Nicht nur der Frühling, sondern auch die Meisterschaft liegt für den FSV Kroppach in der Luft PDF Drucken E-Mail

Mit einem 6:3-Arbeitssieg gegen den MTV Tostedt bringt sich der FSV Kroppach in greifbare Nähe zum vierten Titelgewinn in Folge. Die Niedersachsen legten dem Tabellenprimus ein paar Hindernisse in den Weg und zogen sich damit wesentlich besser aus der Affäre als in der ersten Saisonhälfte. Bis zum 3:3 entwickelte sich die Begegnung spannend und offen.

FSV Kroppach – MTV Tostedt: 6:3

Kroppach. Der MTV Tostedt hat nach der 1:0-Führung  im Doppel von Irene Ivacan/Han Ying gegen Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen schon wesentlich mehr erreicht als in der Hinrunde. Im Oktober 2010 blieb den Niedersachsen bei nur einem Satzgewinn der Ehrenpunkt gegen den FSV Kroppach verwehrt. Die Deutschen Meisterinnen schafften damit auch ein Novum in der Rückserie, denn der Tabellenführer aus dem Westerwald gab in seinen vier Partien überhaupt noch kein Doppel verloren. So ganz von ungefähr kam diese Niederlage allerdings nicht, denn die Nummer eins der Kroppacherinnen Wu Jiaduo spielte noch am Donnerstag im chinesischen Guangzhou den Volkswagen 2011 Cup und das mit großem Erfolg. Der zweite Platz in diesem elitären Teilnehmerfeld bedeutete für Dudu eine herausragende Leistung. Der Jetlag verhinderte dann vor allem im Doppel die gewohnt gute Vorstellung. Shan Xiao Na/Krisztina Toth wahrten dafür ihre weiße Weste und erhöhten gegen Nadine Bollmeier/Svenja Obst ihre Bilanz auf 13:0.

Nicht nur der Frühling, sondern auch die Meisterschaft liegt für den FSV Kroppach in der Luft
Shan Xiao Na vom FSV Kroppach gibt Galavorstellung 

Die rund 135 Zuschauer erlebten dann eine überraschende erste Einzelrunde zum 3:3. Wu Jiaduo holte die letzten Reserven aus sich heraus, und die 33-Jährige führte im fünften Satz gegen Ivancan noch 9:8, doch am Ende siegte die Tostedter Abwehrspielerin mit 11:9. Eine hervorragende Leistung bot Shan Xiao Na, die mit einem 3:1 gegen Han Ying glänzte. Silbereisen drehte nach einem 7:11 gegen Obst auf und gewann noch sehr deutlich, aber die Ungarin Toth blieb gegen Bollmeier beim 0:3 chancenlos. Hatte Bollmeier davon gesprochen, dass sie im Saisonspiel zuvor gegen Xu Yanhua (SV Böblingen) nicht das gezeigt habe wozu sie in der Lage sei, blieb sie diesmal ihrer Gegnerin keine Antwort schuldig.

Bislang quittierte der FSV nur ein einziges Mal einen Gleichstand, ja sogar einen 3:4-Rückstand, das war zum Saisonauftakt gegen TTSV Saarlouis-Fraulautern.

Entschlossenheit demonstrierten die Kroppacherinnen Wu Jiaduo und Shan Xiao Na nach der Pause, die sich beide einen 2:0-Satzvorsprung erspielten. Die Mannschaft wollte sich auf dem Weg zur Meisterschaft keinesfalls von den Gästen in die Parade fahren lassen. Dudu wehrte beim 13:11 im ersten Satz gegen Han Ying zwei Satzbälle ab, und nach einem 11:6, kämpfte sie sich von einem 5:7 zum 10:9, über ein 10:11 zum 13:11. Shan bestätigte ihre gute Leistung auch gegen Ivancan und markierte mit einem 3:1 das befreiende 5:3.

Silbereisen, die bislang überhaupt erst eine Saisonniederlage im Einzel zu verkraften hatte, traf ebenfalls auf eine ausgezeichnet disponierte Bollmeier.  Mit einem 11:4, 12:10 nach 7:9, 10:12 nach 8:6, außerdem 4:7 zum 9:8 und 11:9 brachte die Nummer drei des FSV den Sieg unter Dach und Fach. Der Punkt von Toth gegen Obst kam nicht mehr in die Wertung.

„Dudu ist heute Mittag um 13 Uhr erst aus China zurück gewesen, und sie war insgesamt 19 Stunden unterwegs. Das machte sich im Doppel sicher bemerkbar, aber da haben sich beide Spielerinnen schlecht bewegt. Zu viele leichte Fehler ließen das Doppel gänzlich an uns vorbeilaufen“, sagte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Ivancan habe gegen Dudu einen guten Ball gespielt, sodass der Sieg in Ordnung gehe. „Im zweiten Einzel gegen Han Ying war ihr die Müdigkeit anzumerken, doch Dudu war zur Stelle. Obwohl sich auch wieder leichte Fehler einschlichen, die mangelnder Konzentration zugeschrieben werden müssen, hat sich Dudu reingebissen. Der Erfolg spricht für ihre Klasse“, analysierte Leicher.

Überschwänglich lobte der Teambetreuer Shan Xiao Na, die sensationell gespielt habe. „Sie holte immerhin von sechs Prunkten drei. Ich glaube, so langsam fühlt sie sich bei uns heimisch. Auch in engen Situationen blieb sie ruhig und der Kopf war klar. Das Mannschaftsgefüge ist absolut klasse. Jede Spielerin springt mal für die andere in die Bresche, wenn es nötig ist“, freute sich Leicher.

Bollmeier habe sehr gut gespielt, denn Krisztina habe wirklich viel probiert, doch sie sei gar nicht ins Match gekommen. „Kristin hat sich mit ihrer guten Technik schließlich gegen Obst durchgesetzt, besaß gegen Bollmeier aber auch Mühe. Insgesamt hat die qualitativ bessere Mannschaft gewonnen, aber Tostedt hat gezeigt, dass sie einiges mehr auf dem Kasten haben als das 0:6 in der Hinrunde. Die Truppe war allerdings auch extrem locker“, berichtete Leicher.

Martina Emmert (www.tischtennis.de)
  

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 26. März 2011 um 09:48 Uhr