Das Spitzenduo FSV Kroppach und ttc berlin eastside steht vor schweren Heimspielen PDF Drucken E-Mail

Nach bislang zähem Verlauf in der Rückrunde startet die 1. Bundesliga der Damen zu einem ersten Großkampftag an dem alle neun Mannschaften beteiligt sind. Im Blickpunkt steht das Topspiel zwischen dem Titelverteidiger und Tabellenführer FSV Kroppach und dem Dritten BFV Hassia Bingen, die mit der Deutschen Meisterin Zhenqi Barthel antreten. Hierzu hat sich auch das Fernsehen des SWR angemeldet. Die zweite interessante Partie wird zwischen dem ttc berlin eastside und dem MTV Tostedt erwartet, denn die Gastgeberinnen wollen sich nach dem 4:6 in der Hinrunde rehabilitieren.

 

Freitag, 19.30 Uhr: FSV Kroppach – BFV Hassia Bingen

 

Frankfurt/Main. Gleich mehrere Faktoren sprechen für eine sehenswerte Partie in diesem Rheinland-Pfalz-Derby zwischen dem FSV Kroppach und der BFV Hassia Bingen. Zum einen die Tabellensituation, denn der Spitzenreiter erwartet den Tabellendritten, der die Chance auf die Vizemeisterschaft noch lange nicht begraben hat. Obwohl  in der Rückrunde schon die deutliche Niederlage in Berlin zu Buche steht, stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt.

Zum anderen treten die Gäste mit der frischgebackenen Deutschen Meisterin Zhenqi Barthel an, die gleich im ersten Einzel auf ihre Finalgegnerin Wu Jiaduo trifft. Ihren DM-Einzeltitel nicht zu verteidigen wusste die Kroppacherin Kristin Silbereisen, die dafür aber an der Seite von Barthel Silber im Doppel gewann. Diesmal kämpfen sie als Konkurrentinnen wieder gegeneinander.

Außerdem hat sich nach Aussagen von BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach das Fernsehen des Südwestrundfunks angemeldet. „Sie möchten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn neben der Deutschen Meisterin möchten sie auch den Deutschen Mannschaftsmeister unter die Lupe nehmen. Das ist für uns natürlich eine schöne Werbung“, sagt Lautebach

Die Gastgeberinnen führen die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an, aber von in Sicherheit wiegen will Kroppachs Teambetreuer Dennis Leicher nichts wissen: „Noch halten wir nichts in Händen und so lange wird die Spannung hoch gehalten.“ Die Frage nach dem bislang Positiven in der Saison, das für den Erfolg ausschlaggebend sei, beantwortete Leicher mit dem hervorragenden Teamgeist, der harten Arbeit für eine gute Leistung und, dass sich das Doppel Wu Jiaduo/Silbereisen verbessert und stabilisiert habe.

„Dudu war nach der Finalniederlage in Bamberg sicher enttäuscht, aber bei einem 1:4 kam der Erfolg für Barthel bestimmt nicht unverdient. Dudu wird zeigen wollen, dass sie auch gegen eine Deutsche Meisterin gewinnen kann, zumal auch für das 1:3 in der Hinrunde noch eine Revanche offen ist“, erklärt Leicher. Nach dem Verlauf in der ersten Saisonhälfte erwarte er eine enge Kiste. „Ich glaube aber schon, dass wir die Hassia Bingen zweimal besiegen können und einen weiteren Schritt Richtung Meisterschaft unternehmen“, sagt der Teambetreuer.

„Ich hatte gehofft, dass Zhenqi weit kommt. Der Titelgewinn bringt uns in den Medien natürlich auch ins Gespräch, was uns derzeit auch bei den Sponsorengesprächen für die neue Saison hilft. Das ändert aber nichts daran, dass Kroppach Favorit ist“, glaubt Lautebach. Die „0“ des FSV zu sprengen sei sicher nur Wunschdenken, er bleibe Realist. „Es kommt auch darauf an, wie Lulu den ganzen Rummel um sie verarbeitet und verkraftet hat. Ob sie wieder gegen Wu Jiaduo gewinnt, bleibt abzuwarten. Vielleicht platzt dafür der Knoten mal bei Ding Yaping gegen Dudu“, sagt der Abteilungsleiter. Die Mannschaft habe in der Hinserie den Tabellenführer an den Rand einer Niederlange gedrängt, wenn sich diese gute Leistung wiederholen ließe, sei das Ziel erfüllt. „Da wir mit Dana Hadacova auch eine tschechische Meisterin im Doppel und Drittplatzierte im Einzel aufbieten, und Laura Robertson bei der Deutschen Meisterschaft bis ins Achtelfinale kam, dürfen wir gespannt sein“, ergänzte Lautebach.


Sonntag, 14.30 Uhr: TTK Anröchte – FSV Kroppach


Guter Rat ist teuer beim Schlusslicht TTK Anröchte gegen den souveränen Tabellenführer FSV Kroppach. In der Hinrunde lieferte der Träger der roten Laterne gegen den Klub aus dem Westerwald wohl die beste Saisonleistung beim 2:6 ab, denn vier Partien gingen in den fünften Satz. Doch ohne Spitzenspielerin An Konishi sieht die Lage inzwischen anders aus, weil die derzeit beste Spielerin im Team Aimei Wang im oberen Paarkreuz antreten muss. Bei der Deutschen Meisterschaft scheiterte die fast 39-Jährige im Achtelfinale gegen die Kroppacherin Kristin Silbereisen. „Wir wollen Schadensbegrenzung betreiben und es besser machen als beim 0:6 zuletzt gegen Berlin. Auf den Ehrenpunkt zielen wir schon ab“, sagt TTK-Manager Manfred Vogel.  Der Manager beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Frage, ob im Falle eines Nichtabstiegs am grünen Tisch, diese Möglichkeit ausgeschöpft werden soll oder lieber nicht. „Ich bin mir einfach nicht im Klaren. Morgens bin ich dafür, nachmittags schon wieder dagegen. Aber in Kürze will ich zu einem Entschluss kommen“, meint Vogel.

„Wir haben vor, die gesamte Saison einhundert Prozent zu geben und gegen keinen Konkurrenten schon vorher einen Gang zurückzuschalten. Auch die Tatsache, dass uns auf Position vier eine Ersatzspielerin gegenüber steht, verleitet uns nicht zum Leichtsinn. Wenn alles schlecht läuft, kommt diese Position am Ende vielleicht gar nicht mehr an die Reihe. Wie das knappe Spiel in der Hinrunde gezeigt hat, können wir nur verlieren. Der TTK kann ganz locker agieren, weil niemand etwas von ihnen erwartet“, sagt FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.

 
Martina Emmert (mehr auf www.tischtennis.de)