Herbstmeister FSV Kroppach steigt mit zwei schweren Spielen in die Rückrunde ein PDF Drucken E-Mail
Frankfurt/Main. Von Winterschlaf darf beim amtierenden Deutschen Meister FSV Kroppach keine Rede mehr sein, denn die beiden Auftaktpartien in die Rückrunde gegen die SV Böblingen und beim ttc berlin eastside haben es in sich, und der TTSV Saarlouis-Fraulautern erlebt schon längst seinen zweiten Frühling. Die Saarländerinnen setzten ihren fulminanten Siegeszug fort, womit sie mächtig Staub an der Tabellenspitze aufwirbelten. Vom Tabellenachten TSV Schwabhausen will sich der momentane Spitzenreiter, zumal in eigener Halle, keine Steine in den Weg legen lassen.

Herbstmeister FSV Kroppach steigt mit zwei schweren Spielen in die Rückrunde einFeiert heute ihren 29. Geburtstag und ist jetzt die Nummer eins beim FSV Kroppach, Shan Xia Na (Aufnahme: Petra Steyer)


Freitag, 19.30 Uhr: FSV Kroppach – SV Böblingen

Sonntag, 14 Uhr: ttc berlin eastside – FSV Kroppach
 

Sitzt der FSV Kroppach wieder fest im Sattel?

Beim FSV Kroppach bleibt abzuwarten, ob die bittere Niederlage, ausgerechnet zum Ausklang der Hinrunde beim TTSV Saarlouis-Fraulautern, noch in den Hinterköpfen der Spielerinnen verankert ist. In den Spielen gegen die SV Böblingen und dem Topspiel beim Tabellendritten ttc berlin eastside darf sich der Herbstmeister weder Nervenschwäche noch einen Ausrutscher erlauben, wenn der amtierende Deutsche Meister die erneute Titelverteidigung nicht aus den Augen verlieren will. Dennis Leicher, Teambetreuer des FSV entkräftet eine eventuell aufkommende Drucksituation: „Noch ist nichts weiter passiert, als das uns die Konkurrenz näher gekommen ist. Natürlich waren wir nach der Niederlage auch enttäuscht, aber uns allen war klar, dass dieser Zeitpunkt einmal kommen würde. Nur mit der Art und Weise können wir uns immer noch nicht anfreunden. Wohl aber damit, dass der TTSV ja auch noch zu uns kommt.“

Neben dem Geplänkel hinter den Kulissen sieht der FSV Kroppach selbst gespannt dem Rückrundenstart entgegen, mit dem Ziel möglichst schnell wieder in Tritt zu kommen. Der Klub aus dem Westerwald musste eine Veränderung im oberen Paarkreuz vornehmen. Shan Xia Na, die heute (18. Januar) 29 Jahre alt wird, übernimmt vor Wu Jiaduo die Spitzenposition. „Der Unterschied wird nicht gravierend sein. Für uns ist es egal wer von den Spielerinnen die Punkte verbucht, wichtig ist, dass sich die sechs auf unserer Seite einfindet. Die SV Böblingen haben wir schon immer ernst genommen, denn sie spielen alle einen guten Ball. Was Xu Yanhua (45) aus sich herausholt ist eindrucksvoll. Deshalb werden wir unsere Gäste um keinen Preis zu früh abstempeln“, lässt Leicher Respekt vor der Routine der Baden-Württembergerinnen erkennen.

Offen hält sich der FSV, ob nicht in einem oder sogar beiden Spielen die Russin Anastasia Voronova zum Einsatz kommt. „Wir gehen davon aus, dass auch die Berlinerinnen Morgenluft gewittert haben, die nach Minuspunkten nur um einen Zähler schlechter sind als wir. Wenn nicht jetzt, wann dann. 

Qianhong Gotsch von der SV Böblingen (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Qianhong Gotsch von der SV Böblingen (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)
Inzwischen hat sich das Abwehrduo mit Irene Ivancan/Polina Mikhaylova vielleicht gefunden, denn unser 2:0 beim 6:2 in der Hinrunde war maßgeblich. Uns erwarten zwei schwere Partien gegen gut geführte Klubs, aber wir werden uns warm anziehen und sind auf alles gefasst“, sagt Leicher.

Für Qianhong Gotsch, Nummer eins der SV Böblingen, schien nach ihren beiden Einzel-Niederlagen am vergangenen Spieltag gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern die Welt unterzugehen. „Hongi war am Boden zerstört, denn dadurch ging uns das Unentschieden verloren. Sie hatte nicht mal einen schlechten Tag, gegen Li Fen war sie im fünften Satz klar besser, doch sie vergaß konsequent durchzuspielen. Die Aufmerksamkeit fehlte für einen Moment und das nutzte Li Fen schonungslos aus. Dafür trumpfte Nicole Struse groß auf und bestach mit ihren starken Rückhandschlägen in allen Variationen“, blickte SV-Trainer Henning Meier noch einmal zurück.  

In Kroppach wolle sich die Mannschaft nun, den in Saarlouis-Fraulautern verdienten, aber knapp verpassten Punktgewinn holen. „Mal sehen, wie gefestigt das Team ist, dass mit einer Niederlage die Hinrunde abschloss. Die Tagesform wird sicher entscheiden, und wenn sich für uns eine Chance bietet, sind wir zur Stelle“, ergänzt Meier. Und im Hinspiel überzeugte Qianhong Gotsch mit Siegen gegen Shan Xiao Na und Wu Jiaduo auf breiter Front.

Der ttc berlin eastside freut sich auf das Spiel, und hofft, dass sich der positive Trend mit steigenden Zuschauerzahlen fortsetzt. „Obwohl die Liga dichter zusammengerückt ist, bleibt für mich der FSV Kroppach Favorit, auch

Georgina Pota vom ttc berlin eastside (Aufnahme: Ronny Pabst)Georgina Pota vom ttc berlin eastside (Aufnahme: Ronny Pabst)
 gegen uns. Ich gehe davon aus, dass sie wie im Hinspiel mit Anastasia spielen, um dem Ungarinnen-Duell zwischen Petra Lovas und Krisztina Toth aus dem Wege zu gehen und unserer Abwehrspielerin Polina Mikhaylova. Ich glaube nicht, dass der FSV den Punktverlusten noch nachtrauert, das liegt ja schon vier Wochen zurück. Es war zwar sicher ungewohnt für sie zu verlieren, aber Spielerinnen blicken stets nach vorne. Die Doppel werden wieder den Knackpunkt bilden, denn ein 0:2 ist kaum auszugleichen. Georgina Pota gewann kürzlich bei einem Turnier in der Schweiz erstmalig gegen Shan, das ist vielleicht ein gutes Omen, und Irene Ivancan hat ihre Entzündung im Handgelenk soweit auskuriert. Uns ist bewusst, dass wir nur mit einer hundertprozentigen Mannschaftsleistung gegen unsere Gäste bestehen können, sonst ist der Ofen schnell aus“, sagt ttc-Managerin Tanja Krämer.

 
Martina Emmert (mehr auf www.tischtennis.de )