China Open: Wu Jiaduos Medaillenträume enden im Viertelfinale PDF Drucken E-Mail

Shenzen. Für Wu Jiaduo sind die China Open beendet. Als letzte Vertreterin des DTTB unterlag die Weltranglisten-13. am Abend im Viertelfinale des 172.000-Dollar-Turniers Singapurs Mannschafts-Weltmeisterin Feng Tianwei beim Kampf um den Einzug in die Medaillenränge deutlich mit 5:11, 8:11, 3:11 und 8:11. Am Vormittag hatte das Achtelfinale die Endstation für Irene Ivancan bedeutet. Unangenehme Turnierüberraschungen musste gestern und heute Gastgeber China hinnehmen. Nach zwei Runden bei den Herren sind Weltmeister Zhang Jike und Qatar-Open-Sieger Xu Xin bereits nicht mehr im Titelrennen vertreten.

 China Open: Wu Jiaduos Medaillenträume enden im Viertelfinale
Kam ins Viertelfinale, aber nicht in Medaillennähe: Wu Jiaduo

Wus Weltklasseleistung gegen Yang Ha Eun

Vor dem Duell mit Feng Tianwei hatte sich die Europameisterin des Jahres 2009 am Morgen mit einer Weltklasseleistung in das Viertelfinale des hochkarätig besetzten Pro-Tour-Turniers gespielt. Die Kroppacherin besiegte die junge Südkoreanerin Yang Ha Eun, die sich bei den German Open 2011 in Dortmund bis in das Finale vorgespielt hatte. Die in Shenzen an Position sechs gesetzte Kroppacherin bewahrte in dem offenen Schlagabtausch mit der kontrolliert und umsichtig agierenden Nummer 26 der Welt trotz rasanten Tempos die Kontrolle und setzte sich in sieben Sätzen knapp mit 6:11, 11:6, 8:11, 11:2, 11:13, 11:9 und 11:9 durch. Ha Yang Eun hatte gestern der Deutschen Meisterin Zhenqi Barthel in Runde eins keine Chance gelassen.

Gegen Feng Tianwei, die Nummer drei der Setzungsliste, die sich zuvor bereits gegen die Taiwanesin Huang Yi-Hu (gestern in einen Siebensatz-Krimi nach Abwehr eines Matchballes Siegerin über die Kroppacherin Kristin Silbereisen) in überragender Form und ohne Satzverlust präsentiert hatte, hatte Wu Jiaduo diesmal allerdings nichts Gleichswertiges entgegenzusetzen. Das letzte der zuvor vier Duelle hatte  im Januar im Viertelfinale der Slovenian Open noch mit einem Sieg für Deutschlands Nummer eins geendet. Wu Jiaduo darf dennoch mit ihrem Abschneiden in Shenzen hochzufrieden sein. Die 33-Jährige erreichte als einzige Europäerin die Runde der besten Acht. Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio hob das Gesamtergebnis hervor: "Feng war heute überragend und hat konsequent jede Schwäche ausgenutzt. Die Viertelfinalteilnahme Jiaduos unterstreicht aber ihre konstant gute Form in 2011 und ist weiteres starkes Ergebnis nach Slowenien, Qatar, Volkswagen Cup und WM. Sie kann mit viel Selbstvertrauen in zwei Wochen bei den Korea Open an den Start gehen."

Wu Jiaduo ließ Bundestrainer Bitzigeio im Achtelfinale zittern  

Am Vormittag hatte Bitzigeio im Duell mit Yang Ha Eun jedoch eine über weite Strecken taktisch diszipliniert und auf höchstem Niveau spielende Wu Jiaduo gesehen: "Dudu war insgesamt geduldig, hat aber heute mit ihrer Vorhand in den entscheidenden Phasen sehr aggressiv gespielt. Dadurch hat sie gegen die vor allem mit der Rückhand unglaublich gut und ballsicher spielende Südkoreanerin auch die Entscheidung zu ihren Gunsten erzwingen können." Perfektionist Bitzigeio notierte aber auch aufmerksam die sich wiederholenden Schwächephasen im Spiel der Rechtshänderin: "Dudu hat das Match auch heute spannender gemacht, als das notwendig gewesen wäre, in dem sie bei hohen Führungen ohne Not die Taktik gewechselt und die starke Rückhand ihrer Gegnerin gesucht hat. Durch diese Phasen hat Jiaduo im dritten Satz eine 8:4-Führung verspielt, und im sechsten Durchgang wurde es nach einem 7:3 noch einmal äußerst knapp." Bitzigeio weiter: "Im Entscheidungssatz hat Dudu dann nach einer 10:4-Führung nur noch auf die Fehler ihrer Gegnerin gehofft. Damit allein kann man aber auf diesem Niveau kein Spiel gewinnen. Zum Glück hat sie bei 10:9 aus der Verzweiflung heraus wieder mutig den Vorhandschuss gesucht und diesen Versuch erfolgreich zum Sieg abgeschlossen."

Irene Ivancan unterliegt im Achtelfinale German-Open-Siegerin Feng Yalan

Dem Marathonmatch gegen die EM-Dritte Hu Melek (Türkei), an dessen Ende gestern ein hauchdünner 13:11-Erfolg im Entscheidungssatz für Irene Ivancan stand, folgte im Achtelfinale erwartungsgemäß eine ebenso unspektakuläre wie schnelle Niederlage gegen Feng Yalan. Gegen die Gewinnerin der German Open von Berlin 2010 blieb das von Tostedt nach Berlin wechselnde Abwehrass heute beim 3:11, 5:11, 4:11 und 7:11 chancenlos. Trotz der Niederlage gegen die Weltranglisten-18. darf Ivancan hochzufrieden mit den China Open sein, die für die an Position 75 notierte 28-Jährige mit dem dritten Achtelfinalzug im Jahr 2011 und zusätzlichen Weltranglistenpunkten bilanziert wird.

Turnierreise mit Trainingsstation beim Superligisten Guangzhou

Die China Open waren für die DTTB-Damen der Beginn einer zweiwöchigen Asienreise, die im Anschluss an die neunte Pro-Tour-Station ab Montag mit einem einwöchigen intensiven Training beim Superliga-Team von Guangzhou Times fortgesetzt wird, in dem unter anderem die WM-Dritte Liu Shiwen und Japans Star Ai Fukuhara unter Vertrag stehen.Wu Jiaduo, Zhenqi Barthel und Kathrin Mühlbach schließen das Programm dann mit einem Start bei den Korea Open (29. Juni bis 3. Juli) in Seoul-Incheon ab, während Kristin Silbereisen und Irene Ivancan direkt aus Guangzhou den Heimflug nach Deutschland antreten. Deutschlands Herren werden mit Brazilian-Open-Sieger Dimitrij Ovtcharov (Orenburg) und dem EM-Zweiten Patrick Baum (Düsseldorf) in Seoul vertreten sein.


DIE ERGEBNISSE DER DEUTSCHEN AM SAMSTAG (18. JUNI)


Damen-Einzel
Achtelfinale
Irene Ivancan - Feng Yalan CHN 0:4 (-3,-5,-4,-7)
Wu Jiaduo - Yang Ha Eun KOR 4:3 (-6,6,-8,2,-11,9,9)
Viertelfinale
Wu Jiaduo - Feng Tianwei SIN 0:4 (-5,-8,-3,-8)

MS (www.tischtennis.de)