Kroppach greift nach sechstem Titel PDF Drucken E-Mail

Kroppach. Die Tischtennis-Spielerinnen des FSV Kroppach haben Titel Nummer sechs dicht vor Augen, es wäre bereits die fünfte Deutsche Meisterschaft in Folge. Schon heute Abend kann die Mannschaft von Teamchef Dennis Leicher ab 20 Uhr im Auswärtsspiel bei der TTG Bingen alles klarmachen. Klappt das nicht, hätte am Sonntag Verfolger TTSV Saarlouis-Fraulautern ab 14 Uhr die Chancen, die erfolgsverwöhnten Westerwälderinnen auf der Zielgeraden noch abzufangen und sich selbst den Titel zu sichern.

 

Herr Leicher, ihre Mannschaft benötigt noch einen Punkt, um die sechste Meisterschaft perfekt zu machen. Wird schon heute Abend in Bingen gejubelt?

Das wäre mir natürlich am liebsten. Und da ich immer positiv denke, glaube ich auch fest daran. Trotzdem: Wir haben zwei Chancen. Wenn wir die erste nutzen, ist das schön. Falls nicht, müssen wir's eben im zweiten Anlauf machen. Jedenfalls gibt es Ausgangssituationen, die schlimmer sind.

 

Sie wirken sehr entspannt. Wie geht die Mannschaft mit dieser komfortablen Situation um?

Unsere Spielerinnen sind sehr erfahren, „Dudu“ war bei allen Titeln dabei, Krisztina Toth bei vier Meisterschaften. Alle sind gierig danach, mit dem FSV Kroppach Deutscher Meister zu werden. Sie wollen den Lohn ernten für eine einmal mehr überragende Saison.

 

Bingens Spielerinnen haben die große Chance, Ihr Team auf der Zielgeraden ein bisschen zu ärgern. Was erwarten Sie vom heutigen Gegner?

Dieses Rheinland-Pfalz-Derby hat seinen besonderen Reiz, das ist immer so. Die Stimmung in Bingen wird gut sein, und es gibt keinen Grund, diese Partie auf die leichte Schulter zu nehmen. Der Gegner wird motiviert sein, daher rechnen wir mit einem harten Stück Arbeit.

 

Die Bilanz der Rückrunde liest sich etwas anders. Danach kann keine Mannschaft Kroppach auch nur im Ansatz Paroli bieten. Untertreiben Sie nicht?

Ich glaube wirklich, dass uns in Bingen nichts geschenkt wird auf dem Weg zum Titel. Aber es stimmt: Die Rückrunde ist perfekt gelaufen. Wir haben nur in Berlin 6:1 gespielt, ansonsten alle anderen Spiele mit 6:0 gewonnen. Nach unserer Niederlage am Ende der Hinrunde hatten einige auf einen Einbruch gehofft. Den hat es aber nicht gegeben.

 

Diese Niederlage ist ein gutes Stichwort. Am Sonntag ist zum letzten Saisonspiel Saarlouis-Fraulautern zu Gast in Kroppach. Spielt das Hinspiel noch eine Rolle?

Auf alle Fälle, wir haben noch eine Rechnung offen. Unsere Spielerinnen sind heiß auf diese Begegnung. Da spielt es auch keine Rolle, ob wir schon Deutscher Meister sind oder nicht. Da steckt noch was in den Köpfen.

Was war an dieser Niederlage, der einzigen in der gesamten Runde, so besonders?

Wir sind vom ersten bis zum letzten Spiel nicht fair behandelt worden. Am Sonntag haben wir die Chance, diese Unsportlichkeit mit sportlichen Mitteln aus dem Weg zu räumen.

 

Unter normalen Umständen ist der FSV Kroppach am Freitagabend Deutscher Meister. Was haben die Fans am Sonntag noch zu erwarten, wenn sie in die Halle kommen?

Ich sehe das Heimspiel gegen Fraulautern als Sahnehäubchen. Das wird ein sportliches Highlight am Ende der Saison.

 

Und wie sieht's mit dem Feiern aus? Sind die Meister-T-Shirts gedruckt, steht der Sekt schon kalt?

Wir haben immer eine Abschlussfeier nach dem letzten Saisonspiel gemacht. Das wird auch am Sonntag so sein. Wenn's eine Meisterfeier wird, wäre das natürlich noch schöner. Der Rahmen für ein tolles Fest ist jedenfalls bereitet.

 

Das Gespräch führte unser

Redakteur Marco Rosbach

 

Westerwälder Zeitung vom Freitag, 4. Mai 2012, Seite 14

 
 
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Noch einmal konzentrieren, dann dürfen „Dudu“ Wu Jiaduo, Kristin Silbereisen und Teamchef Dennis Leicher den nächsten Titel mit dem FSV Kroppach feiern. Es wäre die fünfte Meisterschaft in Folge für den Tischtennis-Bundesligisten aus dem Westerwald. Foto: Jürgen Vohl

 
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 04. Mai 2012 um 16:14 Uhr