Paris: Aus für beide DTTB-Doppel im Achtelfinale PDF Drucken E-Mail
Paris. Zwar war es ein 0:4, aber definitiv eines der besseren Sorte. Kristin Silbereisen und Wu Jiaduo hielten gegen das topgesetzte Titelverteidigerinnen-Duo aus China, Guo Yue/Li Xiaoxia, gut mit, erarbeiteten sich auch einen Satzball in Durchgang drei nach einem 7:9-Rückstand zum 10:9. Die Niederlage abwenden konnten die Noch-Kroppacherinnen jedoch nicht. Für Patrick Baum/Bastian Steger war sogar noch mehr drin in ihrem Achtelfinale. In diese Runde wollen Boll, Ovtcharov und Baum im Einzel heute Abend einziehen.

Paris: Die Spiele der Deutschen am Freitag / Aus für beide DTTB-Doppel im Achtelfinale
Kristin Silbereisen/Wu Jiaduo (Foto: ms)


DIE SPIELE DER DEUTSCHEN AM FREITAG

Damen-Doppel, Achtelfinale
Kristin Silbereisen/Wu Jiaduo - Guo Yue/Li Xiaoxia CHN 0:4 (-7,-7,-11,-3)
Zitat Silbereisen: "Es war kein Duell auf Augenhöhe, aber wir haben sehr gut gespielt. Bis gegen Ende war es in den ersten beiden Sätzen offen, dann haben Kleinigkeiten den Unterschied gemacht. Sie haben den Aufschlägen ein bisschen mehr Überschnitt gegeben, bei den Rückschlägen eine höhere Qualität gespielt, mal parallel abgeklappt. Wäre Guo Yue nicht so sicher gewesen, wäre in den ersten beiden Sätzen mehr drin gewesen.
Wir müssen erst einmal die Europäerinnen schlagen, bevor wir an die Chinesinnen denken können, und uns in der Setzung hocharbeiten. So können wir uns nicht über die Auslosung beschweren."
Ihre WM-Bilanz: "Dudu und ich haben hier wirklich gute Doppel gespielt. Meine Enttäuschung über das verlorene Einzel gestern ist noch nicht ganz weg. Ich habe aber gezeigt, dass ich mithalten kann, auch wenn ich wegen meiner Ausbildung weniger trainiere. Deshalb bin ich eigentlich zufrieden mit dem, was ich hier gezeigt habe. Außerdem weiß ich, woran ich jetzt noch arbeiten."
Zitat Wu: "Ich kann mich nicht beschweren. Ich habe zweimal gegen China verloren, im Einzel und im Doppel, und habe mein Bestes gegeben. Verglichen mit meiner Form und meinem Gesundheitszustand in den Monaten nach Olympia war das hier ganz okay. Ich bin ganz zufrieden, auch wenn ich natürlich gerne eine Runde mehr gespielt hätte im Einzel und Doppel. Ein Spiel wie heute macht man gegen China lieber in einem Halbfinale als in den Runden zuvor.
Die Chinesinnen sind bei Weltmeisterschaften besonders stark. Sie spielen hier oder bei Olympia anders als zum Beispiel bei World-Tour-Turnieren. Das ist noch einmal ein großer Unterschied. Bei einem normalen Turnier kannst du vielleicht ein paar Punkte klauen. Hier spielen sie mit voller Kraft und nehmen jeden Ball ernst."
Zitat Bundestrainerin Jie Schöpp über das Doppel: "Kristin und Dudu waren ganz locker und haben taktisch super gespielt. Die Lockerheit zeichnet sie aus, auch wenn sie gegen hohe Favoriten spielen. Den Chinesinnen hat man angemerkt, dass sie die beiden nicht so gut kennen. Sie haben in den ersten drei Sätzen nicht so gut platziert. Li Xiaoxia hat zwischendurch leichte Fehler gemacht, aber Guo Yue ist immer cool geblieben. Erst im vierten Satz haben sie dann unsere Schwächen angespielt und besser gesehen, wenn Kristin und Dudu nicht so gut gestanden haben."


Schöpp über die Lücke zwischen Deutschland und China: "China ist im Moment nicht unser Ziel. Ich will, dass unsere Damen zuerst in Europa die Besten sind. Wir müssen bodenständig arbeiten. Träume hat jeder, aber man muss realistisch bleiben. Ich arbeite gerne Schritt für Schritt und mache, was möglich ist. Tischtennis ist eine komplexe Sportart. Der Aufbau dauert Jahre. Die Voraussetzungen in China und Deutschland sind schon bei den Kindern anders. In China trainieren die Kleinen schon sechs Stunden am Tag, haben es in der Schule nicht so schwer oder besuchen sie überhaupt nicht. Unsere Kinder müssen sechs Stunden jeden Tag zur Schule gehen, bevor sie ans Training denken können. Da fängt es schon an, und dieser Vorsprung ist kaum aufzuholen. International spielen sie mit viel Selbstvertrauen, weil sie schon im eigenen Lager eine große Konkurrenz haben und sich dort durchsetzen mussten. Wer von ihnen internationale Einsätze bekommt, hat vorher zu Hause viele Erfolge gefeiert und spielt gerissener, eben weil es so schwer ist, in der eigenen Nation durchzukommen.
Außerdem haben die Chinesen die besten Voraussetzungen, was die Zahl der Betreuer wie Trainer oder die medizinische Versorgung betrifft. Wir in Deutschland geben uns viel Mühe und haben in Europa mit die besten Bedingungen. Für unsere Damen sind die Europameisterschaften super, super wichtig."

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