Der FSV Kroppach auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft PDF Drucken E-Mail

Der letzte Spieltag in der 1. Bundesliga der Damen im Jahr 2010, bringt erst die Entscheidung im Kampf um die Herbstmeisterschaft. Spitzenreiter und Titelverteidiger FSV Kroppach befindet sich bei drei Punkten Vorsprung aber schon dicht vor dem Ziel. Im Gipfeltreffen beim ttc berlin eastside lässt der Gastgeber nach dem Ausrutscher beim MTV Tostedt eine Trotzreaktion erkennen und wirft noch einmal alles nach vorn. Der BFV Hassia Bingen spielt noch zweimal auswärts, gegen die Schlusslichter DJK TuS Essen-Holsterhausen und TTK Anröchte. Bei 4:0 Punkten und einer Niederlage der Berlinerinnen gegen den FSV winkt den Bingerinnen sogar noch der zweite Tabellenplatz. Nicht weniger Spannung verspricht das Duell der SV Böblingen gegen den MTV Tostedt.


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Schüttelt der FSV Kroppach als Trumpfass Sun Bei Bei aus dem Ärmel?
 

 Freitag, 19.30 Uhr: FSV Kroppach – TTK Anröchte

 

Frankfurt/Main. Der FSV Kroppach besitzt also wieder einmal die besten Karten, sich mit der Herbstmeisterschaft zu schmücken. Obwohl sich der Tabellenführer bei 12:0 Punkten noch keine Panne leistete, will der Gastgeber der Partie gegen den Neunten der Tabelle, den TTK Anröchte nicht weniger Aufmerksamkeit schenken. Vorab kommentierte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher die Umstellung des Spielsystems von drei auf vier Spielerinnen: „In der zurückliegenden Saison herrschte zur Halbzeit noch viel Spannung, weil vier Teams nahezu identisch an Spitze lagen. Auch auf unserem Konto befanden sich schon vier Minuspunkte. Diesmal verfügen wir bereits über drei Zähler Vorsprung.“ Hört sich also nach wie vor für ein eindeutiges Votum zu Gunsten des Dreiersystems an.

Den aktuellen Leistungsstand des Aufsteigers aus Anröchte vermochte der Teambetreuer der Kroppacherinnen nicht so richtig einzuordnen. „Ich kenne An Konishi zwar von früher, als sie beim TuS Bad Driburg spielte, aber inzwischen sind ein paar Jahre vergangen. Ihre Bilanz spricht nicht gerade für sie“, sagt Leicher. Gleich im ersten Einzel kommt es zum Duell zwischen zwei Penholder-Spielerinnen Shan Xiao Na und Xue Han Vukelja. „Die Kroatin wird uns mit ihrem System also nicht überraschen, dennoch werden wir der Partie insgesamt den nötigen Respekt entgegen bringen und die Konzentration hoch halten“, berichtet Leicher.

Die Bilanzen im unteren Paarkreuz sprechen eindeutig für den Gastgeber aus dem Westerwald, denn weder Kristin Silbereisen noch Krisztina Toth verloren in den sechs Begegnungen der Saison ein Einzel. „Für die Nummer vier des TTK Linda Creemers ist der Druck nach dem Sieg bei der Europameisterschaft mit der Mannschaft wahrscheinlich bisher zu groß. Auch der Sprung im Niveau von der 2. zur 1. Liga ist enorm. Deshalb stehen wir diesen Spielen natürlich auch positiv gegenüber. Dennoch erwarten wir alles andere als einen Selbstläufer. Vielleicht ist es für Anröchte der richtige Zeitpunkt, keiner verlangt etwas von ihnen, aufzuwachen. Wenn sie bei uns punkten würden, wären sie die Helden“, meint der Teambetreuer.

