Erfolg macht süchtig PDF Drucken E-Mail

Frankfurt/Main. Zweifelsfrei wandelt der FSV Kroppach auf den Spuren des renommierten und erfolgreichen Vereins TTC Langweid. Insgesamt darf der Club aus dem Westerwald auf fünf Deutsche Meistertitel, davon zuletzt vier in Serie, mit Recht stolz sein. Doch noch steht der TTC auf der Karriereleiter oben, denn acht Titelgewinne stehen zu Buche. Vor allem aber auf dem internationalen Parkett präsentieren sich die Bayern führend. Obwohl der letzte große Triumph aus dem Jahr 2007 schon einige Zeit zurückliegt, hat der Name Langweid immer noch Gewicht. Deshalb freut sich die Liga auf die Mannschaft, die nach zweijähriger Abstinenz als einziger Aufsteiger den Weg zurück fand. Am 16. September treffen übrigens die beiden Teams zum Saisonauftakt für den FSV in Kroppach gleich aufeinander. Neben diesen beiden Klubs beschäftigt sich dieser erste Teil der Saisonvorschau noch mit dem ttc berlin eastside.
 
Erfolg macht süchtigDer FSV Kroppach will sich die gute Stimmung und Feierlaune bewahren
 

FSV Kroppach:

Das Abo auf den Titelgewinn soll verlängert werden

 
Der amtierende Deutsche Meister bleibt das non plus ultra. Dazu passt ein legendärer Spruch aus dem 1963 entstandenen Fernsehsketch Dinner for 

Erfolgsjäger FSV Kroppach strebt in der Saison 2011/12 eine Fortsetzung anErfolgsjäger FSV Kroppach strebt in der Saison 2011/12 eine Fortsetzung an

One, aus der weltweit am häufigsten wiederholte Fernsehproduktion, der heißt: The same procedure as every year – die gleiche Prozedur wie jedes Jahr? Unter dieses Motto ließe sich der inzwischen fünffache Deutsche Meister stellen, wenn die Konkurrenz in der Saison 2011/12 nach ihrer Meinung gefragt wird. Wer soll diese bewährte Mannschaft, die mit der Nummer 14 der Weltrangliste und Europameisterin von 2009, Wu Jiaduo, Shan Xiao Na, die vor allem in der zweiten Saisonhälfte 2010/11 glänzte, Kristin Silbereisen, als Deutsche Meisterin 2010 und derzeit auf Rang 41 der Weltrangliste notiert, sowie die Ungarin Krisztina Toth, die Position 39 belegt und unzählige nationale und internationale Erfolge feierte, die Titelverteidigung streitig machen? Hinzu kommt im Bedarfsfall wiederum Sun Bei Bei aus Singapur, und nur die 25- jährige Russin Anastasia Voronova ist neu im Team. Mädchennationalspielerin Anja Schuh wechselte dafür nach nur einem Jahr zum Zweitligisten ATSV Saarbrücken.

„Anastasia ist mehrmals pro Halbserie in Deutschland. Am Wochenende vor dem Spieltag reist sie an und wird in Düsseldorf im Leistungszentrum die Woche über trainieren. Donnerstag und Freitag ist das komplette Team dann in Kroppach“, berichtet Manager Horst Schüchen.

Bei dieser Ansammlung von hochkarätigen Spielerinnen ist die Ohnmacht, mit der die Gegner dem FSV begegnen, teilweise zu verstehen. Doch so ganz will sich Teambetreuer Dennis Leicher mit einem Selbstläufer nicht anfreunden: „Unsere Konkurrenz stapelt mal wieder tief. Vor allem Berlin hat sich mit Blick auf uns sinnvoll verstärkt, und das Spiel der neuen Nummer zwei des TTSV Saarlouis-Fraulautern, Ni Xialian, muss man erst einmal kapieren. Bingen besitzt ebenfalls genügend Potential. Aber natürlich müssen uns die anderen erst einmal besiegen, denn wir sind nicht schlechter geworden.“ Er sei auch davon überzeugt, dass sich die zuvor angesprochenen Mannschaften untereinander die Punkte stehlen. Mit dieser Aussage geht zum Beispiel auch Friedel Laudon, Teamchef des MTV Tostedt, konform: „Auch wir haben schon gegen Kroppach gut gespielt sogar 3:0 geführt und sind deshalb noch lange kein Meister geworden. Sollte der FSV wirklich mal eine Partie verlieren, dann sind es bei den Verfolgern sicher gleich zwei oder drei Niederlagen.“

Die gemeinsame Vorbereitung muss noch ein wenig warten, denn derzeit schuften Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen noch beim Lehrgang mit der deutschen Nationalmannschaft in China. Einen kleinen Ausblick auf die kommenden Aufgaben riskierte Silbereisen dann aber doch schon einmal: „Langweilig wird uns der Erfolg auf keinen Fall, denn unseren Titel wollen wir schon verteidigen. Aber ein paar Teams haben sich verbessert wie Saarlouis. Auch gegen andere Mannschaften müssen wir aufpassen, denn das Gewinnen geht noch nicht automatisch. Das zeigte sich auch in der vergangenen Saison, als wir durchaus knappe Situationen zu überstehen hatten.“  Brandgefährlich seien auch Berlin und Bingen, nicht zu vergessen Böblingen, denn Qianhong Gotsch sei immer für zwei Punkte gut. „Da wir in jedem Spiel Favorit sind, ist keine Begegnung leicht, niemand hat gegen uns etwas zu verlieren“, gibt Silbereisen zu bedenken. Ob sich die Nummer drei nicht langsam auf dieser Position unterfordert fühle, zerstreut die 26-Jährige schnell: „Natürlich könnte ich in einem anderen Verein oben spielen, aber mir gefällt es total gut in Kroppach. Im unteren Paarkreuz bin ich schon ein paar Drucksituationen ausgesetzt, vor allem weil jeder einen Sieg von mir erwartet, das ist nicht ganz einfach. Deshalb nehme ich auch jedes Spiel ernst. Ich freue mich schon darauf, die ganzen Leute wiederzusehen, denn wir hatten bislang immer viel Spaß.“

In diesen Tenor stimmt Manager Schüchen uneingeschränkt mit ein, denn er hofft auf eine Fortsetzung des „Gute-Laune-Tischtennis“. „Wir sind sehr glücklich, Spielrinnen verpflichtet zu haben, die so gut harmonieren. Wo eine Spielerin für die andere kämpft, anfeuert und sich freut, wenn die Mannschaft erfolgreich ist“, ergänzt Schüchen.

Martina Emmert (mehr auf www.tischtennis.de)
  

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 19. August 2011 um 22:16 Uhr