Ex-Weltmeisterin Guo Yue stoppt „Dudu“ PDF Drucken E-Mail

Alle Grenzauer und Kroppacher Profis bei WM ausgeschieden – Zoltan Fejer-Konnerth unterliegt Jun Mizutani

Von unserem Mitarbeiter René Adler

Rotterdam. Für die Tischtennis-Asse der Bundesligisten aus der Region war die Weltmeisterschaft in Rotterdam gestern am späten Nachmittag beendet. Vor allem „Dudu“ Wu Jiaduo vom FSV Kroppach und der künftige Grenzauer Zoltan Fejer-Konnerth können mit ihrem Abschneiden aber durchaus zufrieden sein, während nach Kristin Silbereisen auch der scheidende TTC-Spitzenmann Robert Gardos ein Desaster erlebte.

„Ich habe überhaupt keinen Druck gegen sie. Ich hoffe nur, dass ich diesmal ein paar Sätze mehr gewinnen kann.“ Das meinte „Dudu“ vor ihrem Achtelfinal-Duell gegen Guo Yue. Vor vier Jahren in Zagreb hatte es die Partie eine Runde zuvor gegeben. Mit 1:4 unterlag Wu damals, Guo wurde am Ende Weltmeisterin. Diesmal gönnte die Linkshänderin mit den variablen Aufschlägen und der hervorragenden Spielübersicht ihrer deutschen Gegnerin nicht mal einen Satz. „Sie zieht Topspins wie ein Mann und spielt sehr clever“, musste die Kroppacherin erneut die Überlegenheit der Chinesin anerkennen.

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„Dudu“ Wu Jiaduo vom FSV Kroppach (Foto) zeigte gute Leistungen bei der Weltmeisterschaft in Rotterdam, doch im Achtelfinale des Einzels war Endstation gegen die Chinesin Guo Yue.Foto: Jürgen Vohl

Zuvor hatte sie durch ein 4:2 gegen Li Qianbing (Österreich)  das erste WM-Achtelfinale ihrer Karriere erreicht. Aus der 50:50-Chance, die die Einzel-Europameisterin von 2009 vor der Partie prognostiziert hatte, wurde es ein verhältnismäßig klarer Sieg. Dem 11:4 in Satz zwei war allerdings ein 1:4-Rückstand vorausgegangen. „Den Satz habe ich ihr geklaut“, erklärte Wu, „danach haben wir wie immer auf einem guten Niveau gegeneinander gespielt.“ Schlüssel zum Erfolg war die richtige Taktik, die sie mit Bundestrainer Jörg Bitzigeio abgesprochen hatte. „Außerdem war ich ganz locker und gleichzeitig hoch konzentriert bei jedem Ball.“

Das galt auch für Zoltan Fejer-Konnerth, der in der dritten Runde gegen Weltklassemann Jun Mizutani (Japan) nach klarem Verlust der ersten beiden Sätze immer stärker wurde und drauf und dran war, die Partie komplett zu drehen. Dies wäre möglicherweise tatsächlich passiert, wenn „Zolli“ nach dem Satzausgleich auch den hart umkämpften fünften Durchgang (10:12) gewonnen hätte. Doch der 32-Jährige hatte die Erwartungen bereits mit seinem Sieg gegen den gesetzten Rumänen Adrian Crisan übertroffen und bekam von DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig eine „erstklassige Turnierleistung“ attestiert. Wenn er in der neuen Spielzeit auch im Vereinstrikot so auftrumpft, wird der TTC Zugbrücke an dem Rückkehrer noch viel Freude haben.

Einer Medaille am nächsten kam ein junger Mann, der Grenzau in Richtung Frickenhausen verlässt. Kenji Matsudaira und sein japanischer Landsmann Kazuhiro Chan drehten im Achtelfinale gegen den Ex-TTCler Cheung Yuk und Li Ching aus Hongkong einen 1:3-Rückstand und triumphierten mit 16:14 im Entscheidungssatz. Ihre große Chance auf eine Medaille konnten die Japaner aber nicht nutzen, weil es ihnen beim 1:4 im Viertelfinale gegen die Südkoreaner Kim Min Seok/Jung Young Sik nicht gelang, noch einmal an die Leistung aus der Runde zuvor anzuknüpfen.

Krisztina Toth hat im Einzel ihre Setzung erfüllt, schaffte aber keinen Ausreißer nach oben. Gegen Weltklasse-Spielerin Sayaka Hirano holte sie einen 0:2-Satzrückstand auf, erholte sich aber nicht mehr, als sie den fünften Durchgang mit 11:13 verloren hatte.

Grenzaus scheidender Spitzenspieler Robert Gardos erwischte nach gutem Weltmeisterschafts-Auftakt einen rabenschwarzen Tag. Zunächst unterlag er im Einzel dem Weltranglisten-Achten Wladimir Samsonow aus Weißrussland in der zweiten Runde mit 0:4, und dann blieb er auch im Doppel mit seinem österreichischen Landsmann Daniel Habesohn im Achtelfinale gegen Samsonow und dessen deutlich schwächeren Landsmanns Platonow ohne Satzgewinn.

Westerwälder Zeitung vom Freitag, 13. Mai 2011, Seite 14