Der FSV Kroppach gewinnt im Eiltempo PDF Drucken E-Mail
Kroppach. Mit einer Verspätung von knapp 20 Minuten hat die Partie zwischen Tabellenführer FSV Kroppach und dem MTV Tostedt begonnen. Wie im Vorfeld bereits bekundet, besaßen die Niedersachsen erhebliche Probleme personeller Natur. In neuer Rekordzeit von 45 Minuten hatten die Gastgeberinnen in einem mehr als einseitigen Match 6:0 gesiegt.

 Der FSV Kroppach gewinnt im EiltempoWu Jiaduo vom FSV Kroppach wurde wenig geprüft (Aufnahme: Ronny Pabst)


FSV Kroppach – MTV Tostedt 6:0

Auf den letzten Drücker trudelte der MTV Tostedt beim gastgebenden FSV Kroppach ein. Um 19.20 Uhr warteten die Fans des amtierenden Deutschen Meisters bereits ungeduldig auf die Niedersachsen.

Die personelle Notlage des MTV offenbarte sich schnell, denn neben Spitzenspielerin Han Ying, fehlte überraschenderweise auch Svenja Obst. „Svenja war wie vereinbart am Treffpunkt, aber geschwächt wegen einem Magen-Darm-Virus. So wollten wir sie nicht mitnehmen. Eine vierte spielfähige Akteurin war so kurzfristig nicht mehr zu organisieren. Abschenken ist leider nur eine Notlösung, aber uns blieb nichts anderes übrig“, sagte MTV-Trainer Jimmie Langham. Tatsiana Kostromina, ebenfalls schwanger wie Han Ying, stellte sich zusammen mit der Oberligaersatzspielerin Janna Schumacher nur an den Tisch und gab das Spiel nach dem ersten Ballwechsel kampflos ab. Das zweite Doppel bildete Nadine Bollmeier und Zweitligaspielerin Yvonne Kaiser, die gegen Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen antraten. Wie erwartet wussten sie dem FSV-Topduo beim 3:11, 4:11 und 1:11 nicht das Wasser zu reichen.

Im Einzel überließ Kostromina ihrer Gegnerin ebenfalls kampflos den Punkt. Bollmeier versuchte dann zumindest phasenweise gegen Wu Jiaduo mitzuhalten, beim 10:12, 6:11, 6:11 reichte es zu einem Satzgewinn jedoch nicht. Keinen Anstrengungen war anschließend Silbereisen ausgesetzt, die  mit Leichtigkeit gegen Schumacher das 5:0 landete.

Lediglich Krisztina Toth gestand Kaiser beim 11:3, 9:11, 11:5, 11:4 einen Satzgewinn zu.

„Wir sind froh, dass wir vier Spielerinnen aufbieten konnten, und das Janna sich bereit erklärte mitzukommen. Für sie war es interessant die Qualität der Bälle von Kristin, die mit angezogener Handbremse spielte, kennen zu lernen. Wir können unsere Situation nicht mehr ändern, sie ist und bleibt bis zum Saisonende Fakt“, erklärte Langham.

„Wir stufen das Verhalten unseres Gegners als Frechheit ein, denn zehn Minuten vor dem Spiel war der MTV noch nicht da. Unser Manager Horst Schüchen musste nachfragen, ob etwas passiert sei oder, ob der MTV noch eintreffe. Das war eine Farce und hat mit Professionalität nichts zu tun. Sportlich gibt es natürlich gar nichts über das Spiel zu sagen. Unsere Gäste kamen nur mit einer bundesligatauglichen Spielerin, und die ließ im Doppel eine entsprechende Einstellung auch noch vermissen“, machte FSV-Teambetreuer seinem Frust Luft.

„Vergangene Woche hatte Schwabhausen das Pech im Stau zu stecken, aber die Mannschaft hat uns wenigsten informiert, dass sie später eintreffen. Einige Zuschauer hatten heute die Halle schon verlassen, weil sie dachten, unser Gegner kommt nicht mehr. Außerdem haben wir uns gewundert, dass nur eine Spielerin aus der Zweitligareserve dabei war. Im Anschluss erstatteten wir unseren Fans die Hälfte vom Eintrittspreis, denn diese Begegnung war keine Werbung für unseren Sport. Darüber sind wir schon sehr entsetzt“, ergänzte Wilfried Leicher, Geschäftsführer des FSV-Fördervereins.

Martina Emmert (www.tischtennis.de)