German Open 2010 - Anja Schuh: Aus dem Fitnessstudio in die Max-Schmeling-Halle PDF Drucken E-Mail

Berlin. Die Nachricht erreichte Anja Schuh (TTC Mülheim-Urmitz/Bahnhof) am Dienstag um 11.30 Uhr. Im Rahmen eines zweiwöchigen Schüler-Praktikums befand sich die 15-Jährige gerade im Fitnessstudio, als ihr Handy klingelte. „Mein Vater überbrachte mir die Mitteilung, dass ich mich innerhalb von nur zehn Minuten entscheiden müsste, ob ich bei den German Open in Berlin würde spielen wollen“, erzählt Schuh in der Max-Schmeling-Halle mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Die Entscheidung fiel dem C-Kader-Mitglied des Deutschen Tischtennis-Bundes nicht schwer. „Als ich dann meine Zusage gab und das Gespräch beendete, würde die Freude so richtig groß.“

Als jüngste DTTB-Spielerin startete Anja Schuh in der deutschen Hauptstadt. In der Damen-Konkurrenz wurden die beiden Qualifikationsspiele gegen Anastasia Voronova (Russland) und Carole Grundisch (Frankreich) zwar verloren, doch die Resultate interessierten Mädchen-Bundestrainerin Eva Jeler nur am Rande. „Ich bin mit der Vorstellung von Anja sehr zufrieden. Sie hat gegen zwei starke Gegnerinnen spielen müssen und sich dabei sehr teuer aus der Affäre gezogen.“

 

Anja zeigt Zähne

Der Start in Berlin diente vorrangig dazu, um wertvolle Erfahrungen für die nächsten Jahre zu sammeln. „Ich bin positiv beeindruckt, wie sich Anja aus der Affäre gezogen hat“, freute sich Jeler auch über die Art und Weise, wie sich die Nachwuchsspielerin aus dem Rheinland am Tisch präsentierte. „Sie jammert nicht rum, kämpft um jeden Ball und zeigt ihrer Gegnerin die Zähne.“
Dass beide Partien „nur“ in der Nebenhalle stattfanden, fand Anja Schuh „nicht weiter schlimm. An einem Qualifikationstag sind sowieso noch nicht so viele Zuschauer da – egal ob in der Haupt- oder zweiten Spielhalle.“ Gegen Anastasia Voronova sei durchaus mehr als die 1:4-Niederlage möglich gewesen, schließlich gingen drei Sätze in der Verlängerung an die Spielerin aus Russland. Auch gegen die stark aufspielende Carole Grundisch hielt Schuh lange Zeit gut mit. Obwohl kein Satzgewinn heraussprang, war die amtierende Mannschafts-Europameisterin der Schülerinnen zufrieden. „Ich habe die Partie lange Zeit ausgeglichen gestaltet. Am Ende fehlte leider jeweils ein kleines Stück.“

Bereits beim morgigen U21-Turnier will Anja Schuh ihren Aufwärtstrend aus den vergangenen Wochen und Monaten fortsetzen. Dann soll es auch endlich zum ersten Sieg in Berlin reichen, „bevor ich dann am Samstagabend wieder in Richtung Rheinland zurückfliegen werde.“

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Weiß in Berlin zu überzeugen: Anja Schuh
 

Marco Steinbrenner (www.tischtennis.de)