Jugend EM: DTTB-Mädchen greifen am Dienstag nach Gold PDF Drucken E-Mail
Istanbul. Nur noch ein Sieg fehlt der deutschen Mädchen-Nationalmannschaft, um bei den 53. Jugend-Europameisterschaften in Istanbul die so ersehnte Goldmedaille zu gewinnen. Sabine Winter, Kathrin Mühlbach, Anna Krieghoff und Anja Schuh haben sich durch einen 3:1-Halbfinalerfolg gegen Frankreich für das Endspiel am morgigen Dienstag um 15.30 Uhr gegen Rumänien qualifiziert. Dementsprechend groß war die Freude, als Winter den dritten Punkt mit einem 3:1-Sieg gegen Alice Abbat holte. „Das Spiel hat gezeigt, dass Frankreich der erwartet schwere Gegner war“, stellte Bundestrainerin Eva Jeler fest. „Wir haben gegen eine sehr gefährliche Mannschaft gewonnen. Deshalb bin ich natürlich mit der Leistung meiner Spielerinnen auch zufrieden.“ Allein schon mit dem Einzug in die Vorschlussrunde wurde die direkte Qualifikation für die Jugend-Weltmeisterschaften im Dezember in Bratislava erreicht.

Europe-Top 10-Gewinnerin Sabine Winter deklassierte gleich im Auftakteinzel Laura Gasnier mit 11:7, 11:4 und 11:8. Die 17-Jährige Deutsche unterstrich in dieser Begegnung eindrucksvoll, dass mit ihr auch in der Einzel-Konkurrenz zu rechnen ist. Eigentlich hatte Kathrin Mühlbach im Anschluss die Partie gegen Alice Abbat schon gewonnen, doch ein 10:8-Vorsprung im Entscheidungsdurchgang reichte dem Neuzugang des TSV Schwabhausen nicht, um die DTTB-Auswahl mit 2:0 in Front zu bringen. Mühlbach verlor die Begegnung noch äußerst unglücklich 10:12. „Ich habe es während des gesamten Spiels nicht geschafft, meine Nervosität abzulegen. Dabei gab es überhaupt keinen Grund, aufgeregt zu sein.“

Als einziges deutsches Mädchen bleibt Anna Krieghoff am Bosporus ohne Niederlage. Fünftes Spiel – fünfter Sieg. So lautet die ausgezeichnete Bilanz der Zweitligaspielerin aus Chemnitz. Gegen Anais Levegue sprang ein 3:1-Erfolg heraus, wobei Krieghoff im vierten Durchgang einen Satzball abwehren musste. „Insgesamt geht der Sieg sicherlich in Ordnung.“ Sabine Winter sorgte mit dem Sieg gegen Alice Abbat für den Schlusspunkt und stellte fest, „dass ich in den entscheidenden Phasen cool geblieben und den Sieg nach Hause gebracht habe“.

Doch nun will das DTTB-Quartett mehr. „Unser vorrangiges Ziel, eine Medaille zu gewinnen, haben wir erreicht“, gab Winter Preis. „Doch damit geben wir uns natürlich nicht zufrieden. Wir stehen im Endspiel und das soll natürlich auch gewonnen werden.“ Allerdings wissen die Jeler-Schützlinge auch, dass Rumänien mit der Europaranglisten-Vierten Camelia Postoaca an der Spitze auf gar keinen Fall unterschätzt werden darf. Bestes Beispiel ist der 3:2-Halbfinalsieg gegen die an Position zwei gesetzte Mannschaft aus Ungarn. „Das Endspiel ist immer ein offenes Spiel“, spricht Eva Jeler aus jahrzehntelanger Erfahrung. Wie sich die deutschen Mädchen jedoch bislang in Istanbul präsentiert haben, von den bisherigen 18 Einzeln wurden nur drei Partien verloren, spricht einiges für einen erneuten EM-Titel. Der letzte Triumph liegt übrigens sieben Jahre zurück. In Novi Sad holten sich Gaby Rohr, Meike Rohr, Katharina Schneider, Kristin Silbereisen und Jessica Wirdemann Gold.

Mädchen
Finale (Dienstag, 15.30 Uhr)
Deutschland - Rumänien

Halbfinale
Deutschland - Frankreich 3:1
Sabine Winter - Laura Gasnier 3:0 (7, 4, 8)
Kathrin Mühlbach - Alice Abbat 2:3 (-17, 6, -6, 9, -10)
Anna Krieghoff - Anais Leveque 3:1 (-8, 6, 5, 11)
Sabine Winter - Alice Abbat 3:1 (8, -5, 12, 10)
Deutschland hat damit das Finale am Dienstag um 15.30 Uhr erreicht.

Rumänien - Ungarn 3:2

Viertelfinale
Deutschland - Serbien 3:0
Sabine Winter- Aliz Durcik 3:0 (9, 10, 6)
Kathrin Mühlbach - Andrea Todorovic 3:0 (8, 5, 8)
Anna Krieghoff - Dijana Holok 3:0 (4, 8, 9)

Slowakei - Frankreich 2:3
Polen - Rumänien 1:3
Russland - Ungarn 1:3 
 
Aus Istanbul berichtet Marco Steinbrenner (www.tischtennis.de)