Schwarzes Wochenende für den TTSV Saarlouis-Fraulautern PDF Drucken E-Mail

Der FSV Kroppach wird auch in der zweiten Partie an diesem Wochenende mit einem 6:0 beim MTV Tostedt seiner Favoritenrolle gerecht. Die SV Böblingen siegte gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern und heftet sich punktgleich an die Fersen des Tabellendritten BFV Hassia Bingen. Die Saarländerinnen rutschten nach 0:4 Punkten erst einmal ins Mittelfeld ab. Eine gute Moral ließ der ersatzgeschwächte TTK Anröchte beim ttc berlin eastside erkennen. Der Gastgeber eroberte sich mit dem 6:1 und insgesamt 6:0 Punkten den zweiten Rang zurück.

 

MTV Tostedt – FSV Kroppach 0:6

 

Um ein Team wie den Deutschen Meister FSV Kroppach unter Druck zu setzen, benötigt der Gegner auch einen Punkt im Doppel. Diese Chance wurde dem MTV Tostedt gleich verwehrt, obwohl sich Nadine Bollmeier/Svenja Obst beim 9:11, 14:16 und 13:15 gegen Shan Xiao Na und Krisztina Toth teuer verkauften. Im zweiten Durchgang verfügten die Niedersachsen nach einem 2:7 beim 10:9 über einen Satzball, und im dritten Satz lautete der Zwischenstand sogar 10:7 zu ihren Gunsten.

Im ersten Einzel fing Han Ying mit einem 7:4 und 10:8 gegen Wu Jiaduo gut an, sie wusste den Vorsprung aber nicht zum Satzgewinn zu nutzen. Mit 12:10 hatte die Kroppacherin die Nase vorn. Nach einem 6:11 geriet bei Han Ying dann ein 10:7 im dritten Abschnitt zum 11:7 nicht mehr außer Kontrolle. Zu mehr als einem kurzen Aufflackern reichte es jedoch nicht, denn zum 9:2 zog Dudu im vierten Satz auf und davon. Mit einem 11:4 markierte die ehemalige Europameisterin das 3:0. Einen ähnlichen Verlauf nahm das Spiel zwischen Irene Ivancan und Shan Xiao Na. Hier egalisierte die Nummer zwei des MTV allerdings ein 4:7 zum 8:8, ehe Shan mit einem hauchdünnen 12:10 das bessere Ende für sich in Anspruch nahm. Sie bestimmte in den Sätzen zwei und drei dann auch das Geschehen am Tisch.

Im unteren Paarkreuz blieb Nadine Bollmeier und Svenja Obst nichts anderes übrig, als Krisztina Toth und Kristin Silbereisen zu gratulieren, die den deutlichen Sieg unter Dach und Fach brachten. Damit festige der FSV seine Spitzenposition erwartungsgemäß in der Tabelle.

„Ich gratuliere Kroppach, der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet. Aber wir haben sechs Sätze in der Verlängerung verloren, so dass zwei, drei Gegenpunkte dem Spielverlauf entsprochen hätten. Zu bemerken ist natürlich, dass Han Ying inzwischen in der Liga bekannt ist, und die Strategen ein Spielsystem entwickelt haben, wie man gegen sie bestehen kann. Ihre Kontrahentinnen sind eindeutig klüger geworden. Im Gegensatz zum letzten Spieltag hatten wir aber keinen Ausfall zu verzeichnen, alle haben sich sehr, sehr gut aus der Affäre gezogen. Unsere Nummer vier Svenja Obst ist auf jeden Fall in der Liga angekommen, denn sie leistete beim 4:11, 10:12 und 11:13 gegen die Deutsche Meisterin erheblichen Widerstand“, berichtete MTV-Teamchef Friedel Laudon.

„Unserer Mannschaft gilt ein dickes Lob. Obwohl der MTV nicht schlecht spielte, ist uns ein glattes Resultat gelungen, und der Sieg war auch in dieser Deutlichkeit verdient. Unser Niveau war perfekt und hoch. Auch wenn die Niedersachsen dicht vor einem Satzgewinn standen, so traf dies nicht auf das Spiel zu, denn es gab kein einziges Fünf-Satz-Match“, entgegnete FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.

 
 

SV Böblingen – TTSV Saarlouis-Fraulautern 6:3

 

Die ersten vier Spiele zwischen der SV Böblingen und dem TTSV Saarlouis-Fraulautern verstrichen ohne spektakuläre Ergebnisse. Hüben wie drüben wurden die erwarteten Punkte eingeladen. Maßgeblich daran beteiligt waren die jeweiligen Spitzenspielerinnen Qianhong Gotsch und Li Fen, die im Doppel und im Einzel jeweils deutlich mit 3:0 siegten. Maria Fazekas hielt gegen Hongi die ersten beiden Sätze gut mit, führte sogar 7:4 und im zweiten 8:4, aber kein Rückstand ist der Böblinger-Abwehrspezialsitin zu hoch, um ihn aufzuarbeiten.

Im unteren Paarkreuz setzte sich der abwechselnde Reigen fort. Xu Yanhua, die sich in glänzender Form befindet, behauptete sich gegen Laura Matzke mit 3:1. Im Dreiersystem der Saison 2009/10 kam Xu mit einer 2:9-Bilanz des Öfteren unter die Räder. Inzwischen tankte die 43-Jährige neues Selbstvertrauen und stockte mit diesem Sieg ihr Konto auf 4:2 auf. Petrissa Solja sorgte für den Ausgleich mit einem 11:9, 11:9 und 11:9 gegen Fulya Özler, so dass die Spannung vor den direkten Duellen stieg.

