Der FSV Kroppach ist auf dem Weg zum Titel nicht zu stoppen PDF Drucken E-Mail

War das schon die Entscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft? Eine Vorentscheidung mindestens. Denn so, wie der FSV Kroppach beim 6:2 TTSV Saarlouis-Fraulautern durch die Halle fegte, das hatten dort die Fans - zumindest bis zum Pausentee - lange nicht erlebt. Außer dem Gegenpunkt gaben die Kroppacher bis zum 5:1 keinen einzigen Satz ab. Alle Spiele endeten 3:0.
Im zweiten Match des Spieltages wahrte der ttc berlin eastside beim 6:2 gegen BFV Hassia Bingen seine geringe Chance, dem FSV Kroppach als Zweiter noch gefährlich zu werden.

TTSV Saarlouis-Fraulautern - FSV Kroppach 2:6

Der TTSV Saarlouis-Fraulautern hatte gegen den wie entfesselt aufspielenden Meister keine Chance. War das Hinrundenspiel beim 6:4 für Kroppach noch eine Zitterpartie, so konnte an diesem Sonntag kaum jemand aus dem Gastgeberteam den Spitzenreiter ernsthaft fordern. Mit Ausnahme von Li Fen, die im ersten Einzel ausgerechnet Shan Xiao Na düpierte, die am Freitag beim 6:2 der Kroppacher gegen Böblingen noch von allen Beteiligten als "Weltklasse" bezeichnet wurde.

Doch Li Fen war der einzige Lichtblick vor 175 Fans. Bis zur Pause, beim 5:1-Zwischenstand für Kroppach, gaben die Gäste mit Ausnahme der genannten Partie keinen einzigen weiteren Satz ab. Und nur selten kamen die TTSV-Spielerinnen in den Bereich eines Satzgewinnens.

Nach dem Verschnaufen für Fans und Spielerinnen war es erneut Li Fen, die ihren Anhängern große Freude bereitete und mit einem starken Auftritt auch ihre zweite Partie im Spitzenpaarkreuz gewann. Diesmal hatte Wu Jiaduo das Nachsen und verlor chancenlos in drei Sätzen. Das war es dann aber endgültig für die Gastgeber. Kurze Zeit später hatte Shan dann  gegen Maria Fazekas an ihre guten Leistungen von Freitagabend angeknüpft und mit einem relativ glatten 3:1 zum 6:2-Endstand für den Deutschen Mannschaftsmeister gepunktet.

"Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich sagen soll", erklärte Kroppachs Trainer Dennis Leicher nach der Partie. Er habe in Kroppach schon viele Mannschaften betreut, auch viele starke Teams, aber eine solche Mannschaft noch nie. "Das ist ein geschlossenes Team, das ist einfach sensationell wie alle für- und miteinander kämpfen." Die Mischung sei aber auch ideal. "Auf der einen Seite mit Kristin Silbereisen und Shan zwei neue Gesichter, die noch richtig heiß auf ihren ersten Mannschaftstitel sind, auf der anderen Seite mit Dudu und Krzstina Toth zwei meisterschaftserfahrene Damen - das ist eine ideale Mischung." Selbstverständlich sei er vorsichtig, sich jetzt schon als Meister feiern zu lassen. Fest stehe aber auch, dass das Team mit diesem Sieg einen weiteren Schritt Richtung Titelverteidigung gemacht habe.

Heinz Falk, Manager des TTSV Saarlouis-Fraulautern, attestierte dem FSV Kroppach eine meisterhafte Leistung. "Da wir am Anfang kein Doppel gewonnen haben, wussten wir, dass es schwer werden würde, noch zu punkten." Kroppach verfüge schließlich über das stärkste hintere Paarkreuz der Liga, gegen das es fast aussichtslos sei, für jeden Gegner, zu punkten. "Bei den Doppeln haben wir uns ein wenig verpokert, das hätten wir gerne anders gesehen", sagte Falk. Es seien dann zwar einige knappe Sätzen dabei gewesen, doch leider ohne Erfolg für sein Team. "Loben muss ich Li Fen, die wieder einmal eine sehr starke Leistung gezeigt hat und beide Einzel gewann." Sein Team müsse sich jetzt darauf konzentrieren, schnell die abstiegsgefährdete Zone zu verlassen.  

ttc berlin eastside - Hassia Bingen 6:2

Das 5:1 zur Pause war in dem Duell der beiden "Verfolger" des FSV Kroppach mehr als eine Vorentscheidung zu Gunsten des Gastgebers. Der nahm sichtlich den Schwung aus dem 3:0 vom Freitagabend im ETTU-Pokal-Viertelfinale gegen Ströck mit in diese wichtige Bundesligapartie. Denn schon vor dem ersten Ballwechsel stand fest, dass wohl nur noch der Sieger eine minimale Chance darauf hat, dem FSCV Kroppach im Kampf um die Meisterschaft noch gefährlich zu werden.

Das 2:0 nach den Doppeln hätten nur Laura Robertson und Ding Yaping verhindern können. Doch sie konnten im fünften Satz zwei Matchbälle nicht nutzen und unterlagen 13:15. In den Einzeln bis zum Pausentee war es dann auch nur "Altmeisterin" Ding Yaping vorbehalten, für den Gegenpunkt zu sorgen. Sie schlug Georgina Pota in einem hochklassigen Match mit 3:2-Sätzen, nachdem Pota bereits mit 2:1-Sätzen geführt hatte. Mehr oder weniger chancenlos waren hingegen Zhenqi Barthel beim 1:3 gegen Song Ah Sim, Dana Hadacova beim 1:3 gegen Petra Lovas und Laura Robertson beim 0:3 gegen Andrea Bakula.

Nach der Pause kam es zu dem mit Spannung erwarteten Spitzenspiel der beiden Nummer-Eins-Akteure, Song und Ding. Am Ende mit dem besseren Ende für Ding, die damit allerdings nur noch eine Ergebniskorrektur erzielen konnte, denn die Partie am Nebentisch - zum sechsten Punkt für Berlin - war bereits beendet. Dort hatte Pota 3:0 gegen Barthel gewonnen.

Tanja Hofmann, Managerin der Berliner, zeigte sich voll des Lobes für die Leistung ihrer Mannschaft an diesem Wochenende. "Zuerst das 3:0 im ETTU-Pokal und jetzt das 6:2 im Verfolgerduell gegen Bingen, das kann sich sehen lassen." Speziell über die Doppeleröffnung freute sie sich. "Es ist bei der Aufstellung alles so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe, und wenn es Robertson und Ding Yaping nicht schaffen, ihre Matchbälle im letzten Satz zu nutzen, dann sind sie selbst schuld, das sie verlieren." Nach dem 5:1-Pausenergebnis sei sie mehr als zuversichtlich gewesen, dass die Partie zu Gunsten ihrer Mannschaft ausgehen würde. "Ding Yaping ist halt immer noch sehr stark, so dass da auch mal schnell beide Einzel gegen sie verloren gehen können."

 
Axel Emmert (www.tischtennis.de)

Anmerkung des FSV Kroppach: Liebe Martina Emmert, wir wünschen "Gute Besserung".