China Open: Irene Ivancans Happy-End im Wechselbad der Gefühle/Auch Wu Jiaduo im Achtelfinale PDF Drucken E-Mail

Shenzen. Wu Jiaduo und Irene Ivancan haben im Einzel den Sprung in das Achtelfinale der China Open geschafft. Die Weltranglisten-13. aus Kroppach und das in der neuen Saison für Berlin spielende Abwehrass stellten in der ersten Runde des 172.000-Dollar-Turniers eine glänzende Form unter Beweis. Nächste Hürden auf dem Weg in das Viertelfinale sind am Samstag um 5.30 Uhr beziehungsweise 6.15 Uhr deutscher Zeit die Weltranglisten-26. Yang Ha Eun (Südkorea) und die Chinesin Feng Yalan, aktuell Nummer 18 der Welt und im Vorjahr Gewinnerin der German Open in Berlin.

Happy End für Irene Ivancan gegen die EM-Dritte

Für Irene Ivancan ist es nach den Turnieren in England und in Spanien bereits das dritte Mal im Jahr 2011, dass die Deutsche Doppel-Meisterin das Achtelfinale einer Pro-Tour-Veranstaltung im Einzel erreicht. Im Herbst 2010 hatte die 28-Jährige zuvor in Polen mit dem Einzug in die Runde der besten Acht das bislang beste Ergebnis ihrer internationalen Karriere erzielt. Auch heute sammelte die mit konstanten Ergebnissen auf Rang 75 in der ITTF-Notierung vorgestoßene ehemalige Tostedterin fleißig Weltranglistenpunkte, in dem sie die favorisierte und 46 Plätze besser eingestufte EM-Dritte Hu Melek in einem Siebensatz-Krimi mit 13:11 im Entscheidungssatz bezwang.

Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio fasste den von den Zuschauern begeistert verfolgten Schlagabtausch treffend zusammen: "Das war ein Wechselbad der Gefühle mit Happy End für Irene." Über den Verlauf von sieben sehenswerten Sätzen kippte die Begegnung gleich mehrere Male in beide Richtungen. So ließ Ivancan nach einem klaren 11:6 im ersten Durchgang eine anschließende 9:5-Führung ungenutzt und quittierte in der Folge auch Satz drei. Bitzigeio: "Irene hat sich dann jedoch mental wieder gefangen, Hu Melek sehr gut beschäftigt und mit Rhythmuswechseln zu leichten Fehlern verführt." Doch auch nach der erneuten 3:2-Führung verlor Ivancan den Faden, bis sie bei 10:5 im Entscheidungssatz auf der sicheren Siegerstraße schien, nach einer riskanten Aufholjgad der EM-Dritten aber wiederum den Ausgleich hinnehmen musste. Bundestrainer Jörg Bitzigeio durfte am Ende aber dennoch zusammen mit den fachkundigen chinesischen Zuschauern den Sieg der Defensivkünstlerin feiern: "Irene hat wieder einmal ihr großes Kämpferherz bewiesen und am Ende auch verdient gewonnen."

Wu Jiaduo verliert unnötig den roten Faden

Etwas weniger spannend machte es Wu Jiaduo, doch auch hier gab es Momente, die das Nervenkostüm von Spielerin und Trainer beanspruchten. Die Europameisterin von Stuttgart 2009 überließ der jungen Hongkong-Chinesin Lee Ho Ching zwar nur die Sätze drei und fünf. Doch brachte sich die WM-Achtelfinalistin selbst unnötig in Gefahr, als sie bei einer 2:0- und 7:2-Führung den dritten Durchgang noch quittieren musste und erst in Satz vier nach einem 3:7-Rückstand zurück ins Spiel fand. Jörg Bitzigeio: "Das war aus meiner Sicht der entscheidende Moment des Matches, denn danach hat Dudu wieder viel ruhiger und kontrollierter gespielt. Allerdings war der Verlust des roten Fadens zuvor vollkommen unnötig." Ihre nächste Gegnerin ist die Bezwingerin der Deutschen Meisterin Zenqi Barthel, die German-Open-Finalistin Yang Ha Eun, gegen die die Bingenerin erst zum Ende des Spiels besser ihren Rhythmus fand, insgesamt aber zu ungeduldig agierte. Bundestrainer Bitzigeio stuft die Nummer 26 der Welt als dicken Brocken auf dem Weg Wus in das Viertelfinale ein: "Yang ist eine Spielerin, die trotz ihrer Jugend sehr kontrolliert und umsichtig agiert. Da heißt es für Jiaduo, ruhig bleiben und die langen Ballwechsel suchen."

