Die SV Böblingen verabschiedet sich vom „Höfle“ und im Baden-Württemberg-Derby vom TV Busenbach PDF Drucken E-Mail

Der letzte große und gemeinsame Punktspieltag der Saison 2009/2010 steht bevor, und die Liga ist sich einig, dass nur selten eine Serie so ausgeglichen und interessant verlaufen ist wie diese. Titelverteidiger FSV Kroppach musste bis zum Ende ausharren, hofft aber, dass das Spiel gegen die DJK TuS Essen-Holsterhausen für die Meisterschaft nicht mehr von Wichtigkeit ist.  Verabschiedet wird neben dem TV Busenbach, der freiwillig in die 2. Liga zurückzieht, auch der TuS Bad Driburg. Manager Franz Josef Lingens ließ keine Zweifel darüber aufkommen, dass die Mannschaft in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielt. Über zwei Jahre Grundlage für so manches Fachgespräch war das Dreierspielsystem, von dem sich die 1. Liga wieder trennt. In der kommenden Saison wird wieder mit vier Spielerinnen agiert, neben Sieg und Niederlage hält auch das Unentschieden wieder Einzug.

 

 Sonntag, 14 Uhr: SV Böblingen – TV Busenbach

 

Frankfurt/Main. Für die SV Böblingen bedeutet das Spiel gegen den TV Busenbach in mehrfacher Hinsicht einen interessanten Ausklang. „Wir haben uns vorgenommen, besser als Platz fünf in der Tabelle zu sein. Dann müssten wir uns noch einen Platz nach vorn orientieren. Auch wenn uns das nicht glücken sollte, haben wir eine tolle Saison absolviert, die uns begeistert hat. Die vielen knappen, umkämpften Spiele haben der Liga gut getan, sogar Kroppach konnte den Weg nicht so deutlich gehen wie vermutet. Wir hoffen, dass das Vierersystem nur zu einem kurzen Intermezzo wird“, sagt SV-Trainer Volker Ziegler. Abschied nehme der Verein vom „Höfle“, denn bis zur kommenden Saison sei das neue Zentrum mit Stützpunkt und TT-Schule von Torben Wosik fertig gestellt. „Genießen werden wir die Partie gegen Busenbach. Das Baden-Württemberg-Derby, das immer hoch im Kurs bei den Zuschauern stand, wird es erst einmal nicht mehr geben. Mein Tipp ist 3:2. Für welche Seite wird sich zeigen. Ein Sieg für uns wäre perfekt, aber wir scheuen uns auch nicht unserem Gegner zu gratulieren“, meint Ziegler.

„Eigentlich ist das 3:2 ja unser Markenzeichen in dieser Saison, und wir wären im Doppel sofort dabei. Aber ich denke, dass nahezu jedes Ergebnis möglich ist“, berichtet TV-Geschäftsführerin Sabine Schlatterer. Über die sportliche Qualifikation der SV müsse nicht geredet werden. „Für mich war die Mannschaft von Anfang an Meisterschaftsfavorit, und sie wird scharf darauf sein, die Saison mit einem Sieg zu beenden. Ich freue mich, dass unser Abschied unter der Mitwirkung von Qianhong Gotsch stattfindet. Es ist hinlänglich bekannt, dass ich sie gern spielen sehe. Auch wir sehen dem Derby positiv entgegen“, sagt Schlatterer. Ein Abschluss der Busenbacher Mannschaft, die sich bis auf Jessica Göbel, neu orientiert, sei in Stuttgart bei einem mongolischen Essen vorgesehen.

 

Sonntag, 14 Uhr: FSV Kroppach – DJK TuS Essen-Holsterhausen

 

Die DJK TuS Essen-Holsterhausen präsentierte sich schon des Öfteren mit zwei Gesichtern. Einem positiven Ergebnis folgte eine nicht unbedingt erwartete Niederlage und umgekehrt. „Wir spielen durchaus gut, aber gut reicht für einen Spitzenplatz nicht“, sagt DJK-Manager Hans-Willi Frohn.

Das 3:0 in der Hinrunde für den FSV Kroppach spiegelte nicht den wahren Leistungsstand wider, denn Aya Umemura unterlag der Europameisterin Wu Jiaduo 12:14 im fünften Satz, und Elke Schall ebenso knapp mit 10:12 gegen Jia Jun. Aus diesem Grund wäre es den Gastgeberinnen nur Recht, wenn die Meisterschaft bereits beim TTSV Saarlouis-Fraulautern in trockenen Tüchern wäre. „Das ist ein harter Abschluss für uns. Wir wären durchaus erfreut, wenn es in diesem Spiel um nichts mehr gehen würde. Auf jeden Fall gibt Jia Jun ihre Abschiedsvorstellung“, blickt FSV-Teambetreuer Dennis Leicher voraus.

„Am vergangenen Wochenende fand Aya Umemura nicht ihre beste Form. Das war schade, weil „Lulu“ Barthel und Elke Schall wirklich super gespielt haben. Kroppach ist Favorit, aber wenn wir an einem Strang ziehen wird der Spielverlauf diesmal vielleicht enger“, glaubt Frohn.