Für TTK-Manager Manfred Vogel ist die Hinrunde bereits gelaufen, denn er schert auch die Partie am Sonntag gegen den BFV Hassia Bingen über einen Kamm: „Wir sind absoluter Außenseiter in beiden Partien. Allerdings wollen wir die erste Saisonhälfte anständig zu Ende bringen. Danach werden wir uns zusammensetzten, Fraktur reden  und nachdenken, was wir verbessern müssen. Wir haben dann fünf Heimspiele. Uns fehlt ein Ausreißergebnis nach oben, wie es der TSV Schwabhausen gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern und der  MTV Tostedt gegen den ttc berlin eastside geschafft hat.“


Sonntag 14 Uhr: ttc berlin eastside – FSV Kroppach


Hochspannung eilt dem Gipfeltreffen zwischen dem großen Herausforderer ttc berlin eastside und dem dreifachen Titelgewinner in Folge, dem FSV Kroppach voraus, selbst wenn die Herbstmeisterschaft zu diesem Zeitpunkt schon in trockenen Tüchern sein sollte. Manövrierten sich die Gäste bislang gekonnt durch die eine oder andere brenzlige Situation, platzierten der TTSV Saarlouis-Fraulautern mit dem 5:5 und der MTV Tostedt mit dem 6:4 den Bundeshauptstädterinnen schon dicke Steine auf dem Weg zur Meisterschaft.

Diese drei Minuspunkte liegen der Mannschaft wie ein Kloß im Magen, aber die Truppe ergreift die Flucht nach vorn. „Wir haben uns selbst in diese Bedrullje gebracht, in Tostedt lief einfach nichts zusammen. Doch das ist passiert und wir wissen,  dass wir nun fehlerfrei spielen müssen. Wir schauen nach vorn, getreu der Devise – und jetzt erst Recht. Wir gehen allerdings davon aus, dass Kroppach mit Sun Bei Bei kommt, da wir gegen Shan Xia Na und Wu Jiaduo oben nicht so schlecht aussehen würden. Das untere Paarkreuz ist für uns viel gefährlicher. Doch noch ist nicht Hopfen und Malz verloren und auch der FSV kann noch stolpern“, lässt ttc-Manager Tanja Hofmann keine Torschlusspanik erkennen.
 
Der FSV Kroppach reist bereits am Sonnabend zusammen mit einer Fangemeinde von rund 30 Personen nach Berlin, um sich in Ruhe auf das Gipfeltreffen einzustimmen. „Die Voraussetzung für uns ist gut, und wir wollen die Chance ergreifen den Vorsprung auszubauen. Ich würde den Spielerinnen gern ersparen in der Rückrunde noch härter zu arbeiten, ihnen eher etwas Ruhe verschaffen. Wir kalkulieren ein ausgeglichenes und spannendes Spiel ein, bei dem die Tagesform entscheidet. Für Berlin ist die Drucksituation sicher größer als für uns, mal sehen, wie sie damit klar kommen“, sagt FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Er sehe eine gute Basis in den Doppeln. „Auch bei einem 2:0 würden wir wissen, dass wir noch lange nicht durch sind. Wir würden uns nicht von der Sicherheit verleiten lassen. Wu Jiaduo erhält Gelegenheit sich für die EM-Niederlage gegen Georgina Pota zu revanchieren. Punkte oben sind für uns wichtig, damit unser Paradepaarkreuz zweimal an die Reihe kommt“, kalkuliert Leicher. Dort sehe er allerdings auch eine stark verbesserte Andrea Bakula gegenüber der Zeit, als sie noch für den FSV aktiv gewesen sei. „Als ich Petra Lovas zuletzt gesehen habe, überzeugte sie mit Spielintelligenz und gutem Ballgefühl. Außerdem unterliegen die ungarischen Duelle, in diesem Fall gegen Krisztina Toth, immer ihren eigenen Gesetzen. Auch wenn es mal nicht klappen sollte, so konnten wir uns bislang immer auf die Mannschaft verlassen und letztendlich zählt nur der Titelgewinn am Ende der Saison und nicht das erste Etappenziel“, weiß der Teambetreuer.


Martina Emmert

 
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 09. Dezember 2010 um 09:15 Uhr