Volkswagen 2010 Cup - Miss Ballonabwehr besiegt China-Schreck PDF Drucken E-Mail
Braunschweig. „Das war ein echtes Vorweihnachtsgeschenk“, freute sich Krisztina Toth. Sie hat es tatsächlich geschafft. Bewusst hatte sie sich bei der gestrigen „Auslosung“ Feng Tianwei ausgesucht. Die von fünf bis acht gesetzten Spielerinnen hatten die Wahl bei den Akteurinnen der Plätze eins bis vier der Setzliste. Kaum jemand wäre freiwillig gegen die Singapurerin angetreten, gegen die Nummer drei der Weltrangliste, den China-Schreck. Die 24-jährige Feng ist beim Volkswagen 2010 Cup an Position eins gesetzt, hatte im Mai bei der Mannschafts-WM in Moskau ihr Team zum Sensationserfolg über China im Finale geführt.
 
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Jubelnde Miss Ballonabwehr
  
Doch mit der Ungarin Toth hatte sie sich zuvor bereits häufig knappe Matches geliefert. Toth, Bundesligateamkollegin von Wu Jiaduo beim FSV Kroppach, gilt als Miss Ballonabwehr, eine kreative Spielerin mit gutem Ballgefühl und viel Spielübersicht. Diese Mischung bekam Feng zu spüren. Nach einem 0:2-Satzrückstand ging Toth mit 3:2 in Führung. Durchgang sieben verlief zunächst ausgeglichen, dann konnte sich Feng absetzen, hatte drei Matchbälle beim Stand von 7:10. „In der Situation habe ich nicht mehr geglaubt , dass ich noch gewinnen könnte“, bekannte die sechsfache Europameisterin. „Ich wollte den Zuschauern mit ein bisschen Ballonabwehr noch ein sehenswertes Spielende liefern.“

  

Dieses Ende bot sie auch, hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass sie das Match zu ihren Gunsten würde drehen können. Fengs drei Matchbälle wehrte sie ab und sank nach ihrem 12:10-Sieg etwas ungläubig, aber glücklich auf die Knie. Erklären konnte sie ihren Erfolg auch eine Viertelstunde später nicht. „So ist das manchmal im Tischtennis. Das ist eigentlich nicht ganz fair. Feng Tianwei hat auch bei 10:7 spielerisch alles richtig gemacht, hat meine Ballonabwehrbälle früh genommen und mir so wenig Zeit gelassen, aber ich habe einfach alles getroffen“, so Toth. "Man kann es manchmal nicht erklären." Die 36-jährige WM-Dritte im Doppel von 1995 trifft morgen im Halbfinale gegen 19.30 Uhr (abhängig von der Dauer der Spiele zuvor) auf Li Xiaoxia aus China. Die Zuschauer in der Volkswagen Halle wird sie wohl auch dann hinter sich haben. „Ich freue mich sehr darüber, wie gut ich hier unterstützt wurde. Ich spiele immer besser, wenn ich angefeuert werde. Das Publikum hat mir sehr geholfen.“ Eintrittskarten für den Mittwoch gibt es an der Abendkasse der Volkswagen Halle (Europaplatz 1, Braunschweig). Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt in Begleitung eines Erwachsenen.
  
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Toth freut sich über ihren Viertelfinal-Coup (Fotos: MS)
 
Krisztina Toth freut sich auch über die Weltranglistenpunkte, die sie durch ihren Sieg im Januar-Ranking sammeln wird. „Wir Sportler haben jetzt schon die Olympischen Spiele 2012 im Blick. Jeder versucht, durch eine gute Weltranglistenposition die Direktqualifikation für London zu schaffen“, erklärte sie. Auf dem Weg dorthin half ihr in Braunschweig auch die Doppelbelastung: Hauptturnier und Start bei den spektakulären Duos. „Ich bin normalerweise sehr nervös vor einem solchen Spiel. Aber durch unseren Auftritt bei den ‚Spectacular Pairs‘ blieb mir für Nervosität keine Zeit. Ich war sehr locker.“ Gecoacht wurde sie übrigens von ihrer Duett-Partnerin, Renata Strbikova. Eine gute Wahl. „Sie ist sehr kreativ, kann gut ein Spiel lesen und hat mir gute Tipps gegeben. Heute hat alles perfekt gepasst.“
 
SH (www.tischtennis.de)