Meister Kroppach mit makelloser Bilanz PDF Drucken E-Mail

Die Damen-Bundesliga hat ihre Schläger eingepackt. Die Saison 2010/11 ist mit vier Spielen am Ostersonntag zu Ende gegangen. Lediglich Hassia Bingen hatte in der Neunerstaffel bereits am Sonnabend adieu zur Saison gesagt und konnte als Dritter entspannt auf Ostereiersuche gehen. Sportlich gesehen hatte der FSV Kroppach bereits einige Wochen vor dem Ende der Saison sein dickstes Ei "gelegt": Die Deutsche Meisterschaft Nummer vier in Serie. Mit dem 6:1 des ttc berlin eastside vom Karfreitag gegen DJK TuS Essen-Holsterhausen stand auch die Vizemeisterschaft für die Berlinerinnen fest. Als Absteiger geht der TTK Anröchte zurück in Liga 2. Und so hatten die vier Spiele nur noch statistischen Wert. Besonders gespannt schauten die Fans dennoch auf das Gipfeltreffen in Kroppach, wo sich der Meister und Vizemeister Berlin gegenüber standen. Und das Match hielt, was es im Vorfeld versprach. Obwohl Berlins Spitzenspielerin Song Ah Sim fehlte, siegte Kroppach "nur" mit 6:3. Darunter waren drei kampflose Punkte, die Tanja Hofmann abgab. Sie vertrat Song - zumindest auf dem Papier. Aufgrund ihrer Verletzung gab sie ihre Spiele ab. Kroppach beendete damit makellos ohne Punktverlust die Saison.

Meister Kroppach mit makelloser BilanzMeister FSV Kroppach besticht beim vierten Titelgewinn mit einer weißen Weste
 
Absteiger Anröchte verabschiedete sich mit einem 1:6 beim TTSV Saarlouis-Fraulautern aus der Liga, und Böblingen schaffte ein 6:3 gegen den TSV Schwabhausen. Letztlich gewann der MTV Tostedt mit 6:2 bei der DJK TuS Essen-Holsterhausen.

FSV Kroppach - ttc berlin eastside 6:3

Es hätte nach Gestaltung des Spielplanes ein echtes Endspiel werden können - wurde es aber nicht. Denn die Meisterschaft war ja bereits entschieden. Der ttc berlin eastside verzichtete zudem auf seine Nummer eins Song Ah Sim, dafür kam Managerin Tanja Hofmann auf dem Papier zum Einsatz. Da sie nach wie vor verletzt ist, gab sie ihre Spiele kampflos ab, wodruch der FSV Kroppach bereits vor dem ersten Aufschlag drei Punkte gut geschrieben bekommen hatte. Doch Berlin ärgerte den Gastgeber nach Leibeskräften, unter anderem Shan Xiao Na und Krisztina Toth, die gegen Georgina Pota und Petra Lovas ihr erstes und auch einzige Doppel in dieser Saison verloren. Nach 2:1-Führung gab es ein 2:3.

Bis zur Pause - Zwischenstand 4:2 für den Deutschen Meister - hatte im Duell der beiden Ungarinnen Lovas gegen Toth noch das bessere Ende für sich und verkürzte mit einem glatten 3:0-Sieg auf 2:4 aus der Sicht der Berlinerinnen.

Nach der Pause kam es zum Klassiker zweier europäischer Spitzenspielerinnen. Dabei lieferten sich Wu Jiaduo und Georgina Pota einen Kampf auf Biegen und Brechen. Nach einem 2:2-Zwischenstand stand es beim letzten Seitenwechsel 5:4 für Pota. Parallel dazu wechselte Petra Lovas für Berlin mit 5:4 gegen Kristin Silbereisen im Schlusssatz die Seiten. 10:10 stand es dann zwischen Silbereisen und Lovas, parallel 8:10 aus der Sicht von Wu Jiaduo gegen Pota. Dann die Entscheidung: Pota siegt mit 11:9 im Schlusssatz gegen Dudu zum 3:4-Anschluss, doch Sekunden später gewinnt Silbereisen mit 13:11 gegen Loava im Schlusssatz zum 6:3-Endstand. Zuvor musste Hofmann erneut Shakehands mit Shan machen, um ihr kampflos zum Sieg zu gratulieren. Dadurch hatten die Beteiligten das Spiel von Silbereisen gegen Lovas vorgezogen.

Fazit: Gut 200 Fans erlebten ihren Deutschen Meister, der ungeschlagen die Saison beendete. Doch fest steht auch: Wenn Berlin nicht drei Punkte hätte kampflos abgeben müssen, dann hätte es eng werden können.

"Wir haben uns schwer getan", gestand FSV-Coach Dennis Leicher. Er wolle die Leistung der Berlinerinnen keinesfalls klein reden, ganz im Gegenteil, das Team sei noch unter Spannung gestanden. "Letztlich hat Berlin noch ein großes Ziel vor Augen, im Finale den ETTU-Pokal zu gewinnen, und dafür drücken wir natürlich die Daumen." Eine starke Leistung habe im Schlussspiel noch einmal Kristin Silbereisen gezeigt. "Zwei starke Einzelleistungen hat sie gezeigt, sie fühlt sich hier bei uns sehr wohl und die Fans lieben sie, das beflügelt natürlich", erklärte Leicher. Mit den rund 200 Fans, die zum Abschied kamen, sei er auch zufrieden. Gemeinsam mit den Zuschauern begann unmittelbar nach der Partie die große Meisterschaftsfeier in Kroppach.

Für Tanja Hofmann, Managerin des ttc, war die Partie ebenfalls eine Werbung für den Tischtennissport. "Es ging halt um nichts mehr, deshalb haben wir Song für das Finale im ETTU-Pokal geschont", sagte sie. Drei Gegenpunkte beim souveränen Meister seien deshalb aller Ehren wert. Sie selbst habe die Kroppacher Fans noch gebeten, ihr Team auf dem Weg nach Heerlen zu begleiten. "Etliche haben versprochen es zu tun und uns zu unterstüzen", sagte Hofmann. Zuerst liege jedoch die Konzentration auf der Hinrundenpartei am Freitag in Berlin.

Martina und Axel Emmert (www.tischtennis.de)