Besser aufgelegt zeigte sich das Gastgeberduo mit Gotsch und Nicole Struse. Mit einem 11:6, 11:7 und 11:4 verpasste die vielfache Deutsche Meisterin Fazekas eine empfindliche Niederlage. Nach den ausgezeichneten Leistungen der Ungarin in den Partien zuvor, eine aus Sicht der Saarländerinnen eher enttäuschende Vorstellung. Den 5:3-Durchbruch erspielte Gotsch nach einem 9:11 noch mit 3:1 gegen Li Fen. Nur mit Mühe erholten sich die Gäste von dem Doppelschlag. Petrissa Solja lag gegen Xu mit 9:11, 6:11 und 1:5 sowie 5:8 hinten, doch mit einer großen Energieleistung punktete sie zum 11:9. Auch im vierten Satz stand sie beim 1:6 schnell mit dem Rücken zur Wand. Diesmal ließ sich die Nummer vier der SV den Satz nicht mehr klauen, sie markierte mit einem 11:6 den Siegpunkt. Dass sich Laura Matzke auf dem Weg zum Erfolg gegen Fulya Özler befand, spielte keine Rolle mehr. „Endlich haben wir Saarlouis-Fraulautern auch einmal geknackt. Die gut 200 Fans sahen eine hervorragend aufgelegte Nicole, die nach ihrer letzten Niederlage gegen Fazekas diesmal einen wichtigen Punkt einfuhr. Phänomenal spielt derzeit Yanhua, die so schnell auf den Beinen ist und unglaublich druckvoll agiert. Sie hatte eindeutig auch das richtige Konzept gegen Petrissa Solja parat“, sagte SV-Trainer Volker Ziegler. Aber nicht nur mit dem Ende, sondern auch mit der Anfangsphase zeigte sich Ziegler zufrieden, denn nach einem 1:5 im Doppel von Gotsch/Rosalia Stähr seien sie souverän zum 11:6, 11:5 und 11:2 marschiert. „Fulya hat einen Schuss nach vorn gemacht, aber ihr fehlt im Aufschlag-Rückschlag-Bereich noch die Konstanz“, analysierte der Trainer.

Eine Parallele zum Freitagspiel sah TTSV-Manager Heinz Falk: „Li Fen erwischte einen nicht ganz so starken Tag und unterlag im Spitzenspiel gegen Gotsch. In den Folgepartien von Maria und Petrissa hatten wir uns sicher auch etwas ausgemalt. Nicole Struse präsentierte sich aber viel motivierter und mit einem ganz anderen Drive als in der zurückliegenden Saison. Natürlich sind wir enttäuscht, das war wirklich nicht unser Wochenende. Doch wir haben gegen die Spitzenklubs der Liga gespielt, wir werden uns wieder erholen.“

 

ttc berlin eastside – TTK Anröchte 6:1

 

Der TTK Anröchte verzichtete beim ttc berlin eastside auf seine Nummer eins An Konishi. Die Japanerin wurde für ein Turnier in ihrer Heimat freigestellt. Als Ersatz kam Katja Schmidt zum Einsatz. Die Gegenseite gönnte dafür Petra Lovas eine Auszeit.  Der Aufsteiger bewies eine gute Moral und ließ nichts unversucht. In den Doppeln gab es für den Verein aus dem Soester Kreis noch nichts zu holen, aber die Kroatin Xue Han Vukelja drängte Georgina Pota im Einzel in den fünften Satz. Diesen gestaltete sie noch bis zum 5:6 offen, doch dann glückte ihr kein weiterer Punkt mehr. Aimai Wang war von Anfang an die große Außenseiterin gegen die Nummer eins des ttc Song Ah Sim. Im dritten Satz stand sie beim 13:15 durchaus vor einem Satzgewinn.

Im Schongang erspielte dann Andrea Bakula das 5:0 gegen Schmidt. Dafür freute sich im Gegenzug die Niederländerin Linda Creemers über ihren ersten Sieg in der Bundesliga gegen Tanja Hofmann mit 12:10, 11:9 und 11:5. Die Entscheidung wurde also vertagt.

Song Ah Sim benötigte vor immerhin knapp 160 Zuschauern den ersten Satz gegen Vukelja zum Warm werden. Danach spulte sie ihre Leistung nahezu fehlerfrei zum 11:5, 11:5 und 11:4 ab, so dass es bei dem Ehrenpunkt blieb.

„Wir haben ordentlich gespielt, und ich ärgere mich schon ein bisschen, dass ich An Konishi nicht gebracht habe. Im Doppel bestand die Problematik darin, dass Katja Linkshänderin ist. Was sonst oft als Vorteil gesehen wird, konnten wir nicht für uns in Anspruch nehmen. Linda zeigte sich wesentlich verbessert, und der Sieg gibt ihr hoffentlich mehr Selbstvertrauen. Xue Han wartet mit super Bällen auf, aber ich würde mir wünschen, dass sie mal einen fünften Satz gewinnt. Wahrscheinlich macht sich die mangelnde Spielpraxis in den entscheidenden Momenten bemerkbar“, fiel das Fazit von TTK-Manager Manfred Vogel gar nicht so negativ aus.

 "Wenn ich den ersten Abschnitt nach einem 10:8 durchbringe, läuft mein Einzel gegen Creemers vielleicht anders. In den Folgesätzen sind mir auch leichte Fehler unterlaufen. Das Spiel über dem Tisch gehörte zur Stärke der Niederländerin, die insgesamt eine gute Leistung zeigte", räumte ttc-Managerin Tanja Hofmann ein.

 
Martina Emmert (www.tischtennis.de)