass ,Dudu' gegen eine Chinesin verliert, war zu erwarten“, sagte das frühere FSV-Ass. „Bei Kristin hatten wir uns bessere Chancen ausgerechnet.“

Grenzaus Andrej Gacina absolvierte im Einzel einen weiteren sehr überzeugenden Auftritt. Gegen den Österreicher Daniel Habesohn, immerhin die Nummer 82 der Welt, behielt er auch in den beiden engen Sätzen stets die Nerven und blieb deshalb ohne Satzverlust. In dieser Form ist dem Kroaten auch gegen den Weißrussen Vladimir Samsonov etwas zuzutrauen, auch wenn dieser im Ranking als Elfter 30 Plätze vor ihm liegt und er noch nie gegen ihn gewonnen hat. Samsonow tat sich beim 4:2 gegen den griechischen Abwehrspieler Panagiotis Gionis deutlich schwerer.

Im Doppel mit Landsmann Tomislav Kolarek gelang Gacina ein 4:2-Erfolg gegen El-Sayed Lashin/Ahmed Saleh aus Ägypten, ehe die Kroaten beim 0:4 gegen Kenta Matsudaira und Koki Niwa aus Japan ohne Chance blieben. Gacinas Partner ist einfach nicht stark genug, um gegen solche Gegner bestehen zu können.

Westerwälder Zeitung vom Freitag, 17. Mai 2013, Seite 14