"Neuer Saisonrekord in Böblingen" SV Böblingen - FSV Kroppach 1:6 PDF Drucken E-Mail

Neuer Saisonrekord in Böblingen

 Mit einer beeindruckenden Kulisse von 525 Fans begrüßt die SV Böblingen den amtierenden Deutschen Meister FSV Kroppach in der neuen Arena. Nach einer schwachen Auftaktphase übernahmen die Gäste jedoch schnell die Regie, verteidigten mit einem überzeugenden 6:1 die Tabellenführung und die schneeweiße Weste von nunmehr 12:0 Punkten.

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Shan Xiao Na vom FV Kroppach gibt in Böblingen eine Galavorstellung

SV Böblingen – FSV Kroppach 1:6


Böblingen. Der FSV Kroppach startete mit zwei Doppelsiegen im Spitzenspiel bei der SV Böblingen nach Maß. Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen drehten nach einem 0:2-Rückstand gegen die ehemaligen Kroppacherinnen Nicole Struse/Xu Yanhua den Spieß zu einem 11:7, 11:9 und 11:8 um. Qianhong Gotsch/Rosalia Stähr unterlagen glatt 0:3 gegen Shan Xiao Na/Krisztina Toth. Damit wurde dem Gastgeber frühzeitig der Wind aus den Segeln genommen, der von einer großen Fangemeinde nach vorne gepuscht werden sollte. Beim ersten Auftreten von Gotsch kam dann auch entsprechend positive Stimmung auf, denn im Duell der ehemaligen Europameisterinnen gegen Wu Jiaduo siegte das Böblinger Abwehrass mit 11:5, 11:6, 11:6 deutlich. Ebenso wenige Chancen erhielt allerdings auch Struse, die Shan mit 0:3 unterlag.

Im unteren Paarkreuz setzte die SV Fulya Özler für Rosalia Stähr im Einzel ein, obwohl Stähr, noch im Trikot von Hannover 96, schon einmal gegen die Ungarin Toth über sich hinaus gewachsen war. Doch erst einmal schaffte es die 23-jährige Türkin nicht der Deutschen Meisterin Kristin Silbereisen beim 8:11, 5:11 und 6:11 ein Bein zu stellen. Am Nebentisch bestätigte Xu ihre gute Form indem sie über weite Strecken Toth die Stirn bot und sogar mit einem 11:8 in Führung ging. Ein 9:6 im zweiten Satz ließ sich die Böblingerin noch nehmen, denn zum 9:11 glückte ihr kein Punkt mehr. Im Folgesatz kam Xu nach einem 1:4 Schritt für Schritt näher und erkämpfte sich zum 10:8 zwei Satzbälle. Eine nervenstarke Toth hielt diesem Druck stand und punktete zum 14:12. Im vierten Abschnitt reichte der Ungarin ein 7:4, um sich letztendlich zu einem sicheren 11:7 und unerwartet deutlichen 5:1-Zwischenstand zu spielen.

Mit positiven Tendenzen begann der Klub aus dem Westerwald auch danach, denn sowohl Shan gegen Gotsch, als auch Wu Jiaduo gegen Struse gewannen den ersten Satz. Dudu erhöhte sogar auf 2:0, ehe die vielfache Deutsche Meisterin zum Gegenschlag ausholte und mit einem 11:4, 11:9 ausglich. Da sich inzwischen Shan auf der Verliererstraße befand, stieg die Spannung schlagartig. Wu Jiaduo sah dann im Entscheidungssatz nach einem 8:5 und 10:7 schon wie die sichere Siegerin aus, doch Struse schaffte wiederum den Gleichstand und wehrte auch den vierten und fünften Matchball ab. Die Strafe für so viele nicht genutzte Möglichkeiten folgte, denn Struse markierte ein 14:12. Dafür erholte sich Shan nach einem hauchdünnen 10:12, 9:11 mit einem ganz, ganz starken 13:11 gegen Gotsch. Aus einem 3:7 hatte die Böblingerin in gewohnter Manier ein 11:10 gemacht, doch die Nummer eins der Gäste steckte nicht auf. Auf einem hohen Level bewegte sich der fünfte Satz und diesmal glückte Shan das Kunststück aus einem 5:7 ein 11:7 zu machen. Die Freude nach zwei Niederlagen am Freitagabend gegen die DJK TuS Essen-Holsterhausen war doppelt groß, denn so kam der Misserfolg von Wu Jiaduo gegen Struse nicht mehr in die Wertung und das Ergebnis fiel mit 6:1 wahrhaft meisterlich aus.

„Wir haben den Anfang verschlafen und es nicht geschafft, unseren Gegner rechtzeitig unter Druck zu setzen. Nach der Pause haben wir ein Fest auf einem hohen Niveau erlebt. Ein echtes Spitzenspiel, das wir genossen haben. Hongi hatte ihren Matchball gegen Shan, als am Nebentisch der Jubel entbrannte, als Nicole ihren entscheidenden Ball gegen Wu Jiaduo verwandelte. Dadurch wurde sie gestört. Nicole verbuchte ihren Sieg noch während der regulären Spielzeit, auch wenn er nicht mehr zählte. Ich freue mich für sie. Doch letztendlich möchte ich keine einzelnen Bälle oder Leistungen kommentieren, wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, zog SV-Trainer Volker Ziegler ein Fazit.

„Eigentlich bin ich sprachlos und weiß nicht was ich sagen soll. Wir sind mit diesem Wochenende und natürlich ganz besonders mit dieser Partie rundum zufrieden. Wir schenken Shan uneingeschränktes Vertrauen und dafür hat sie sich mit ihrem heutigen Auftritt bedankt. Sie verlor nie ihre Linie und spielte auch in engen Phasen gut weiter. Der Schlüssel zum Erfolg war aber mit Sicherheit schon unser 2:0 in den Doppeln. Beim 0:2 und 2:4 nahm ich im dritten Satz eine Auszeit. Meine Ansprache und eine kleine taktische Änderung trugen dann auch entsprechende Früchte bei Dudu und Kristin. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, die ihre starke Vorstellung gegen Tostedt erneut abrief. Die Kulisse und Zuschaueratmosphäre hier war natürlich toll, vor allem total fair“, analysierte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.   

  
Martina Emmert (www.tischtennis.de)
 
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 31. Oktober 2010 um 19:26 Uhr