„Hatten noch nie so viel Spaß mit der Mannschaft“ PDF Drucken E-Mail

Einwurf

Christoph Gerhards zum erneuten Kroppacher Titelgewinn

Qualität macht das FSV-Quartett total überlegen

Nach den wenigen knappen Kroppacher Siegen dieser Saison pflegte FSV-Teamchef Dennis Leicher stets zu sagen: „Qualität setzt sich eben durch.“ Prägnanter kann man die Überlegenheit seiner Mannschaft nicht schildern, die in dieser Saison noch immer ohne Verlustpunkt ist und schon in ihrem drittletzten Saisonspiel die vierte Meisterschaft in Folge unter Dach und Fach brachte.

Das FSV-Quartett ist schlichtweg stärker, weil ausgeglichener besetzt als die Konkurrenz, die sich hinsichtlich des Titelkampfs in der Bundesliga ein klassisches Eigentor schoss, als sie – pikanterweise gegen den Kroppacher Willen – die Rückkehr zu Vierermannschaften beschloss. Denn gerade von der Stärke des zweiten Kroppacher Paarkreuzes mit Kristin Silbereisen und Krisztina Toth kann die Konkurrenz nur träumen. Dieses Duo nimmt viel Druck von „Dudu“ Wu Jiaduo und Shan Xiao Na, die wissen, dass eine einzelne Niederlage im oberen Paarkreuz jederzeit reparabel ist. Stark macht diese Kroppacher Mannschaft neben der individuellen Klasse jeder Spielerin auch ihr Teamgeist. Neuzugang Shan gilt ebenso wie Krisztina Toth als gute Seele einer Mannschaft. „Dudu“ kehrte von ihrem größten Einzelerfolg aus China zurück, gab in den beiden folgenden Tagen alles für den FSV und sagte: „Jede will am Tisch ihr Spiel gewinnen, aber letztlich zählt nur der Sieg der Mannschaft, der ist am wichtigsten.“ Und Kristin Silbereisen, die schon deutsche Einzelmeisterin war, fügte sich da gerne ein, sie hat nun endlich ihren ersten Mannschaftstitel gewonnen.

Das große Problem für die Bundesliga-Konkurrenz: Dieses Quartett bleibt zusammen und wird auch in der nächsten Saison nur sehr schwer zu bezwingen sein. Schade ist nur, dass sich vor einigen Jahren der europäische Verband ETTU und der FSV Kroppach völlig überworfen haben. Es wäre schön, diese Kroppacher Mannschaft, die in der Bundesliga nur ab und an wirklich ernsthaft gefordert wird, wieder einmal in einem internationalen Wettbewerb zu sehen. Doch dazu müsste die ETTU erst einmal in der Lage sein, der von ihr gegen die Wand gefahrenen Champions League neues Leben einzuhauchen.


E-Mail an den Autor: christoph.gerhards@rhein-zeitung.net


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Kroppacher Jubel in Essen nach dem fünften DM-Titel für den FSV, von links: Teamchef Dennis Leicher, „Dudu“ Wu Jiaduo, Krisztina Toth, Shan Xiao Na, „Macher“ Hans-Jürgen Bertling, Anja Schuh, Kristin Silbereisen und Manager Horst Schüchen. Fotos: Jürgen Vohl

„Hatten noch nie so viel 

Spaß mit der Mannschaft“

Meinungen Stimmen zum fünften Kroppacher Meistertitel
  

Kroppach. Unmittelbar nach dem feststehenden fünften DM-Titel für den FSV Kroppach sammelten wir in Essen Stimmen und Meinungen.

 
Kristin Silbereisen
: „Ich freue mich natürlich über meinen ersten DM-Mannschaftstitel. Wir sind alle sehr zufrieden, dass wir die Meisterschaft schon so früh gesichert haben. Nun können wir die letzten beiden Saisonspiele richtig genießen.“

 
Anja Schuh
: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in dieser Mannschaft dabeisein zu dürfen. Ich bin auch nicht enttäuscht, dass ich in der Saison nicht mehr Einsätze hatte. Der Verein hat hohe Ziele, da muss man verstehen, dass die beste Mannschaft spielt. Ich brauche aber mehr Spielpraxis und werde deshalb nach Saarbrücken in die 2. Bundesliga wechseln.“

 
Horst Schüchen
(FSV-Manager): „Unsere Spielerinnen passen optimal zueinander. Wir hatten über all die Jahre noch nie so viel Spaß mit unserer Mannschaft. Wenn eine mal ein Spiel verliert, reißt die andere sie raus. Ich bin sehr froh, dass die Mannschaft so zusammenbleibt. Da haben wir ja schon früh die Vertragsverlängerungen klar gemacht. Wir werden nun nur noch sehen, dass wir eine gute Nummer fünf verpflichten.“

 
„Dudu“ Wu Jiaduo
: „Dass ich an diesem Wochenende zwei Einzel verloren habe, ist nicht schlimm. Wichtig ist letztlich immer, dass die Mannschaft gewinnt. Beim Rückflug aus China habe ich mich zwar im Flugzeug hingelegt, aber tief schlafen konnte ich nicht.“

 
Shan Xiao Na
: „Ich freue mich sehr über meinen ersten Titelgewinn mit der Kroppacher Mannschaft. Zu Beginn der Saison war ich einige Male sehr nervös und etwas verkrampft, aber dann ist es immer besser geworden. Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt in der Mannschaft, das macht uns stark. Ich hoffe, dass ich dem Team auch in der nächsten Saison mit guten Leistungen helfen kann.“

 
Westerwälder Zeitung vom Montag, 28. März 2011, Seite 17