Schon wieder flattern die Nerven PDF Drucken E-Mail
Frauen scheitern an Ungarn – Boll und Co. stehen im EM-Halbfinale

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Ihre zwei Siege waren zu wenig: Irene Ivancan. Foto: Jürgen Vohl



Danzig. Den ersten Härtetest bestanden, das Minimalziel Medaille erreicht: Timo Boll und seine Kollegen stehen bei der Tischtennis-EM in Danzig durch ein 3:1 gegen Griechenland im Halbfinale. Damit hat der vierfache Team-Europameister Bronze sicher.

Für die deutschen Frauen dagegen hingen auch beim vierten Anlauf in Serie die Medaillen zu hoch. Nach dem 2:3 gegen Ungarn flossen Tränen beim WM-Dritten, dem bei EM-Turnieren seit 2007 regelmäßig die Nerven flattern. Zwei Punkte von Irene Ivancan waren gegen den neunfachen Rekord-Europameister zu wenig, mehr als Platz fünf ist nicht mehr drin.

„Es reicht ja, wenn zwei weinen“, kommentierte die überragende Ivancan tapfer die bittere Pleite. Kristin Silbereisen aus Kroppach und Zhenqi Barthel (Bingen) ließen in dem dreistündigen „Duell der Bekannten“ – alle Ungarinnen spielen in der Bundesliga – viele Chancen liegen. Bundestrainer Jörg Bitzigeio hatte auf die Europameisterin Jiaduo Wu (Kroppach) verzichtet – was sich im Nachhinein als Fehler erwies. „Ich glaube, dass das die beste Aufstellung war“, verteidigte Ivancan die Maßnahme. „Vielleicht war die Zeit noch nicht reif“, sagte Bitzigeio.

„Die Chinesen können vielleicht alle Spiele 3:0 gewinnen. Wir schaffen das nicht“, kommentierte Bundestrainer Jörg Roßkopf das umkämpfte Griechenland-Match der Männer. Timo Boll war aber hellwach und gewann beide Einzel. Eine Klasse-Partie zeigte auch Dimitrij Ovtcharov, der Griechenlands Routinier Kalinikos Kreanga mit 3:0-Sätzen überrollte. Die Niederlage des deutschen Meisters Bastian Steger gegen Abwehrkünstler Panagiotis Gionis konnte das DTTB-Team verschmerzen.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 11. Oktober 2011, Seite 9