Kroppach zeigt Berlin Grenzen auf PDF Drucken E-Mail
FSV-Frauen sind zurück in der Erfolgsspur – Leicher: Ein Zeichen an die Konkurrenz

Von unserem Redakteur Marco Rosbach


Berlin. Mit dem Deutschen Meister legt sich die Konkurrenz besser nicht an: Nach dem Sieg gegen den FSV Kroppach hatte Heinz Falk, der Macher des TTSV Saarlouis-Fraulautern, verkündet, jetzt auch einen Angriff in Richtung Titel starten zu wollen. Der Schuss ging nach hinten los. Das ungewohnte Gefühl, als Verlierer von der Platte zu gehen, haben die Westerwälderinnen bestens verarbeitet und sich nach der Winterpause eindrucksvoll als Nummer eins im Land zurückgemeldet. Mit dem 6:1 beim TTC Eastside Berlin haben die Kroppacherinnen das Bundesliga-Wochenende vergoldet, das sie am Freitag mit dem 6:0 gegen den SV Böblingen eröffnet hatten. Besser geht's nicht. „Heinz Falk hat die Hosen runtergelassen und gesagt, wo es für Fraulautern hingehen soll“, sagt FSV-Teamchef Dennis Leicher. „Mit dieser Situation sollte vielleicht Druck erzeugt werden. Aber unsere Mannschaft ist wahnsinnig souverän damit umgegangen.“

Dass Kroppach nicht gewillt ist, weitere Punkte abzugeben, demonstrierten die Spielerinnen schon in den Doppeln: Zwei Siege ohne Satzverlust – und das gegen Gegnerinnen, die alles andere als Laufkundschaft in Deutschlands höchster Spielklasse sind. „Das war natürlich ein perfekter Start in dieser wichtige Partie“, so Leicher.

Doch ganz so leicht, wie es das Ergebnis vermuten lässt, machten es die Berlinerinnen, die als Dritter selbst noch Ambitionen haben, dem Favoriten nicht. Spitzenspielerin Georgina Pota verlangte „Dudu“ Wu Jiaduo alles ab – um am Ende in fünf Sätzen doch den Kürzeren ziehen zu müssen. Anders sah es an der Nachbarplatte aus. Kroppachs Nummer eins, die Chinesin Shan Xiaona, legte gegen Irene Ivancan scheinbar mühelos eine 2:0-Satz-Führung vor. Aber dann: Berlins Vize-Europameisterin kämpfte sich zurück ins Spiel und holte sich in einem packenden Match den Sieg. „Das kann passieren“, findet Dennis Leicher. „Man darf auch nicht vergessen, gegen wen Shan da verloren hat.“

Danach war wieder alles beim Alten: Krisztina Toth gönnte ihrer ungarischen Landsfrau Petra Lovas nur den ersten Satz, agierte danach aber „abgebrüht im Stil einer Top-Spielerin“ (Leicher). In Bestform präsentierte sich auch Kristin Silbereisen, die Polina Mikhaylova in drei Sätzen gerade einmal 16 magere Pünktchen gönnte. Leicher: „Kristin hat perfekt gespielt, das kann man gegen eine Abwehrspielerin nicht viel besser machen.“

Das letzte Fünkchen Hoffnung, das Berlin über die Pause gerettet hatte, erlosch gleich nach Wiederbeginn: Shan machte im Eilverfahren gegen Pota alles klar. „Das war ein klares Zeichen an die Konkurrenz“, interpretiert Leicher. „Wir sind wieder zurück.“


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Hoch konzentriert: Kristin Silbereisen zeigte weder gegen den SV Böblingen noch gegen den TTC Eastside Berlin einen Hauch von Schwäche. Mit dem FSV Kroppach liegt die Nationalspielerin nach zwei Siegen binnen drei Tagen wieder auf Titelkurs. Foto: Jürgen Vohl



Ausschnitte gibt's heute um 18.10 Uhr bei „Sport am Montag“ im Südwestfernsehen.



Eastside Berlin - FSV Kroppach 1:6

Ivancan/Mikhaylova - Wu/Silbereisen 3:11, 8:11, 6:11; Pota/Lovas - Shan/Toth 9:11, 9:11, 8:11; Pota - Wu 7:11, 11:8, 3:11, 11:8, 8:11; Ivancan - Shan 7:11, 5:11, 11:8, 11:9, 11:9; Lovas - Toth 11:6, 7:11, 7:11, 9:11; Mikhaylova - Silbereisen 6:11, 4:11, 6:11; Pota - Shan 6:11, 5:11; 6:11.

Westerwälder Zeitung vom Montag, 23. Januar 2012, Seite 23