Guangzhou - Starke Konkurrenz bremst Timo Boll und Wu Jiauo aus PDF Drucken E-Mail
Für Timo Boll und Wu Jiaduo ist die Premiere des Volkswagen Cups bereits nach dem ersten Tag beendet. Die beiden deutschen Topspieler verloren am Nachmittag im chinesischen Guangzhou, dem Schauplatz der Mannschafts-WM vor zwei Jahren, ihre Viertelfinalbegegnungen gegen starke koreanische Konkurrenz mit 1:4.
Dabei gestaltete sich vor allem die Partie zwischen Timo Boll und Abwehrspieler Joo Se Hyuk wesentlich enger, als das deutliche Resultat vermuten lässt. Drei der fünf Sätze wurden erst in der Verlängerung entschieden, leider alle mit dem besseren Ende für den Weltranglisten-10. aus Korea, der so einen 0:1 Satzrückstand in eine 3:1 Führung drehen konnte. „Genau diese Vergleiche gegen die besten Spieler der Welt bringen mich weiter“, so der 29-jährige Boll. „Auch wenn es heute gegen Joo nicht ganz gereicht hat, der in den entscheidenden Phasen leider den einen Tick besser war. Ich weiß, woran ich bis zu den Mannschaftsweltmeisterschaften Ende Mai in Moskau noch zu arbeiten habe. Das Spiel hat mich meiner gewünschten WM-Form einen Schritt näher gebracht.“ Im Halbfinale des mit 250.000 Dollar und reichlich weltranglistenpunkten dotierten Einladungsturnieres trifft Joo morgen auf den Japaner Jun Mizutani, der Vladimir Samsonov mit 4:3 ausschaltete.

Auch für Europameisterin Wu Jiaudo endete das Turnier heute Nachmittag im Viertelfinale. Sie unterlag der Weltranglistenneunten, Kim Kyung Ah aus Korea, ebenfalls mit 1:4. Einzig Durchgang drei konnte die Nationalspielerin gegen die Doppelspezialistin aus Korea für sich entscheiden. „Es ist für mich eine Ehre, bei so einem Turnier überhaupt dabei zu sein“, so Wu Jiaduo. „Sicher hätte ich gerne die nächste Runde erreicht, aber um gegen Kim Kyung Ah zu bestehen, muss einfach schon vieles zusammen passen.“ Das war heute leider nicht der Fall. Aber ich werde aus der Partie meine Lehren ziehen.“

Mischung aus Sport und Show

Der Weltverband präsentiert mit dem Volkswagen Cup ein neues Turnierformat, welches auf die Mischung von Topsport und Show setzt. Beim Hauptturnier spielen die besten acht Herren und Damen der bereinigten Weltrangliste (höchstens jeweils ein Herr und eine Dame pro Nation) im K.-o.-System gegeneinander. Timo Boll ist hinter dem chinesischen Weltranglistenersten und German-Open-Sieger Ma Long an Position zwei gesetzt. Europameisterin Wu ist als aktuelle Nummer zwölf der Welt beim Volkswagen Cup die Fünfte der Setzliste und damit beste Europäerin. Titelfavoritin ist die Führende des Rankings, Liu Shiwen aus China. Neben einem Gesamtpreisgeld von 250.000 US-Dollar, wovon die Sieger jeweils 50.000, kassieren, geht es um wichtige Weltranglistenpunkte. In Guangzhou wird die zweithöchste Anzahl an Ranking- und Bonuspunkten vergeben.

Den Showteil, der zwischen die Viertelfinals, Halbfinals und Endspiele der Topstars eingestreut wird, bestreiten ehemalige Spitzendoppel. Teilnehmer bei diesen „Spectacular Pairs“ sind der zweifache Weltmeister Guo Yuehua und World-Cup-Sieger Chen Xinhua, die ihre Titel für China in den 1980er-Jahren gewannen. Japans Ikonen Koji Matsushita und Hiroshi Shibutani bilden das zweite asiatische Duo. Die übrigen drei kommen aus Europa: die Schweden Jörgen Persson und Ulf Carlsson, die belgischen Brüder Jean-Michel und Philippe Saive sowie die mit einem herausragenden Ballgefühl ausgestattete tschechisch-ungarische Damen-Kombination Renata Strbikova/Krisztina Toth. In einem weiteren Schaukampf geht es vor allem um Mode: die dreifache Europameisterin Bettine Vriesekoop aus den Niederlanden tritt im so genannten Fashion Challenge gegen Naomi Yotsumoto an, die bei nationalen Meisterschaften bereits mehrfach durch ungewöhnliche Spielkleidung auf sich aufmerksam gemacht hat.
 

Damen-Einzel, Viertelfinale
Liu Shiwen CHN – Liu Jia AUT 4:1 (6, -9, 9, 5, 9)
Wu Jiaduo GER – Kim Kyung Ah KOR 1:4 (-9, -8, 5, -6, -8)
Jiang Huajun HKG – Li Jiao NED 4:0 (6, 9, 5, 9)
Ai Fukuhara JPN – Feng Tianwei SIN 0:4 (-5, -9, -9, -8)

Halbfinale am Dienstag
Liu Shiwen CHN – Kim Kyung Ah Kor, 10 Uhr deutscher Zeit
Jiang Huajun HKG – Feng Tianwei SIN, 11.15 Uhr deutscher Zeit

Finale ab 12.30 Uhr

Herren-Einzel, Viertelfinale
Ma Long CHN – Werner Schlager AUT 4:0 (9, 6, 8, 5)
Cheung Yuk HKG - Michael Maze DEN 1:4 (-9, -9, 8, -5, -8)
Vladimir Samsonov BLR – Jun Mizutani JPN 3:4 (-8, 9, 6, 3, -3, -7, -6)
Timo Boll GER – Joo Se Hyuk KOR 1:4 (6, -13, -10, -10, -2)

Halbfinale am Dienstag
Ma Long CHN – Michal Maze DEN, 10 Uhr deutscher Zeit
Jun Mizutani JPN – Joo Se Hyuk KOR, 11,15 Uhr deutscher Zeit

Finale aber 13.15 Uhr

MO/SH (www.tischtennis.de)