Dudu hat in Moskau richtig gutes Gefühl PDF Drucken E-Mail
Starke Leistungen bei der Mannschafts-WM in Moskau

Gute Nachrichten aus Moskau: Alle Akteure der Westerwälder Vereine sind bei der Mannschafts-WM im Tischtennis noch im Rennen um Medaillen und gute Platzierungen.

MOSKAU. Bei der Mannschafts-WM in Moskau sind alle Asse aus dem Westerwald noch im Rennen um die Medaillen. Jiaduo Wu vom FSV Kroppach und der künftige Grenzauer Spitzenspieler Robert Gardos (Österreich) stehen bereits sicher im Achtelfinale, das sein Vorgänger Patrick Baum mit den deutschen Herren sogar übersprungen hat.

Deutschlands Männer haben als ungeschlagener Gruppensieger schon das Viertelfinale erreicht. Im letzten Vorrundenspiel gegen Ungarn kam Baum erstmals zum Einsatz und löste seine Aufgabe im Auftakteinzel gegen Adam Pattantyus mit 3:0 (11:5, 13:11, 11:2) souverän. Den einzigen Punkt gab Bastian Steger (Frickenhausen) ab. „Um bei diesen Weltmeisterschaften erfolgreich zu sein, benötigen wir mehr als drei Spieler“, betonte Bundestrainer Richard Prause. „Beide werden sich für weitere Einsätze im Wettbewerb bereithalten.“

Zuvor hatte der Europameister das „Endspiel“ um Platz eins in der Gruppe gegen die starken Japaner knapp mit 3:2 gewonnen, obwohl der Weltranglistendritte Timo Boll gegen Spitzenspieler Jun Mizutani seine erste Niederlage in Moskau kassierte. Letztlich stellte Deutschland das ausgeglichenere Team, in dem auch Bolls Düsseldorfer Clubkollege Christian Süß und Belgien-Legionär Dimitrij Ovtcharov je einen Punkt beisteuerten.

„Auch wenn man selbst nicht geglänzt hat, ist es wichtig, dass wir als Mannschaft gewonnen haben“, meinte Boll. „Wir haben ein anständiges, aber kein überragendes Spiel gemacht, können uns also noch steigern.“ Als Gruppensieger hat sich Deutschland zunächst einen freien Tag erspielt. Außerdem geht das Prause-Team Topfavorit China im morgigen Viertelfinale, das erst nach den heutigen Achtelfinals zwischen den Zweiten und Dritten der vier Vorrundengruppen ausgelost wird, auf jeden Fall aus dem Weg. Die von der Kroppacherin Jiaduo Wu angeführten deutschen Frauen haben den zweiten Platz selbst bei einer Niederlage im heutigen letzten Gruppenspiel gegen Tschechien sicher und treffen damit im Achtelfinale auf ein drittplatziertes Team.

Nach drei Erfolgen konnte erst der Olympia-Zweite Singapur den Siegeszug von Dudu & Co. unterbrechen. Obwohl es gegen die Asiatinnen nicht zu einem Satzgewinn reichte, meinte Bundestrainer Jörg Bitzigeio: „Es war gut, dass wir uns einige Chancen erarbeiten konnten, auch wenn wir sie diesmal noch nicht genutzt haben.“ Sein Team habe an die guten Leistungen der Vortage angeknüpft. „Wir haben uns in eine gute Ausgangsposition gespielt“, bilanzierte der gebürtige Andernacher.

Nach den Erfolgen gegen die USA und auch Europameister Niederlande hatte seine Mannschaft Spanien 3:1 geschlagen. Einzel-Europameisterin Wu mit zwei Erfolgen und die künftige Kroppacherin Kristin Silbereisen brachten den Sieg unter Dach und Fach. Dudu kämpfte sich gegen Galia Dvorak nach einem 1:2-Satzrückstand noch zum Sieg und behielt auch in der vierten Partie gegen Shen Yanfei die Nerven. „Ich habe hier wieder das EM-Gefühl“, sagte die Goldmedaillengewinnerin von Stuttgart. „Ich denke nur an den nächsten Punkt, egal ob ich 0:4 hinten liege oder führe. Mein Kopf hat heute beide Spiele entschieden. Das war wichtig fürs Selbstvertrauen.“

Auch Grenzaus Lucjan Blaszczyk hat mit Polen noch alle Chancen aufs Achtelfinale. Der einzigen Niederlage gegen China standen drei Siege über Griechenland, Italien und Frankreich gegenüber, als es am Abend ins entscheidende letzte Gruppenspiel gegen Gastgeber Russland ging. Sicher weiter im Rennen ist Grenzaus künftige Nummer eins Robert Gardos. Er leistete sich mit Österreich nach der etwas überraschenden Niederlage gegen Portugal keinen Ausrutscher mehr und musste sich nur noch Hongkong geschlagen geben. Beim 1:3 holte Gardos gegen Li Ching den einzigen Punkt, nachdem er schon beim 3:0 gegen Singapur durch einen Sieg gegen Gao Ning überzeugt hatte. Auch für Krisztina Toth vom FSV Kroppach dürfte es mit Ungarn fürs Nahziel Achtelfinale reichen. Den dritten Platz wollen die Ungarinnen heute gegen die noch sieglosen Französinnen perfekt machen.René Adler


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Die Kroppacherin Wu Jiaduo sagt selbst, dass sie schon jetzt wieder das „EM-Gefühl“ hat. Eiin gutes Zeichen, schließlich wurde sie damit in Stuttgart Europameisterin. Aktuell steht sie mit der Deutschen Nationalmannschaft im WM-Achtelfinale.  Foto: Vohl
 

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 27. Mai 2010, Seite 11