 

Sonntag, 14 Uhr: BFV Hassia Bingen – TTSV Saarlouis-Fraulautern

 

Obwohl die BFV Hassia Bingen im Bundesland Rheinland-Pfalz und der TTSV Saarlouis-Fraulautern  im Saarland beheimatet sind, sprechen beide Vereinssprecher von einem Lokalderby. „Wir liegen nur rund 160 Kilometer auseinander und haben schon in der 2. Liga so manchen heißen Kampf ausgetragen. Wir freuen uns auf diesen Vergleich, und ein Sieg wie in der Hinrunde würde die Krönung unserer ersten Bundesligasaison bedeuten“, erklärt BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach. Mit Nanthana Komwong sei die BFV diesmal stärker besetzt als in Saarlouis. Das Resümee des Abteilungsleiter fiel bereits vorab positiv aus: „ Wir sind sehr zufrieden, den Aufwand habe ich allerdings unterschätzt. Die 1. Liga ist eine ganz andere Welt als die 2. Bundesliga. Ich habe aber auch neue Mitstreiter gewonnen. Unser Publikum ist einmalig. Sie haben uns in jedem Spiel voll unterstützt, und in den Medien haben wir sogar dem Fußball Konkurrenz gemacht. Dafür hat sich unser Einsatz gelohnt, und wir bereuen nichts.“.

„In der Tat haben wir gegen Bingen schon so manche „Schlacht“ geschlagen. Da es in diesem Vergleich um nichts mehr geht, kann jede Spielerin zeigen was sie drauf hat“, sagt TTSV-Manager Heinz Falk. Geplant sei einfach einer schöner Abschluss.

 

Sonntag, 14 Uhr: MTV Tostedt – Hannover 96

 

Der MTV Tostedt belegt mit 12:22 Punkten vor dem Spiel gegen Schlusslicht Hannover 96 den neunten Tabellenplatz und damit verfehlte die Mannschaft eindeutig das Saisonziel. Im Niedersachsenderby ist der Gastgeber Favorit und sollte sich mit einem Erfolg auf den achten Tabellenplatz verbessern können, da der TuS Bad Driburg bei 12:20 Zählern und einem eventuellen Sieg gegen 96 immer noch über das schlechtere Spielverhältnis verfügt. Bei Hannover wird noch einmal die junge Mannschaft mit Marta Golota, Laura Matzke und Rosalia Stähr zum Einsatz kommen. Beim 3:1 für den MTV im ersten Vergleich markierte Matzke den Ehrenpunkt gegen Nadine Bollmeier. „Unsere derzeitige Tabellensituation entspricht nicht unseren Vorstellungen und stellt eigentlich auch eine kleine Katastrophe dar. Beim näheren Betrachten der Ergebnisse sind allerdings auch Gründe zu finden warum das so ist. Dennoch wollen wir auf sportlicher Ebene zeigen, dass wir dazu gehören. Außerdem wollen wir nicht die zweite Mannschaft sein, die Hannover 96 Punkte gönnt“, sagt MTV-Manager Friedel Laudon.

 

 Sonntag, 14 Uhr: TuS Bad Driburg – 3B Berlin Tischtennis

 

Nach dem Rückzug des TV Busenbach dürfte der TuS Bad Driburg, auch als Tabellenneunter, in der Klasse verbleiben. Doch die Kurstädter wollen nicht mehr und möchten absteigen. Finanziell war der Klub nicht auf Rosen gebettet, so dass dieser Schritt notwendig wurde. „Wir müssten in den nächsten Tagen schon eine größere Summe erhalten, wenn sich an unserem Vorhaben noch etwas ändern soll. Wir haben in den letzten Wochen alles versucht und glauben nicht mehr daran. Ein sportlich vernünftiger Abschluss ist aber gegen 3B Berlin Tischtennis geplant, so dass auch Andrea Bakula in unserem vorerst letzten Heimspiel in der Bundesliga dabei sein soll.

Andrea Bakula hätte dann die Chance, sich gegenüber ihrem neuen Verein in der Saison 2010/11 mit einer guten Leistung zu präsentieren. Gewinnt der TuS auch diese Partie, dann würde sogar ein offizieller Nichtabstiegsplatz winken. Mit einem hauchdünnen 3:2 in der Hinrunde sorgten die Kurstädterinnen für eine Überraschung.

„Wir sind auch so von der Qualität von Andrea überzeugt, sonst hätten wir sie nicht verpflichtet. Sie darf sich diese Vorstellung ruhig aufheben, bis sie für uns aktiv ist. Nein, Spaß bei Seite. Natürlich würde es für uns einfacher werden, falls Andrea nicht zum Einsatz kommt, aber wir sind auch darauf vorbereitet. Wir werden uns den Anforderungen stellen und uns zu wehren wissen“, sagt 3B-Trainerin Tanja Hain-Hofmann. Der erste Saisonsieg im Einzel am vergangenen Spieltag habe Guo Pengpeng sicher gut getan. „Guo spielt wieder für mich. Bei mir ist eine kleine Besserung eingetreten. Ein gedrückter Nerv benötigt wahrscheinlich längere Zeit sich zu regenerieren. Ich mache im Training aber nur langsame Sachen, halte mich vor allem mit Lauftraining fit“, berichtet Hain-Hofmann.

  

 

Martina Emmert (www.tischtennis.de)