Schaulaufen des sechsfachen Deutschen Meisters FSV Kroppach beendet vor 225 Zuschauern die Saison PDF Drucken E-Mail
Frankfurt/Main. Die abschließenden Spiele der Saison 2011/12 in der 1. Bundesliga der Damen haben für keine Mannschaft mehr große Bedeutung gehabt, mal abgesehen davon, dass sich der neue und alte Deutsche Meister FSV Kroppach im Gipfeltreffen gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern für die Niederlage dieser Saison revanchieren wollte. Mit einem 6:3 korrigierte der FSV diesen einzigen Schönheitsfleck. Platz drei war dem ttc berlin eastside sicher, daran änderte auch das 4:6 gegen die SV Böblingen nichts mehr. Ihre letzten Heimspiele vor dem Wechsel in die 2. Bundesliga absolvierten der MTV Tostedt und der TSV Schwabhausen, der seine Abschiedsveranstaltung gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim beim unerwarteten 5:5 bis zum letzten Ballwechsel auskostete. Bereits gestern trat Schlusslicht TTC Langweid letztmalig in dieser Serie an, der sich in die Regionalliga zurückzieht.

Schaulaufen des sechsfachen Deutschen Meisters FSV Kroppach beendet vor 225 Zuschauern die SaisonShan Xiao Na vom FSV Kroppach rehabilitiert sich in vollem Umfang gegenüber dem Hinspiel (Aufnahme: Ronny Pabst) 

FSV Kroppach – TTSV Saarlouis-Fraulautern 6:3

Der FSV Kroppach wetzt die Scharrte der Hinrunde aus

Der Deutsche Meister FSV Kroppach wartete nach den Doppeln, die mit einem Sieg für Shan Xiao Na/Krisztina Toth und einer Niederlage von Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen ausgingen, mit einer unerwarteten Besetzung im Einzel auf. Für Silbereisen kam Anastasia Voronova zu ihrem ersten Auftritt in der Rückrunde. Nach einer 2:0-Satzvorsprung gegen Maria Fazekas bekam anscheinend Angst vor dem Gewinnen, sodass sie noch 2:11, 9:11, 8:11 scheiterte. Das bedeutete den 3:3-Pausenstand. Die Nummer eins beim 

Beste Spielerin der Saison 2011/12 wird Li Fen vom TTSV Saarlouis-Fraulautern (Aufnahme: Thomas Jacob)Beste Spielerin der Saison 2011/12 wird Li Fen vom TTSV Saarlouis-Fraulautern (Aufnahme: Thomas Jacob)
Vizemeister TTSV Saarlouis-Fraulautern Li Fen baute ihre Führungsposition in der Statistik mit einem glatten 3:0-Sieg gegen die Deutsche Einzel- und Doppelmeisterin Wu Jiaduo aus, nachdem die 35-jährige Chinesin anfangs auch das Doppel zusammen mit Petrissa Solja siegreich gestaltet hatte.

Shan Xiao Na revanchierte sich in der ersten Spielhälfte mit einem souveränen 11:3, 11:6, 11:8 gegen Ni Xialian, gegen die sie in der Hinrunde noch in fünf Sätzen unterlag. Ein Zeichen, dass der Spitzenspielerin die Meisterschaftsfeier nach dem Erfolg in Bingen nicht zu Kopf gestiegen war, sondern der nötige Ernst und vor allem Ehrgeiz gegeben war. Die 37-jährige Ungarin Toth ließ dann beim deutlichen 11:5, 11:9, 13:11 ihre junge Gegnerin Solja alt aussehen. In der ersten Begegnung kam es nicht zu diesem Vergleich, da sich der FSV schon längst den K.o. eingefangen hatte.

In der zweiten Einzelrunde bestätigte Wu Jiaduo gegen Ni Xialian ihren Sieg aus der Hinrunde, und Shan zeigte eine ganz ausgezeichnete Leistung gegen Li Fen. Nach einem 11:6, ließ sich die Kroppacherin den zweiten Satz zwar nach einem 7:5 und 10:6 zum 11:13 noch klauen, aber auch im dritten Satz lag die Penholderspielerin konstant vorn, und diesmal gab sie ihren Vorteil zum 11:9 nicht wieder preis. Mit einem 11:7 zum ganz wichtigen 5:3 krönte Shan ihre Galaaufführung.

Einen besonderen Stellenwert besaß das Duell der beiden Ungarinnen Toth gegen Fazekas, bei dem die FSV-Linkshänderin nach einem 7:11 aber langsam ihren Rhythmus fand und der Motor zum 11:9, 11:6 auf Hochtouren lief. Kaum noch auf Gegenwehr stieß die Nummer drei des Westerwaldclubs im vierten Durchgang, den sie zum 11:3 locker nach Hause brachte. Damit glückte dem FSV das erklärte Ziel, sich für die bittere Abfuhr in der Hinrunde zu revanchieren, und die Welt beim ehrgeizigen Deutschen Meister erschien in einem absolut sonnigen Licht.

„Wie schon erwartet war unsere Halle gut gefüllt, und demensprechend fällt auch unsere Party jetzt aus. Auch unsere Herrenmannschaften zeigten sich präsent. Wir sind überglücklich, dass uns die Titelverteidigung so souverän gelungen ist. Kristin fühlte sich nicht hundertprozentig auf dem Posten, aber auch taktisch ging unsere Rechnung auf, dass durch den Einsatz von Anastasia, Krisztina zuerst gegen Petrissa spielen konnte. Beide haben eine ausgezeichnete Leistung gezeigt, Thoti lief sogar eine Ehrenrunde in der Halle. Bei Anastasia begann nach dem 2:0 das Zittern, sie hatte wohl wirklich Angst vor dem Gewinnen. Shan war heiß wie Frittenfett, sie wollte unbedingt gewinnen. Ich hatte ein wenig Angst nach dem Satzverlust gegen Li Fen, aber völlig unbegründet. Dudu steuerte gegen Nixi einen wichtigen Punkt bei. Wir genießen den Abschluss in vollen Zügen“, zeigte sich FSV-Teambetreuer Dennis Leicher rundum zufrieden.

„Der Sieg für Kroppach geht in Ordnung. Wir wussten vorab, dass es auswärts für uns schwer wird. Shan präsentierte sich ganz anders aufgelegt als im Hinspiel. Wir bestätigen Kroppach, dass sie die konstantere Saison ablieferten, wir aber in der Hinrunde zumindest eine Sternstunde erlebten. Aber auch heute haben wir bewiesen, dass wir sehr gut mithalten konnten, mehr war nicht drin. Wir sind froh und hochzufrieden mit der Vizemeisterschaft, die für uns einen großen Erfolg bedeutet. Dass das Nervenkostüm von Petrissa blank lag, muss man ihr nachsehen. Sie hat vier schriftliche Abiturprüfungen hinter sich und schreibt morgen die letzte“, zog TTSV-Manager Heinz Falk trotz Niederlage eine positive Bilanz.

 Martina Emmert (www.tischtennis.de)