Kristin Silbereisen von verkorkster WM gut erholt

Gegen die favorisierte Huang Yi-Hua zeigte sich Kristin Silbereisen beim 3:4 trotz eines vergebenen Matchballes im Entscheidungssatz gut von ihrem frühen Ausscheiden bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam erholt. Die Nummer 45 der Welt drängte die 18 Plätze besser notierte Taiwanesin mit ihrem druckvollen Spiel an den Rand einer Niederlage und erarbeitete sich im siebten Satz sogar eine 7:3-Führung. Jörg Bitzigeio sah in diesem Moment jedoch eine etwas zu ungestüm und mit zu leichten Fehlern agierende Silbereisen: "Den Sieg gegen die Favoritin vor Augen, hat Kristin zuviel gewollt und vier sehr schnelle, eigene Fehler produziert. Ähnlich war es in Satz fünf, den sie auch hätte gewinnen können. So etwas wird natürlich auf diesem Niveau sofort bestraft. Aber es war ein sehr gutes Match auf wirklich hohem Niveau und für Kristin ein sehr wichtiger Lichtblick nach der verkorksten WM. Am Ende haben heute nur winzige Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht."

Doppel Wu Jiaduo/Irene Ivancan soll weiter getestet werden

Zum Auftakt des ersten Hauptrundentags waren am Vormittag drei Deutsche im Achtelfinale des Doppel-Wettbewerbs ausgeschieden. Die Angriff-Abwehr-Kombination Wu Jiaduo/Irene Ivancan hinterließ allerdings trotz des 0:3 gegen die Südkoreanerinnen Seok Ha Jung/Yang Ha Eun bei ihrem ersten Einsatz einen entwicklugsfähigen Eindruck bei Bundestrainer Bitzigeio: "Man hat gesehen, dass dieses Doppel funktionieren kann, wenn es besser zusammen eingespielt und abgestimmt ist. Das werden wir sicherlich noch einmal testen."

In vier Sätzen verlor die 19-jährige WM-Starterin Kathrin Mühlbach an der Seite der Singapur-Chinesin Zhou Yihan mit 1:3 gegen das türkische Spitzendoppel mit der EM-Dritten Melek Hu und Sirin He. Die EM-Bronzemedaillengewinnerinnen von 2009, Zhenqi Barthel/Kristin Silbereisen,  waren überraschend bereits gestern in der Qualifikation mit 1:3 an der irisch-kanadischen Kombination Liu Na/Zhang Mo gescheitert.

DIE ERGEBNISSE DER DEUTSCHEN AM FREITAG (17. JUNI)


Damen-Einzel
1. Runde (32)

Irene Ivancan - HU Melek TUR 4:3 (6,-12,-4,6,6,-6,11)
Kristin Silbereisen - Huang Yi-Hua TPE 3:4 (6,-7,-9,5,-9,8,-11)
Zhenqi Barthel - Yang Ha Eun KOR 1:4 (-7,6,-4,-9,-12)
Wu Jiaduo - Lee Ho Ching HKG 4:2 (5,4,-12,9,-8,6)
Achtelfinale (Samstag)
Irene Ivancan - Feng Yalan CHN 5.30 Uhr
Wu Jiaduo - Yang Ha Eun KOR 6.15 Uhr

Damen-Doppel
Achtelfinale

Kathrin Mühlbach/Zhou Yihan SIN - Hu Melek/He Sirin TUR 1:3 (-8,-5,6,-5)
Wu Jiaduo/Irene Ivancan - Seok Ha Jung/Yang Ha Eun KOR 0:3 (-7,-9,-5)

(www.tischtennis.de)