Sektkorken knallen beim FSV Kroppach, der sechste Titelgewinn ist perfekt PDF Drucken E-Mail
Bingen. Der FSV Kroppach hat sich den Traum vom sechsten Titelgewinn bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim bereits mit dem fünften Punktgewinn erfüllt. Nach zwei Doppelsiegen und Einzelerfolgen von Wu Jiaduo und Shan Xiao Na, fehlte dem FSV nur noch ein Satzgewinn, doch sowohl Krisztina Toth, als auch Kristin Silbereisen mussten einen Rückschlag zum 4:2 verkraften. Dann durfte die Mannschaft doch schneller jubeln als gedacht, denn Wu Jiaduo gewann gegen Zhenqi Barthel 3:0, und Shan krönte die gute Mannschaftsleistung gegen Ding Yaping.

 Sektkorken knallen beim FSV Kroppach, der sechste Titelgewinn ist perfektDas Unternehmen Titelverteidung hat der FSV Kroppach erfolgreich abgeschlossen

TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – FSV Kroppach 2:6

 
Shan Xiao Na und Wu Jiaduo führen den FSV zur Titelverteidigung

Dem FSV Kroppach fehlten nach einem perfekten 2:0-Start in den Doppeln nur noch drei Punkte bis zur Meisterschaft. Mit dem 3:1 von Shan Xiao Na/Kristina Toth glückte den Beiden die Revanche für die Niederlage in der Hinrunde, also ein Auftakt nach Maß für den Favoriten in diesem Derby. Bei den TTG Bingen/Münster-Sarmsheim  trauerten Zhenqi Barthel/Dana Hadacova diesem Misserfolg hinterher, denn nach einem 7:11, 11:9, kämpften sie sich nach einem 4:9 zurück, doch nach einem 10:10 freuten sich schließlich Shan/Toth über ein 13:11. Shan zeigte sich auch in engen Phasen gegen Barthel im Bilde und holte mit 11:7, 13:11, 11:9 das 3:0. Bis zum 9:9 gestaltete Barthel den dritten Satz offen, doch die nächsten zwei Winnerschläge verbuchte die FSV-Spitzenspielerin auf ihrem Konto.

Auf des Messers Schneide stand auf einmal das Einzel von Ding Yaping gegen Wu Jiaduo. Sah Dudu nach einem 11:6, 11:7 schon wie die sichere Siegerin aus, lief sie im dritten Durchgang einem kontinuierlichen Rückstand bis zum 8:8 nach. Beim 8:10 vereitelte sie die ersten Satzbälle, hatte zum 11:13 und 7:11 jedoch das Nachsehen. Die Spannung stieg, denn parallel trumpfte Hadacova mit einem 11:6, 11:8 gegen die Linkshänderin Toth auf. Doch getreu dem 

Laura Robertson von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim ruft Bestleistung ab (Aufnahme: Petra Steyer)Laura Robertson von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim ruft Bestleistung ab (Aufnahme: Petra Steyer)
Motto Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, baute sich die Wu Jiaduo im  fünften Satz ein 9:4 und 10:6 auf, und gleich den ersten Matchball nutzte die Kroppacherin zum 11:6 und 4:0. Auch die Ungarin auf Seiten des Tabellenführers kam besser ins Spiel und verkürzte mit einem 11:7. Noch zwei Sätze trennten die Gäste von ihrem sechsten und gleichzeitig fünften Titelgewinn in Folge. Bereits bei einem Unentschieden hätte der TTSV Saarlouis-Fraulautern keine Chance mehr, den FSV noch vom Thron zu stürzen. Im vierten Satz entriss Toth ihrer tschechischen Gegnerin nach einem 9:10 zum 13:11 noch den Punkt. Packend ging der fünfte Satz weiter, denn Hadacova führte 8:6 und nebenan baute sich Laura Robertson ein überraschendes 11:8, 11:6, 3:3 und 6:5 gegen Kristin Silbereisen auf. Toth trotzte Hadacova ein 9:9 ab, 9:10, und mit einem 9:11 musste die Nummer vier des FSV, wie schon in der Hinrunde ihre Mannschaftskollegin Anastasia Voronova, eine Niederlage hinnehmen. Der erhoffte Jubel über die Meisterschaft wurde somit im Keim erstickt. Die Post ging dann unter den Binger Fans ab, als Robertson mit einem 12:10 den 2:4-Pausenstand markierte, erst die dritte Saisonniederlage für Silbereisen.

Die TTG stemmte sich noch einmal mit aller Kraft gegen die Niederlage, doch Barthel erlebte nach einem engen 11:13, dann doch zum  5:11, 6:11 schnell gegen Wu Jiaduo Schiffbruch. Ihre sechste Deutsche Meisterschaft mit dem FSV Kroppach krönte die Nummer 16 der Weltrangliste mit einer sehr guten Leistung, und endlich sprangen Betreuer und Fans auf und spendeten minutenlagen Beifall. Shan beendete die Partie schließlich ebenfalls nach einer ausgezeichneten Vorstellung mit einem 9:11, 11:5, 11:4, 13:11 gegen Ding Yaping.

„Das war das erwartet schwere Spiel. Dudu hat gegen Ding Yaping einen kühlen Kopf bewahrt, aber nicht nur dieses Spiel war gut, sondern alle. Nur Kristin hat gegen Laura nie ihren Rhythmus gefunden, das war ungewöhnlich. Sie war mit ihrem Schläger unzufrieden, denn in der Halle war es sehr warm, da verhalten sich die Beläge anders, als bei zehn Grad weniger. Aber das ist uns letztendlich allen total egal, zumal Laura gute Bälle getroffen hat. Wir haben die Meisterschaft mit exakt den Spielerinnen aus der Saison 2010/11 wiederholt, und in den zwei Jahren bis dato nur eine Niederlage kassiert. Aufgrund dieser Stabilität ist der erneute Titelgewinn mehr als verdient. Ein riesiges Dankeschön geht an unsere mehr als 50 mitgereisten Fans, die uns super unterstützt und nach vorne gepeitscht haben. Wir werden jetzt eine richtige Sause machen, aber zum Spitzenspiel am Sonntag gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern wieder voll bei der Sache sein“, zeigte sich FSV-Teambetreuer erfreut.   

„Die Stimmung unter den fast 260 Zuschauern war sehr gut, ein schöner Abschluss für uns. Zwischen Ding Yaping und Wu Jiaduo gab es das übliche, hochklassige Spiel zu sehen. Im fünften Satz spielte Dudu wieder konzentriert und war obenauf. Aber ganz so leicht haben wir dem FSV den Triumph nicht gemacht, denn zwischen Laura und Kristin entwickelte sich ein riesen Konterspiel. Unsere Fans meinten, so stark hätten sie Laura noch nie gesehen. Sie wussten, dass der Tabellenführer und nun auch neuer Deutsche Meister zu Gast war, sodass uns die Niederlage niemand übel nahm. Wir sind mit dem Gezeigten zufrieden“, resümierte TTG-Geschäftsführer Joachim Lautebach.

 

Martina Emmert (www.tischtennis.de)