Favoriten siegen deutlich PDF Drucken E-Mail
Böblingen. Die SV Böblingen zollt dem TTC Langweid Respekt, denn das Schlusslicht wehrte sich drei Stunden gegen eine letztendlich deutliche Niederlage. Viermal scheiterten die Gäste knapp in fünf Sätzen. Verärgerung löste der ersatzgeschwächte MTV Tostedt beim FSV Kroppach aus, denn im unteren Paarkreuz setzten die Niedersachsen gleich zwei Nachwuchskräfte ein, die hoffnungslos überfordert waren.

                   MTV Tostedt – FSV Kroppach 1:6

Der FSV erledigt leidige Pflichtaufgabe
 
Der MTV Tostedt überraschte den FSV Kroppach mit zwei Nachwuchsspielerinnen aus der Reserve. Weder Tatsiana Kostromina noch Svenja Obst traten dem amtierenden Deutschen Meister gegenüber, sondern Yvonne Kaiser und die Dänin Pernille Agerholm. Auf Seiten der Gäste gehörte erfreulicherweise Krisztina Toth zum Aufgebot, deren Verletzung aus dem Spiel gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim sich als nicht so schlimm entpuppte. Nach einem sicheren 2:0-Auftakt in den Doppeln reagierte auch der FSV und gönnte Spitzenspielerin Wu Jiaduo, die unter Zahnschmerzen litt, eine Auszeit. Kristin Silbereisen rückte hinter Shan Xiao Na ins Spitzenpaarkreuz, Toth und die Russin Anastasia Voronova folgten. „Kostromina, die in Köln wohnt, und Obst waren mit Schläger und Tasche in der Halle. Nachwuchsförderung ist in Ordnung, aber dafür haben wir kein Verständnis. Die jungen Spielerinnen können auch einen Schock fürs Leben bekommen. Da möchte ich dem MTV-Management die Professionalität absprechen. Sie waren absolut überfordert. Unsere Fans sind um vier Uhr in der Frühe gestartet, um uns zu unterstützen. Ich möchte mich am liebsten bei ihnen entschuldigen. Mit dieser Vorstellung hat unser Gastgeber sicher eine gute Chance, Fans und Sponsoren zu gewinnen, ins Gegenteil umschlagen lassen“, zeigte sich FSV-Teambetreuer Dennis Leicher verärgert.    

Den ersten Punkt für die Gastgeberinnen spielte Han Ying mit einem 11:5, 11:9 und 11:7 gegen Silbereisen ein, ebenso chancenlos blieb Nadine Bollmeier beim 4:11, 8:11 und 2:11 gegen Shan. „Die Niederlage schmerzte uns nicht, denn Kristin besitzt eigentlich generell Probleme gegen Han Ying“, sagte Leicher.

Nach einer kleinen Aufwärmphase nahm Voronova gegen Kaiser Fahrt auf und freute sich über ihren ersten Einzelsieg als Debütantin in der Liga mit 4:11, 

Shan Xiao Na vom FSV Kroppach bringt Han Ying die erste Saisonniederlage im Einzel bei (Aufnahme: Petra Steyer)Shan Xiao Na vom FSV Kroppach bringt Han Ying die erste Saisonniederlage im Einzel bei (Aufnahme: Petra Steyer)
11:5, 11:5 und 11:7. Dass auch für Agerholm gegen die Nummer 39 der Weltrangliste, Linkshänderin Toth, die Trauben unerreichbar hoch hingen, überraschte unter den 95 Fans niemanden. „Krisztina trat dick getapt an, aber sie hatte natürlich noch eine Menge Luft nach oben und musste sich nicht verausgaben“, erklärte der Teambetreuer.

Nach der Pause gestalteten sich die Spitzenduelle offener als in der ersten Runde. Shan begann mit einem 11:7 gegen Han Ying und Bollmeier überraschte mit einem 11:9 gegen Silbereisen. In welcher blendenden Form sich Shan derzeit befindet untermauerte das 12:10 nach einem 6:9 und 8:10. Shan agierte auf einem konstant hohen Level weiter, sodass Han Ying nach sechs Siegen ihre weiße Weste mit einem 4:11 einbüßte. Silbereisen hatte inzwischen auch gegen Bollmeier einen Zahn zu und ging mit einem 11:7, 12:10, nach 3:7 knapp in Führung. Nach dem starken Auftritt der Chinesin durfte Silbereisen ein paar Kräfte konservieren, denn ihr Einzel wurde abgebrochen und kam nicht mehr in die Wertung. „Ich kann nur sagen, dass Shan inzwischen zu einer echten Kroppacherin geworden ist“, besaß Leicher zumindest einen Grund zur Freude.

„Wir wollten keinesfalls dem FSV die Punkte auf dem Silbertablett servieren, aber unsere Verträge mit den Spielerinnen machten diese taktische Variante erforderlich. Pernille zog sich achtbar aus der Affäre, und Yvonne merkte nach dem ersten Satz, dass sie gewinnen kann. Danach wurde sie hypernervös und scheinbar hing ihr Blei am Arm. Shan Xia Na war nach dem Sieg gegen Ding Yaping offensichtlich beflügelt. Sie strotzte vor Selbstvertrauen und war völlig unempfindlich gegen den Schnitt von Han Ying. Wir sind froh, dass wir die Höchststrafe vermieden haben“, berichtete MTV-Teamchef Friedel Laudon.

Martina Emmert (www.tischtennis.de)