1. Finale JOOLA European Nations League: Frauen siegen 3:0 gegen Europameister Holland PDF Drucken E-Mail

Heerlen. Deutschlands Damen stehen nach dem ersten Finale der JOOLA European Nations League unmittelbar vor dem Titelgewinn. Das Team von Bundestrainer Jörg Bitzigeio fügte dem frischgebackenen kontinentalen Champion Niederlande, der mit Einzel-Europameisterin Li Jiao antrat, eine bittere 0:3-Heimniederlage zu. Vor 400 Zuschauern gab die DTTB-Auswahl im grenznahen Heerlen nur drei Sätze ab und hält nun am 29. November beim finalen Doppel-Spieltag der Damen und Herren in Chemnitz alle Trümpfe für den Gesamtsieg in der Hand. Bitzigeio: "Uns reichen zwar vier Satzgewinne oder ein Einzelerfolg zum ENL-Triumph, aber unser Anspruch ist auch im zweiten Finale in Chemnitz, den Europameister erneut schlagen zu wollen."

JOOLA European Nations League, 1. Finale: Kantersieg in Holland macht den Titel für die DTTB-Damen greifbarWu Jiaduo gelang gleich zum Auftakt ein Break gegen Europameisterin Li Jiao

Bravouröses Break durch Wu Jiaduo

Die bei den kontinentalen Titelkämpfen vor zwei Wochen in Danzig nicht in Bestform spielende Wu Jiaduo öffnete heute die Tür sperrangelweit zum Auswärtserfolg. Der Weltranglisten-17. gelang gleich im Auftakteinzel das vorentscheidende Break gegen Europas Nummer eins Li Jiao. Beim 3:1 agierte die Kroppacherin in den Sätzen zwei bis vier überlegen und löste die ihr zugedachte Aufgabe mit Bravour. Jörg Bitzigeio hatte das Duell der Spitzenspielerinen zum Finalauftakt mit seiner Aufstellung bewusst provoziert: "Dudu spielt gut gegen Li Jiao und hat die letzten Matches gewonnen. Sie hat hervorragend gespielt und für die Mannschaft Verantwortung übernommen. Ihr Sieg hat uns das Leben in Holland stark erleichtert."

Ivancan ohne die Leichtigkeit der EM, aber mit den richtigen Ideen

Erleichtert, aber nicht mit der gleichen Leichtigkeit wie in Danzig gelang anschließend der Europameisterschafts-Zweiten Irene Ivancan die 2:0-Führung für die DTTB-Auswahl. Die Berlinerin, die im November erstmals in den Top 50 der Welt ausgewiesen sein wird, mühte sich zu einem 3:2-Erfolg über Hollands Linda Creemers, die für die an der Schulter verletzte Abwehrspielerin Li Jie in die zweite Position gerückt war. Bitzigeio sah in dem Arbeitssieg der deutschen Defensivkünstlerin einen wichtigen Schritt zur erfolgreichen Rückkehr in den Tischtennis-Alltag: "Nach so einem glanzvollen Auftreten, wie Irene es bei der EM gezeigt hat, ist es gar nicht so einfach, wieder Fuß zu fassen. Deshalb hat heute nur gezählt, dass sie dieses erste Match nach der EM gewinnen konnte. Sie war zwar diesmal nicht so stark wie in Danzig, hatte aber in den wichtigen Phasen des Spiels die richtigen Ideen."

Auch Silbereisen und Barthel hatten ihren Anteil am Erfolg

Kristin Silbereisen (Kroppach) am Tisch mit einem abschließenden klaren 3:0-Erfolg gegen das 17-jährige Talent Britt Eerland und die Deutsche Meistern Zhenqi Barthel (Bingen) mit viel Engagement auf der Bank hatten ebenfalls entscheidenden Anteil am deutschen Finalerfolg. Bundestrainer Bitzigeio meinte: "Die Konzentration und die Spannung im Match gegen Eerland nicht zu verlieren, war sehr wichtig. Hätten wir da locker gelassen, wäre Li Jiao noch einmal zum Einsatz kommen können und das ganze Match wäre noch einmal spannend geworden. Doch diese Möglichkeit hat Kristin mit einer sehr konzentrierten Leistung von Beginn an ausgeschlossen."

Für Deutschland ist der Kantersieg über Europas beste Mannschaft Balsam auf die im EM-Viertelfinale mit dem 2:3 gegen Ungarn geschundene Seele. Bitzigeio machte denn auch nach dem 3:0 aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Ich muss schon zugeben, es hat gutgetan, auf diese Weise gegen die beste Mannschaft des Kontinents zu gewinnen, zumal die Niederländerinnen ja mit Europameisterin Li Jiao angetreten sind. Wir werden uns aber beim Rückspiel am 29. November, das wir ja zusammen mit den Herren bestreiten, nicht mit einem Einzelgewinn oder vier Satzerfolgen zufrieden geben, obwohl uns das reichen würde. Wir wollen mit einem Sieg die European Nations League abschließen und den Fans noch einmal eine tolle Leistung bieten."

Aus Heerlen fast direkt weiter nach Singapur

Den Sieg im ersten Finale in Ruhe genießen können der Bundestrainer und seine Spielerinnen nicht. Das Team reiste unmittelbar nach Spielende zurück ins 120 Kilometer entfernte Trainingszentrum nach Düsseldorf. Für Bitzigeio geht es schon am morgigen Mittwoch zusammen mit Wu Jiaudo weiter nach Singapur, wo die Europameisterin des Jahres 2009 ab Freitag beim World Cup der Damen an den Start geht.

Niederlande - Deutschland 0:2

Li Jiao - Wu Jiaduo 1:3 ( 5,-9,-6,-5)
Linda Creemers - Irene Ivancan 2:3 (-9,-3,6,9,-4)
Britt Eeerland - Kirstin Silbereisen 0:3 (-4,-10,-9)

2. Finale und Entscheidung am 29. November in Chemnitz

(mehr auf www.tischtennis.de)
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 19:17 Uhr