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Kroppach. Der FSV Kroppach hat mit dem sicheren 6:2 gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim das erste Etappenziel an diesem Wochenende perfekt gemeistert. In den entscheidenden engen Momenten präsentierte sich der Deutsche Meister die Nuance stärker. „Dieses weltklasse Niveau hätte nicht nur 175 Zuschauer, sondern noch mindestens 200 mehr verdient gehabt. Da waren Ballwechsel par Excellence dabei“, sagte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Gut, dass der Südwest Rundfunk vor Ort war und am Montag ab 18.10 Uhr in Sport am Montag berichtet.

Für den FSV Kroppach scheint an der Tabellenspitze der VollmondShan Xiao Na vom FSV Kroppach setzt die Gäste zusammen mit Wu Jiaduo fast im Alleingang schachmatt

FSV Kroppach – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 6:2
 
Wu Jiaduo und Shan Xiao Na sind nicht zu stoppen

Der amtierende Deutsche Meister FSV Kroppach erlebte gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim gleich zu Beginn eine Schrecksekunde. Krisztina Toth knickte im Doppel im vierten Satz mit dem Fuß um und musste eine Verletzungspause nehmen. An der Seite von Shan Xiao Na geriet das Duo gegen Zhenqi Barthel/Dana Hadacova erst einmal 14:16, 6:11 in Rückstand, obwohl sie im ersten Durchgang über drei Satzbälle verfügten. Einem vielversprechenden 11:1 schloss sich jedoch ein 9:11 an. Nach einem 3:7 starteten die Gastgeberinnen noch einmal eine Aufholjagd zum 9:9. Mit zwei guten Bällen behielten Barthel/Hadacova ihre weiße Weste. Am Nebentisch mühten sich Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen nach einem 1:2-Satzrückstand gegen Ding Yaping/Laura Robertson zu einem letztendlich souveränen 11:2, 11:5.

Nach dieser aufregenden Startphase nominierte der FSV für die verletzte Ungarin Toth im Einzel die Russin Anastasia Voronova, die aber gegen Hadacova den zweiten Gegenpunkt der TTG vor der Pause quittierte.

In den drei weiteren Einzeln ließen die Kroppacherinnen keine vorzeitige Karnevalsstimmung des Tabellendritten der Saison 2010/11 aufkommen. Wu Jiaduo sah sich zwar gegen eine stark aufspielende Deutsche Meisterin Barthel einem 6:11 gegenüber, aber danach setzte sich der Dudu-Express in Gang. Beim 11:5, 11:9 und deutlichen 11:2 fuhr die Nummer 16 der Weltrangliste non stop ihren Sieg ein. Die Nummer zwei der Gäste hinkt bei einer 1:5-Einzelbilanz den Erwartungen hinterher.

In glänzender Spiellaune präsentierte sich Shan, die Abwehrass Ding Yaping beim glatten 3:0 chancenlos abservierte, und auch Silbereisen schloss sich dieser Galavorstellung mit einem 11:9, 11:3, 11:7 gegen Robertson zum 4:2-Zwischenstand an.

Ding Yaping, die gegen Shan erst ihr zweites Einzel in dieser Saison abgab, begann gegen Wu Jiaduo mit einem Nachholbedarf an Punkten zum 11:2. Dass Dudu nach einem 11:7 die Wende einläutete, sollte nicht von Dauer sein. Eine Kämpfernatur wie die TTG-Spitzenspielerin wurmt ein Misserfolg, und so bäumte sich Ding Yaping mit einem 11:8 auf.  Zum 9:8 und 10:9 hatte die Defensivspielerin auch im vierten Abschnitt die Nase vorn, aber jedes Mal machte Wu Jiaduo die Matchbälle ihrer Gegnerin zu Nichte. Auch ein 11:10 reichte der Bingerin nicht, die dann zum 11:13 den Satzausgleich hinnehmen musste. Diese verpasste Chance blieb nicht ohne Wirkung, denn Dudu marschierte zu einem 4:0 und 9:4 zum 11:4.

Für die Krönung sorgte bereits Shan, die das mangelnde Selbstvertrauen von Barthel ausnutzte, obwohl sie nach einem 11:9 und 10:7 nicht aufpasste und sich ein 10:12 einfing. Zum 7:3 und 11:5 blieb die Chinesin wieder jedem Zweifel erhaben. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen entwickelte sich im vierten Satz, mal führte Shan, zum 8:7 wieder Barthel, die ihre Niederlage doch nicht so schnell unterschreiben wollte. Nach einem 8:11 und 0:2 griff Shan zur Auszeit, denn das Match drohte nun doch noch zu kippen und die Spannung stieg. Die richtige Maßnahme, denn auch Shan bog auf die Siegerstraße ein und verließ sie zu einem 11:6 nicht mehr.  

Kommentar von Gert Selig, Geschäftsführer der TTG:

„Das Ergebnis hört sich wieder deutlich an, aber so dicht waren wir noch nie dran. Unser Manko war, dass wir die drei Fünf-Satz-Spiele verloren haben. Den Poker in den Doppeln haben wir endlich mal gewonnen und es auch besser hinbekommen als in den vergangenen Spielen. Da war sogar eine Überraschung möglich. Ding Yaping kam gegen Shan nicht zu ihren Angriffsbällen. Sie wurde so weit vom Tisch getrieben, und klappte es doch mal, dann blockte sie Shan mit ihrem Penholdergriff aus. Laura begann auch gut gegen Kristin, und Dana verdiente sich mit sehr diszipliniertem Spiel gegen die nicht leicht zu spielende Linkshänderin den Erfolg. Wir fühlen uns unter Wert geschlagen, keine Spielerin trifft aber eine Schuld, alle haben bis zum letzten Ball gekämpft, der Wille war da. Insgesamt war der Verlauf schon bedeutend besser als letzte Saison, und aus der Erkenntnis ziehen wir auch die Kraft für die morgige Partie gegen Böblingen.“

Analyse von FSV-Teambetreuer Dennis Leicher:

„Im Doppel von Krisztina haben wir nur gedacht oh Gott. Wir werden morgen zum Röntgen fahren und hoffen, dass es sich vielleicht nur um eine Bänderdehnung handelt. Wir hatten Glück im Unglück, dass Anastasia vor Ort war. Das war eigentlich nicht geplant. So mussten wir kein unnötiges Risiko eingehen. Diesen Schock mussten wir erst einmal verdauen. Anastasia fehlt einfach ein Erfolgserlebnis, denn im Training kann sie viel mehr. Sie traut sich zu wenig zu. Insgesamt liest sich das Ergebnis deutlicher als es war. Dudu profitierte davon, dass nach viel Arbeit auf beiden Seiten Ding Yaping auch müde wurde. Wir wussten, je länger das Einzel dauert, je größer war die Möglichkeit, dass unser Plan aufging. Die gesamte Mannschaft lieferte eine richtig gute Leistung ab, sodass wir hoch zufrieden sind. Wenn wir in Tostedt daran anknüpfen können, sollten wir die erhofften vier Punkte einfahren.“  
 

Martina Emmert (www.tischtennis.de)